Zweibrücken Zeit zum Lüften: Schüler bauen CO2-Ampeln
Eigentlich sollte es ein einmaliges, auf einen Nachmittag beschränktes Projekt sein, das die beiden Lehrer Natalie Bell und Jens Römer angestoßen haben. Der Plan war, dass jeweils ein Schüler aus allen 13 Klassen des Gymnasiums eine Ampel für seine Klasse zusammenbaut. Doch aus Coronaschutzgründen war es laut Natalie Bell nicht möglich, 13 Schüler gleichzeitig im ehemaligen Kunstsaal und jetzigen Computerraum zusammenzubringen. Daher starteten am Freitag erst einmal fünf Schüler mit dem Ampel-Projekt.
Paul und Jonas aus der elften Klassenstufe beispielsweise haben Erfahrung im Löten, haben Zuhause mit Lötkolben und 3D-Drucker bereits Computertastaturen selbst gebaut und auch LED-Steuerungen realisiert. Beim Ampelprojekt können sie ihre Fertigkeiten einbringen. Sie bestückten die vorgefertigten Platinen der gekauften Mikrocomputer mit dem Stromanschluss und dem CO2-Sensor. Ein paar Meter weiter waren Luca aus der 8e und die beiden Zehnjährigen Lukas und Fabian, die beide in die Klasse 5b gehen, dabei, den Platinen am Computer die Grenzwerte des CO2-Gehaltes einzuprogrammieren. „Unter 1000 ppm, das bedeutet parts per million, leuchtet die grüne LED, zwischen 1000 und 1400 wird es gelb, und über 1400 zeigt die Ampel rot an, dann ist es höchste Zeit zum Lüften“, erklärte Lehrer Jens Römer.
Kinder lernen löten und fräsen
Römer unterrichtet normalerweise Mathematik, Chemie und Informatik, während seine Kollegin Natalie Bell Mathematik und Erdkunde lehrt. Beide haben eigens eine Fortbildung besucht, um das Projekt zu stemmen. Sie bringen den Kindern den Umgang mit einer kleinen CNC-Fräse bei, zeigen ihnen das Löten von Platinen, die Programmierung der CO2-Ampel und auch den Zusammenbau der Einzelteile inkusive des Holzgehäuses. Das ist zwar vorgefertigt, wird aber mit der CNC-Fräse mit dem Schriftzug der jeweiligen Klasse versehen. 3000 Euro Fördergeld hat das Helmholtz-Gymnasium vom Land Rheinland-Pfalz aus dem Projekt make.code.create für die Realisierung des Projektes bekommen, und auch der Förderverein der Schule hat Geld dazugegeben. Mit dem Geld haben die beiden Lehrer nicht nur die Einzelteile wie Mikrocomputer, Sensoren, Stromanschlüsse und Gebäudeteile gekauft, sondern die Schule hat auch einen 3D-Drucker und eine kleine CNC-Fräse angeschafft. Die können auch nach Fertigstellung der 13 geplanten CO2-Ampeln weiterverwendet werden.
Mit Begeisterung haben die Schüler am Freitagnachmittag dem Kleinstcomputer Octopus beigebracht, wann die verschiedenfarbigen Lichter zu leuchten haben und vier fertige Ampeln für ihren Klassensaal gebaut. In weiteren Nachmittagsprojekten sollen schließlich alle Klassen zum Zug kommen. „Die CO2-Ampeln sind ein weiterer Sicherheitsbaustein neben regelmäßiger Lüftung und den Luftfiltern, die in manchen Räumen zur Verfügung stehen“, erklärt die Schule. Und ganz nebenbei haben die Schüler viel gelernt über Programmierung, Fräsen, Löten. Für die beiden „Großen“, Paul und Jonas, war das Projekt „mal was Neues“, wie sie übereinstimmend sagten. Technisch war es hingegen nicht besonders schwierig für die beiden Hobby-Elektroniker.