Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Zu Fuß durch die finsteren Gassen Zweibrückens

Sie schauen sich in Sachen Sicherheit und Beleuchtung um – so wie hier in der Münzgasse.
Sie schauen sich in Sachen Sicherheit und Beleuchtung um – so wie hier in der Münzgasse.

Gibt es in der Zweibrücker Innenstadt dunkle Ecken und schummrige Gassen, in die man nur geht, wenn man unbedingt muss? In denen man sich sehr unwohl fühlt?

„Dunkle Ecken – wo lässt sich das Sicherheitsgefühl stärken?“, wollte der Arbeitskreis Sicherheit wissen, der Teil des Kommunalpräventiven Rats Zweibrücken ist und zusammen mit dem Ordnungsamt am Donnerstagabend zu einem innerstädtischen Rundgang eingeladen hat. Lokalpolitiker und Polizei waren dabei, ebenso Manfred Hilgert, der Vorsitzende der Opferschutz-Organisation Weißer Ring in Zweibrücken. Etwa 15 Interessierte fanden sich zum Start am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) ein – allerdings noch bei gutem Tageslicht. Um es kurz zu machen: Richtig dunkle Gassen oder gar Kriminalitätsschwerpunkte gibt es in der Zweibrücker Innenstadt nicht. Wohl aber die eine oder andere Stelle, an der sich die Rundgangsteilnehmer mehr Licht wünschen würden, nicht zuletzt wegen der Verkehrssicherheit.

„Wir hatten mit dem Chef der Zweibrücker Polizeiinspektion, Nikolai Zöller, schon darüber gesprochen, dass viele Bürger in Zweibrücken ein ungutes Gefühl haben, was das subjektive Sicherheitsgefühl angeht. Dies lässt sich aber nicht objektiv mit den Zahlen der polizeilichen Kriminalstatistik belegen. Deshalb haben wir zur Begehung eingeladen“, erklärte Verena Ecker vom Arbeitskreis Sicherheit.

Lampen und Glasflächen öfter putzen

Um Angsträume und Beleuchtungskonzepte ging es laut der Beigeordneten Christina Rauch auf der Tour. Am ZOB bemängelte Stadtrat Patrick Lang, dass die Lampen und Glasflächen dort öfter geputzt werden sollten. „Überall, wo Licht rauskommen soll, müssen die Lampen sauber sein. Es gab schon Zeiten, da waren von zwölf Lampen vier oder fünf defekt“, sagte Lang. Dies sei behoben, erklärte Christina Rauch, wobei bei der Erstbesichtigung die Beleuchtung noch ausgeschaltet war. Verena Ecker regte an, die Reinigungszyklen am ZOB zu erhöhen. Manfred Hilgert lobte die Präsenz der Taxifahrer abends und nachts am ZOB. „Da weiß man, es sitzt jemand drin, an den man sich wenden kann.“

Die Polizei betont, der Zentrale Omnibusbahnhof sei kein Kriminalitätsschwerpunkt.
Die Polizei betont, der Zentrale Omnibusbahnhof sei kein Kriminalitätsschwerpunkt.

Für Lars Danzenbächer, Radverkehrsbeauftragter der Stadt und passionierter Fahrradfahrer, ist die Gestütsallee ein Gefahrenpunkt. Er fährt nach eigener Aussage frühmorgens mit dem Fahrrad zur Arbeit, und im Winter sei es dort so dunkel, dass man dunkel gekleidete Spaziergänger oder gar Hundehalter ohne Reflektoren oder reflektierende Leine kaum erkennen könne. Er fordert dort eine bessere Ausleuchtung mit hellem Licht anstatt der „dunklen Funzeln, die zwar ein schönes Gesamtbild abgeben, aber eben nicht hell machen“.

Gehen die Laternen zu früh aus?

Kurios wurde es, als die Gruppe in der Münzgasse an der Ecke des Parkhauses stand. Während der Parkplatz der Sparkasse um 20.15 Uhr bereits hell erleuchtet und durch etliche Lampen und die Eingangsbeleuchtung gut ausgeleuchtet war, glänzten nur wenige Meter weiter die kommunalen Straßenlampen durch Arbeitsverweigerung. „Da sieht man, wer Geld hat und wer nicht. Die Sparkasse hat es, der Brennemann nicht“, sagte einer der Rundgangsteilnehmer scherzhaft und meinte die Stadtwerke, denen Werner Brennemann vorsteht. Erst etliche Meter weiter, in Höhe des Helmholtz-Gymnasiums, schalteten sich die kommunalen Straßen- und Weglaternen gegen 20.40 Uhr an. Einige Teilnehmer des Rundgangs waren der Meinung, die Straßenlaternen gingen zu spät an und morgens zu früh aus.

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Vor der Schule wurde das Thema Kameraüberwachung kurz diskutiert. Denn zwischen der ehemaligen Feuerwache und dem Schulgebäude gibt es eine Videoüberwachung, eine der wenigen im Stadtgebiet. Aus Datenschutzgründen ist die Anzahl der Videoüberwachungsorte begrenzt. „Hier wurde im hinteren Bereich ja tatsächlich mal ein Hausmeister tätlich angegriffen. Mir geht es um den Schutz der Menschen, die hier beruflich zu tun haben. Da ist aus meiner Perspektive der Datenschutz nicht so wichtig“, sagte der frisch wiedergewählte Bürgermeister Christian Gauf.

Auf dem Schulhof des Helmholtz-Gymnasiums.
Auf dem Schulhof des Helmholtz-Gymnasiums.

Die beiden Vertreter der Polizei betonten, dass der Zentrale Omnibusbahnhof kein Kriminalitätsschwerpunkt in Zweibrücken sei. Von neuralgischen Punkten in der Stadt könne man eigentlich nicht sprechen, dies müsse immer einzeln ausgewertet werden. „Wir bewegen uns in Zweibrücken relativ sicher, auch wenn das subjektive Sicherheitsgefühl mancher Menschen anders ist“, bestätigte auch Manfred Hilgert vom Weißen Ring.

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