Zweibrücken World Food Trip: Zweibrücker Foodtruck schließt Ende September

Ende September beendet World Food Trip das Engagement in Zweibrücken. Der Verkaufswagen in der Rosengartenstraße wird verschwind
Ende September beendet World Food Trip das Engagement in Zweibrücken. Der Verkaufswagen in der Rosengartenstraße wird verschwinden.

Nur noch bis zum 30. September kann man in Zweibrücken beim Foodtruck von World Food Trip essen. Zum Oktober schließt die mittlerweile in St. Ingbert ansässige Firma ihren Verkaufswagen in der Rosengartenstraße aus wirtschaftlichen Gründen.

Dies bestätigte Geschäftsführer Denis Klass. Damit schließt nach dem Pizza- und Nudelstand der Gebrüder Wolf in der Fußgängerzone innerhalb weniger Wochen der zweite beliebte Imbiss in Zweibrücken. Und auch die Gründe sind ähnlich und teilweise gleich.

„Liebe Zweibrücker, schweren Herzens müssen wir unseren Foodtruck zum Ende des Monats schließen. Wir hatten wundervolle Jahre in eurer kleinen, schönen Stadt, und dafür danken wir Euch“, schreiben die Betreiber in sozialen Medien. Und begründen die Schließung auch mit den schlechten Umsätzen in der Rosenstadt. Der Sommer sei trotz zahlreicher Feste finanziell so schlecht gelaufen, dass der Standort sich erst recht nicht über den Winter retten könne.

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Umsatz katastrophal

Seit 2020 war die ursprünglich in Blieskastel gegründete Firma, die veganes Straßenessen nach Rezepten aus aller Welt anbietet, mit einem Verkaufswagen in der Rosengartenstraße gestartet. „Wir haben alles Mögliche versucht, den Standort zu halten, aber leider gab es keine Alternative zur Schließung“, bekräftigt Klass. Anfangs sei das Geschäft sehr gut gelaufen. „Dann wurde es weniger, was aber normal ist. Aber mittlerweile ist der Umsatz leider katastrophal“, macht Klass deutlich. Bereits seit etlichen Monaten hätten die Verkaufswagen in Homburg, St. Ingbert und Saarbrücken den Standort Zweibrücken quersubventionieren müssen. Dies funktioniere jedoch nicht über längere Zeit. Dazu kommen laut Denis Klass der ab Oktober einsetzende Mindestlohn, sowie höhere Rohstoff- und Energiepreise. „Zweibrücken zieht die anderen Standorte mit runter, das können wir uns nicht länger leisten“, wird er deutlich.

Woran die Zurückhaltung der Zweibrücker liegt – ob vielleicht ein Gewöhnungseffekt eingesetzt hat und die erste Neugier gesättigt ist oder ob es vielleicht am „Zweibrücker an sich“ liegt – kann Denis Klass nicht sagen. „Wir haben natürlich versucht, herauszufinden, woran es liegt, aber ohne Erfolg“, sagt er. „Eventuell hat die im Raum stehende Insolvenz Anfang des Jahres die Marke auch beschädigt“, bringt er eine weitere Möglichkeit ins Spiel. Damals stand World Food Trip kurz vor einer Insolvenz. Denis Klass und Laura Peccheneda haben die Firma damals vom vorherigen Betreiber, ihrem ehemaligen Arbeitgeber, übernommen. Das Lokal im ehemaligen „Dollar“ in Blieskastel, das die Firma vor Jahren eröffnet hatte, musste schließen und beherbergt mittlerweile ein Restaurant mit asiatischer Küche. Auch ist World Food Trip in Blieskastel, wo es gegründet wurde, nicht mehr vertreten mit einem Verkaufswagen.

Zweiter Standort in Saarbrücken

Mit der Schließung des Standortes Zweibrücken verliert eine festangestellte Mitarbeiterin ihre Arbeit. „Ihr mussten wir leider kündigen. Die drei Minijobber konnten wir an anderen Standorten unterbringen“, erklärt Klass. Auf zu neuen Ufern zieht auch der bunte Verkaufswagen. Die Firma habe eine Option, an einem sogenannten Coworking-Space in der Saarbrücker Halbergstraße einen Foodtruck aufzustellen. Diese werde man wohl ab Oktober nutzen, so Klass. Bereits in der Vergangenheit habe man neben dem aktuellen Saarbrücker Standort bei Edeka Lonsdorfer in der Koßmannstraße einen zweiten Standort betrieben. „Saarbrücken verträgt zwei Standorte“, ist er sich sicher. Sollte das nicht klappen, denke man an ein Engagement in Saarlouis. Die beiden Bauwagen in Homburg und St. Ingbert sowie der genannte in Saarbrücken stehen laut Klass nicht zur Disposition. Insgesamt beschäftigt die Firma mit Sitz in St. Ingbert zur Zeit 33 Mitarbeiter.

Kommentar

Nach der Wolfschen Pizza- und Nudelbude hat es jetzt auch den bunten Wagen mit veganen Speisen erwischt. Mindestlohn, Energie- und Rohstoffpreise brechen den Kleinen das Genick. Und nicht nur den Kleinen. Denn bei diesen beiden Schließungen in der Zweibrücker Gastronomie wird es nicht bleiben. Die Menschen sind verunsichert, sparen nach unvermeidbaren und vorangekündigten Erhöhungen bei Strom und Gas- und jetzt auch noch Abwasserkosten am ersten beim Ausgehen und beim Essen. Das dürfte für die übrig gebliebenen Zweibrücker Lokale, die sich teilweise mit Ach und Krach durch die für sie miserable Coronazeit gehangelt haben, eine weitere starke Belastung werden, die nicht alle überleben dürften. Zweibrücken wird sich mit weniger gastronomischer Auswahl abfinden müssen. Teilweise sind die Zweibrücker aber auch selbst schuld. Ihre geringe Kaufkraft, oder sagen wir besser Kauflust, ist nicht nur bei Gastronomen legendär. Viktor Krieg, der bis vor wenigen Tagen den Genussladen in der Fußgängerzone betrieb, kann genauso ein Lied davon singen wie die Besitzerin des Dekoladens in der Mühlgasse.

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