Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Zum Auftakt erhalten 63 Menschen ihre Corona-Schutzimpfung

Gleicht pikst es: Der Zweibrücker Karl-Heinz Weidler wird von Krankenschwester Conny Pfeifer geimpft.
Gleicht pikst es: Der Zweibrücker Karl-Heinz Weidler wird von Krankenschwester Conny Pfeifer geimpft.

63 Menschen aus Zweibrücken und Zweibrücken-Land wurden am Donnerstag am ersten Betriebstag im Landes-Impfzentrum im ehemaligen City Outlet gegen Covid 19 erstgeimpft. Der Start verlief laut Impfkoordinator Matthias Freyler problemlos und für die Patienten persönlicher als ursprünglich geplant.

Denn auf die Video-Aufklärung ganzer Gruppen wurde verzichtet, stattdessen sprachen die beiden Ärzte mit jedem Patienten. Dies sei bei der derzeit „geringen Schlagzahl“ (Freyler) möglich. Diese Schlagzahl orientiert sich alleine am verfügbaren Impfstoff. Und der ist noch begrenzt. Covid-19-Impfstoff des Mainzer Herstellers Biontech und seines amerikanischen Partners Pfizer verabreichen im Zweibrücker Impfzentrum Ärzte, Krankenschwestern und auch zwei Bundeswehr-Sanitäter in Uniform. „Die beiden Herren sind sehr nett und sie stehen uns über die Amtshilfe zur Verfügung und impfen. Die Bundeswehr hat nichts mit Sicherheit zu tun, und schon gar nicht gibt es Zwangsimpfungen“, stellte Matthias Freyler beim Impfstart fest.

Sicherheitsdienst misst Temperatur

Die Sicherheit gewährleisten nicht Menschen in Tarnuniform, sondern solche in schwarzer Kleidung. Die arbeiten für den Kaiserslauterer Sicherheitsdienst WR-Security, geleiten die Patienten durch das Impf-Labyrinth, kontrollieren aber auch, ob alle Wartenden überhaupt zur Impfung berechtigt und angemeldet sind. Nur wer sich zuvor über eine Telefon-Hotline des Landes angemeldet hat und zur Risikogruppe gehört, bekommt eine Nummer, mit der er im Impfzentrum an die Reihe kommt. Gestern waren dies vor allem Menschen über 80 und Angehörige besonders gefährdeter Berufsgruppen wie beispielsweise medizinisches Personal oder Rettungskräfte.

Am Eingang, mit dem Rücken zur eindrucksvollen Rotweinauswahl der angrenzenden Winebar sitzend, warteten einzelne Patienten darauf, dass eine Security-Mitarbeiterin ihnen kontaktlos an der Stirn die Körpertemperatur misst. Dann ging es zum Wartebereich, wo die beiden diensthabenden Ärzte in Einzelgesprächen die Patienten über die Risiken der Impfung aufklärten.

Noch keine Aufklärungsvideos

In den Einzelkabinen, mit Vorhängen vor neugierigen Blicken geschützt, erhielten die Patienten dann per Spritze ihre Erstimmunisierung. Einer der ersten war Karl-Heinz Weidler aus Zweibrücken, den Krankenschwester Conny Pfeifer impfte. Für ihn war die Impfung nicht der Rede wert, jedoch wichtig. Nach einem erneuten Datenabgleich mit dem Laufzettel sollten sich die Geimpften dann noch einmal einige Minuten sitzend im zweiten Wartebereich ausruhen, bevor sie wieder nach Hause konnten.

Ursprünglich war geplant, größere Gruppen von Impflingen per Video aufzuklären, weshalb große Monitore im ersten Wartebereich hängen. Die Monitore blieben am Donnerstag jedoch dunkel. „Es ändert sich so viel so schnell, dass es kein offiziell freigegebenes Video dafür gibt und es auch wenig Sinn macht“, erklärte Freyler.

Ärztliches und sonstiges medizinisches Personal sowie auch Apotheker stehen laut Freyler in ausreichender Zahl zur Verfügung. Alleine die Verfügbarkeit des Impfstoffs begrenze derzeit die Anzahl der zu impfenden Personen. Auch für Freitag und die kommenden Tage ab Montag sind täglich rund 63 Impfungen geplant, das lässt sich in einer Schicht bewältigen. Das Impfzentrum ist montags bis freitags geöffnet. Wenn mehr Impfstoff zur Verfügung steht, sind auch zwei Schichten möglich. Dann kann auch eine zweite Impfstraße geöffnet werden.

Derzeit ist das Impfzentrum bis Mittwoch ausgebucht. Wie lange das Impfzentrum in Betrieb bleibt, hängt laut Matthias Freyler davon ab, wie schnell wie viel Impfstoff zur Verfügung steht und wie viele Menschen sich impfen lassen möchten. „Wir könnten deutlich mehr Menschen hier impfen“, sagte er und hofft, dass dann auch noch das Personal ausreicht. Denn die ärztliche Betreuung übernehmen niedergelassene Ärzte und Kollegen, die sich aus dem Ruhestand entschlossen haben, mitzuarbeiten.

Die Mitarbeiterin eines Sicherheitsdienstes misst kontaktlos die Körpertemperatur.
Die Mitarbeiterin eines Sicherheitsdienstes misst kontaktlos die Körpertemperatur.
Impfkoordinator Matthias Freyler mit dem Biontech-Impfstoff.
Impfkoordinator Matthias Freyler mit dem Biontech-Impfstoff.
Warten mit dem Rücken zur Wine Bar.
Warten mit dem Rücken zur Wine Bar.
Im hinteren Wartebereich halten sich bereits Geimpfte auf.
Im hinteren Wartebereich halten sich bereits Geimpfte auf.
Weil nur wenig Impfstoff zur Verfügung steht, konnten am ersten Tag nur 63 Personen geimpft werden.
Weil nur wenig Impfstoff zur Verfügung steht, konnten am ersten Tag nur 63 Personen geimpft werden.
Weil der Andrang noch nicht so groß ist, klären die Ärzte die Patienten noch im Zwiegespräch auf.
Weil der Andrang noch nicht so groß ist, klären die Ärzte die Patienten noch im Zwiegespräch auf.
Einsatzbereit: Der Impfstoff kann auf die Spritzen aufgezogen werden.
Einsatzbereit: Der Impfstoff kann auf die Spritzen aufgezogen werden.
Zwei Sanitäter der Bundeswehr leisten im Impfzentrum Amtshilfe.
Zwei Sanitäter der Bundeswehr leisten im Impfzentrum Amtshilfe.
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