Zweibrücken
Wieder mehr Zeit fürs Mittelfeld
Gekickt hat André Hampel also noch nie für Battweiler, auf dem dortigen Sportplatz war er dennoch häufig anzutreffen: einfach Spiele anschauen. Beim SV Herschberg spielte der heute 26-Jährige bereits Verbandsliga, war auch in der Führungsriege des Klubs und verabschiedete sich nach vielen Jahren doch von seiner sportlichen Heimat. „Es war ein schwieriger Abschied. Gerade zum harten Kern der Mannschaft hatte ich über Jahre einen guten Kontakt. Da sind schon ein paar Tränen beim Abschied geflossen“, erklärt Hampel, der bei den Herschbergern, mittlerweile ebenfalls in der Bezirksliga und somit Konkurrent Battweilers, bereits als Co-Trainer für die neue Runde eingeplant war.
Wie auch Daniel Lenhard, in der Saison 2017/18 Trainer in Battweiler, danach ein Jahr in Herschberg, nahm er allerdings den Weg von der Sickinger Höhe zum SVB. „Daniel ist schon vor mir gewechselt. Es war sicherlich ein Plus, dass ich wusste, er ist in Battweiler. Aber es war nicht der ausschlaggebende Punkt“, erzählt Hampel, der als Außendienstmitarbeiter bei einer Schornsteinbau-Firma in Thaleischweiler-Fröschen arbeitet.
Von der Pike auf gelernt
Beruf und Fußball in Einklang zu bringen, war für Hampel, der in Schmitshausen wohnt, nicht immer einfach. Früher hieß es nach dem Spiel auch mal: so schnell wie möglich in die Kabine, duschen, umziehen, ab ins bereits wartende Auto und zur Arbeit. Oder gar nicht erst spielen. Denn bis zum Jahr 2018 arbeitete Hampel in der Gastronomie. Lange in der Kneispermühle bei Maßweiler, später wechselte er nach Frankfurt am Main und startete eine Weiterbildung. Für eine Saison hatte er gar ein Zweitspielrecht für die hessischen Turn- und Sportgemeinschaft Frankfurt-Niederrad. „Es hat dann mit der Gastronomie nicht mehr so gepasst“, erklärt der SVB-Akteur seinen Kurswechsel in eine neue berufliche Welt. „Ich habe es von der Pike auf gelernt“, erklärt Hampel seine ersten Gehversuche im Vertrieb von Kamin und Pellet-Öfen.
Der Berufswechsel macht es nun sportlich für ihn einfacher. Denn Arbeiten am Wochenende ist nur selten angesagt. „Es ist einfach nicht mehr so hektisch wie früher. Ich habe geregelte Arbeitszeiten und habe sonntags frei. Da bin ich vom Kopf auch freier und muss nicht schauen, wie ich das mit der Arbeit regele.“ Der Grund für den Wechsel zum SV Battweiler lag vor allem an der Kameradschaft beim neuen Klub. „Ich habe mich in Battweiler immer wohl gefühlt. Das ist mir wichtiger, als Verbandsliga zu spielen“, sagt Hampel.
Neben dem beruflichen Wechsel ist Hampel inzwischen auch bei einigen Politik-Veranstaltungen zu sehen. Das liegt jedoch nicht an seiner Person, sondern an seiner Partnerin Rebecca Wendel, die für die SPD als Landtagskandidatin nominiert wurde. „Sie ist unheimlich engagiert. Ich will sie unterstützen, so gut ich kann“, sagt Hampel, der seine Freundin gerne zu ihren Veranstaltungen begleitet, selbst aber kein Engagement in der Politik anstrebt.
SGR-Zweite ernst nehmen
Der nächste SVB-Gegner, die SG Rieschweiler II, ist für Hampel trotz 0:5-Niederlage zum Auftakt gegen die TSG Trippstadt kein Fallobst. „Es gibt kein einfaches Spiel in der Süd-Gruppe. Wir müssen hochkonzentriert sein, genau wie gegen die Top-Teams“, mahnt der SVB-Neuzugang. Bei der SGR-Zweiten kennt er einige starke Akteure und den brandgefährlichen Spielertrainer Daniel Preuß. Dass er beim 5:0 am ersten Spieltag gegen Mitaufsteiger FK Clausen bereits sein erstes Tor für den neuen Klub erzielte, freute André Hampel riesig. Er nimmt also eine Menge Motivation mit ins Derby (Sonntag, 15 Uhr) bei Rieschweilers Zweiter.