Zweibrücken Wohnen in einem expressionistischen Denkmal
100 Jahre nach dem Bau der Wohnsiedlung am Mannlichplatz wollen die Denkmalexpertin Roswitha Chéret und der Bildkünstler Volkhard Gabriel die ungewöhnlich gestaltete Häusergruppe mehr ins öffentliche Bewusstsein rücken. Schließlich handelt es sich dabei um ein seltenes, gut erhaltenes Zeugnis des expressionistischen Baustils der frühen 1920er-Jahre. Nun haben Chéret und Gabriel ein Info-Faltblatt gestaltet. „In diesen Tagen stecke ich jedem Anwohner am Mannlichplatz ein Exemplar in den Briefkasten“, sagt der passionierte Fotograf Volkhard Gabriel, der die Bilder für die Broschüre angefertigt hat.
„Zweibrücken nennt ein besonderes architektonisches Juwel sein Eigen“, schreibt Roswitha Chéret dort in ihrem Textbeitrag. „Noch heute ist man erstaunt, dass in dieser Periode größter Wohnungs- und Finanznot eine solch schmucke Wohnanlage entstehen konnte.“
Zusammenkunft im Druckhaus
Zusammengefunden hatten sich die beiden Autoren im März auf einer Veranstaltung zum Tag der Druckkunst im Druckhaus Werke. „Dort sprachen wir darüber, dass die Wohnhäuser am Mannlichplatz vor 100 Jahren gebaut worden sind“, erinnert sich Chéret. „Wir waren uns einig, dass wir wenigstens ein Faltblatt herausbringen sollten, wenn die Stadt schon kein Jubiläumsfest vor Ort veranstaltet.“
„In der Galerie im Mannlichhaus sind wir damit auf offene Ohren gestoßen“, sagt Gabriel, dass deren Protagonisten die Finanzierung der Flyer übernommen hätten. Diese wurden vor wenigen Tagen bei VDM Heinz Nickel in Zweibrücken gedruckt; in einer Auflage von 5000 Stück.
Gästeführungen vor Ort
Abholen kann man sich das kostenlose Faltblatt „100 Jahre Mannlichplatz“ in der Galerie im Mannlichhaus, Herzogstraße 8, und in der Stadtbücherei. Inzwischen hat Volkhard Gabriel 3000 Exemplare zum Mitnehmen in Geschäften, Tankstellen und bei Edeka Ernst ausgelegt. Und Roswitha Chéret bringt einen dicken Stapel ins Kulturamt, damit die Flyer auch bei den städtischen Dienststellen zu haben sind.
Einem interessierten Publikum möchte die Denkmalexpertin das expressionistische Bauensemble im Frühjahr bei Gästeführungen vor Ort erläutern. „Vielleicht findet sich bis dahin ja jemand, der dafür zuständig ist, dass am Mannlichplatz die große Freitreppe saniert wird. Die ist nämlich in schlechtem Zustand“, sagt Roswitha Chéret.