Zweibrücken „Wir haben keinen Humor“

Fünf Jahre hat die Zweibrücker Maxi-Spaßtruppe die Musikfreunde in der Region begeistert. Oder mit einer unfassbaren Penetranz in Sachen Werbung genervt. Je nachdem, aus welcher Blickrichtung man Worschdrock betrachtet. Aber: Am Samstagabend verkündete die Band die Sensationsnachricht: Riggehoor löst sich auf. Nicht gleich, aber 2016. Irgendwann. Endlich. Leider.
Im kommenden Jahr ist es soweit. Dann können sich die Musiker der Bigband die Riggehoor abrasieren. „Es wird Zeit, der Aufwand zu hoch, wir haben es in den letzten Jahren übertrieben“, räumt der aus Contwig stammende Sprecher, äh, Sänger von Riggehoor, David Betz, ein. Beim einzigen Konzert der Spaßtruppe zum Contwiger Dorffest verbreitete sich die gute, Verzeihung, schlechte Nachricht. Völlig unerwartet. Alles wird ein Ende haben, nächstes Jahr. „Wir wollten, dass unsere Fans das von uns erfahren und nicht vorher aus der Zeitung. Deswegen haben wir es beim Konzert bekannt gemacht. Wer nicht da war, hat eben Pech gehabt“, meint Betz. Die Bekanntmachung löste übrigens auch bei den Musikern Erleichterung aus. Denn Riggehoor sei von Anfang an eh nur ein Witz gewesen, klärt Betz auf. „Wir haben als Parodie auf Cover- und Partybands angefangen. Danach sind wir fünf Jahre exzessiv aufgetreten. Wir haben erkannt, dass das zu viel war. Deshalb spielen wir dieses Jahr nur einen Auftritt und machen nächstes Jahr Schluss. Mit einem großen Abschiedskonzert. Denn wir können uns ja nicht über Coverrock lustig machen und dann 30 Jahre das Gleiche, wie die anderen Bands, machen“, begründet Betz das Ende des Worschdrocks, am Zenith seines Ruhms. Zudem: „Wir haben auch noch andere Ziele im Leben und wollen wieder mehr private Sachen machen. Felix Zech wird zum Beispiel im November Vater. Da wird es mit den Proben und dem Einstudieren neuer Lieder immer schwieriger“, meint Betz, nachdem Riggehoor seit 2012 über 30 Hits verwurstet hat. Aufgefallen ist die Riggehoor zu Beginn vor allem durch exzessive Werbung. Diese erfolgte mit solch einer Penetranz, dass man sich durchaus davon abgestoßen fühlen konnte. Nun verrät Betz: „Auch die übertriebene Werbung gehörte zu unserem Konzept. Wir werden auch weiterhin so tun, als wären wir der Käs.“ Wie geht es nun aber bis zum Schluss weiter? Findet das schnell etablierte Rockmusik-Ereignis in der Halle der VT Contwig, zur Faschingszeit, mit Riggehoor und dem Ska-Einsatz-Kommando, im kommenden Jahr überhaupt noch statt? Narrensicher sei das nicht, räumt Betz ein. „Das ist eine Veranstaltung der VT Contwig, zu der man uns eingeladen hat. Wenn man das wieder tut, spielen wir da gerne.“ Es sei also denkbar, dass die Narrenparty 2016 noch einmal stattfindet. Das müsse aber nicht unbedingt das große Abschiedskonzert sein. Riggehoor lasse sich mit dem endgültigen Ende eben ein wenig Zeit, wie die Scorpions. Nur halt nicht ganz so lange. Und endgültig. Eine Rückkehr der Formation will Betz zwar nicht ausschließen, „vielleicht mal in fünf Jahren. Aber jetzt ist erst einmal Schluss. Ganz ehrlich. Das ist kein Spaß. Denn wir haben keinen Humor.“