Zweibrücken Zu schnell für die VTZ
«ZWEIBRÜCKEN.» Der zweite Heimsieg in der Vorrunde blieb den Drittliga-Handballern der VT Zweibrücken-Saarpfalz verwehrt. 32:38 (16:21) unterlagen sie am Samstagabend im letzten Hinrundenspiel dem VfL Pfullingen.
Er freue sich, dass es seiner Mannschaft gelungen sei, 32 Tore zu werfen, aber wenn man dann ein Spiel nicht gewinne, sei das schon sehr enttäuschend, sagte VTZ-Trainer Danijel Grgic. Dass die VTZ die Partie nicht gewann, hatte zwei Gründe: Trotz der 32 Tore, die die VTZ warf, war Daniel Schlipphak, der Torhüter der Pfullinger, der auffälligste Spieler auf dem Platz. 18 Bälle der VTZ-Angreifer, darunter einige sogenannte Tausendprozentige, entschärfte er. Ob Vladislav Kurotschkin oder Philip Wiese vom Kreis, Tom Paetow, Tomas Kraucevicius aus dem Rückraum: Schlipphak brachte oft Hand oder Fuß an den Ball. „Die freien Bälle ärgern mich wirklich“, bekannte Grgic. Nahezu alle VTZ-Angreifer scheiterten frei aus aussichtsreicher Position am Pfullinger Torwart. Problem zwei: Die VTZ kassierte 38 Gegentore, „weil wir einfach nicht nah genug dran sind, nicht schnell genug umschalten“, analysierte Grgic die Gründe für die hohe Zahl der Gegentore. Wie sehr ihn letzteres ärgerte, unterstrich er mit viel Ironie: „Ich glaube wir kriegen 18, 19 Tore über die schnelle Mitte. Was uns total überrascht hat, wir wussten gar nicht, dass ihr das spielt“, sagte Grgic zu VfL-Trainer Frederik Griesbach, der schmunzelte. Natürlich war diese Angriffswaffe der Pfullinger bekannt, natürlich hatte Grgic sein Team auf die schnelle Mitte, das schnelle Umschaltspiel der Pfullinger vorbereitet. Aber die Mannschaft konnte die Vorgaben nicht umsetzten. Pfullingen spielte phasenweise schlicht zu schnell für die VTZ. Der Versuch der Gastgeber, immer wieder Tempo aus dem Spiel zu nehmen, ging nicht auf. Im Gegenteil, die VTZ drückte selbst auf die Tube und zog im temporeichen Duell den Kürzeren. Auch weil die Zweibrücker Torhüter Yannic Klöckner und Sven Mevissen das Duell gegen Schlipphak an diesem Abend deutlich verloren. Beide agierten glücklos, hatten Probleme gegen die Würfe von Pfullingens Top-Angreifer Marc Breckel, der im schnellen Umschaltspiel und von der linken Außenbahn selten einen Meister zwischen den Zweibrücker Pfosten fand. Zehn Treffer markierte Breckel. Wie unglücklich der Abend für die VTZ-Torhüter lief, zeigte am besten eine Szene in der 19. Minute, als Mevissen an der VTZ-Bank Instruktionen erhielt, seine Vorderleute im Angriff den Ball verloren und die schnell schaltenden Pfullinger quasi ein sogenanntes empty goal erzielen konnten. Pfullingens Trainer Griesbach war vom Spiel seiner Mannschaft angetan. Zum zweiten Mal in Folge sei es seiner Mannschaft gelungen, bei einem Gegner von Anfang an nie Hoffnung aufkommen zu lassen. Im Prinzip (fast) richtig: Denn eine Hätte-wäre-wenn-Situation gab es dann doch in der Partie. Kurz nach dem Seitenwechsel steigerte sich die VTZ-Hintermannschaft, zeigte Klöckner im VTZ-Tor schöne Paraden. Prompt holten die Zweibrücker auf: 23:26, Kapitän Philip Wiese hatte verkürzt. Wieder Ballverlust Pfullingen. Den Zweibrücker Pass stoppte Breckel klar mit dem Fuß. Die fällige Zwei-Minuten-Strafe blieb aus, Pfullingen spielte vollzählig weiter. Dennoch verkürzte Wiese auf 24:26. Im Gegenzug aber gelang Pfullingen per Strafwurf das 27:24 und dann entschärfte Schlipphak Top-Chancen von Martin Mokris und Tom Paetow. Bis zur 50. Minute zog Pfullingen, gestützt auf seinen weiter starken Keeper, der das schnelle Spiel ermöglichte, entscheidend auf 32:25 weg. So spielten sie VTZ: Klöckner, Mevissen (13.-30.) - Kraucevicius (3), Paetow (5), Wiese (5) - Maric (5), Wilga (2) - Kurotschkin (5) - Mokris (5/1), Schweitzer (1), Petrusis (1), Brauns, Stauch VfL Pfullingen: Schlipphak, 55. Wörner - Stahl (4), List (4), Thiemann (3) - Jabot (7/4), Breckel 810), Schmid (3) - Wittlinger (2), Roth (2), Möck (2), Haug (1), Goller Spielfilm: 5:5 (7.), 6:7 (10.), 6:9 (13.), 10:14 (19.), 13:20 27.), 16:21 (Halbzeit), 18:24 (35.), 24:26 (43.), 24:28 (46.), 25:32 (50.), 32:38 (Ende) - Siebenmeter: 1/1:4/4 - Strafzeiten: 6:3 - Beste Spieler: Kurotschkin, Wiese - Schlipphak, Breckel - Zuschauer: 250 - Schiedsrichter: Bona/Frank (HV Niederrhein).