Zweibrücken Woran starben die Krähen?

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Die Kreisverwaltung Südwestpfalz wartet ungeduldig auf das Ergebnis zur Ursache des Krähensterbens in Zweibrücken. Kreissprecher Thorsten Höh sagte gestern Morgen auf Anfrage: „Wir laufen jetzt aus dem Zeitplan raus.“

Tierärzte der Kreisverwaltung hatten Mitte Mai Saatkrähen, die in der Zweibrücker Allee tot am Boden lagen, eingesammelt, mitgenommen und dann ans Landesuntersuchungsamt nach Koblenz geschickt. Die Behörde sollte herausfinden, woran die Krähen starben. Das Ergebnis hätte laut Kreisverwaltung „innerhalb von einer bis zwei Wochen“ vorliegen sollen. Dieses Ziel wurde verfehlt. Bis gestern hatte die Kreisverwaltung jedenfalls noch kein Untersuchungsergebnis. Damit ist weiter offen, woran die Krähen im Mai eingingen – in der ersten Mai-Hälfte waren Dutzende tote Tiere gefunden worden. Die als Verein organisierte Wildvogelhilfe geht davon aus, dass die Saatkrähen, die unter strengem Naturschutz stehen, an Rattengift verendeten. Die Organisation gibt an, dass die Uni München dieses Gift in den Körpern von Krähen fand, die die Wildvogelhilfe zur Untersuchung dorthin geschickt hatte. Werner Boßlet, der Chef des Umweltbetriebs der Stadt Zweibrücken, glaubt hingegen an eine natürliche Ursache. Er verwies darauf, dass bei der Brut nur die Hälfte der geschlüpften Vögel überlebe. Ein Grund dafür sei, dass stärkere Geschwister die schwächeren aus dem Nest schubsten, um mehr Futter für sich zu bekommen. Zur Rattengift-These sagte Boßlet gegenüber der RHEINPFALZ: Wenn jemand Rattengift ausgelegt hätte, dann wären auch Enten, Tauben, Hunde oder Katzen gestorben, die sich ja ebenfalls in der Allee aufhielten und vom Boden fressen. Der Umweltbetrieb töte zwar auch Ratten mit Gift. Dieses Gift befinde sich aber in einer Blechkiste. Die Raten müssten hineinkriechen, den vergifteten Köder fressen und wieder herauskriechen. Sie verendeten erst ein paar Tage später, damit andere Ratten keinen Zusammenhang zwischen Blechkiste und Tod herstellen. Ratten gehören wie Krähen zu den intelligenten Tieren. Saatkrähen können laut Boßlet nicht in die Blechkisten gelangen und deshalb auch nicht die vergifteten Köder fressen. Und wenn die Krähen eine vergiftete Ratte fressen? Boßlet verweist bei dieser Frage darauf, dass Saatkrähen über Sommer kein Aas fressen. Im Frühjahr, Sommer und Herbst sei das Nahrungsangebot – lebende Schnecken, Würmer, Körner – so gut und reichhaltig, dass die Krähen nicht an Aas gingen. Das fräßen sie nur zur Not im Winter, wenn sich sonst nichts Verwertbares findet.

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