Zweibrücken Wie in Zweibrücken auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam gemacht wird
Zwei orangefarbene Bänke mit einer Losung und einem QR-Code stehen seit Donnerstag am Bolzplatz oberhalb der Zweibrücker Ehrlichstraße. „Kein Platz für Gewalt gegen Frauen und Mädchen“ steht auf den beiden Bänken, von denen zwei weitere im Stadtbild zu finden sind: je eine auf dem Spielplatz in der Bauwerkerstraße und bei der Lern- und Spielstube in der Schwalbenstraße 47 in Ixheim.
Der QR-Code kann mit dem Smartphone gescannt werden. Er leitet direkt zum bundesweiten Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“, das auch unter der Telefonnummer 116 016 erreichbar ist, sowie auf die Internetseite des Frauennotrufs Zweibrücken. In Bedrängnis geratene Frauen und Mädchen habe so direkt einen Ansprechpartner und können Hilfe rufen. Die vier Bänke sind Teil des sogenannten Orange Days, der bereits 1991 ins Leben gerufenen UN-Kampagne „Orange the World“. Sie soll auf geschlechtsspezifische Gewalt aufmerksam machen. Ziel ist die Beendigung von Gewalt gegen Frauen.
Die „Orange Days“ in Zweibrücken
Die beiden orangefarbenen Bänke am Bolzplatz Ehrlichstraße sind aufgrund ihrer Signalfarbe weithin sichtbar. Zugänglich sind sie ausschließlich aus Richtung Ehrlichstraße, das Zugangstor am Feldweg, der von der Steinhauser Straße in Richtung Funkturm und Wasserturm führt, ist zugesperrt. Aus dieser Richtung sind weder das Motto noch die beiden QR-Codes sichtbar oder erreichbar.
Die beiden Bänke sind Teil der Aktionen, die in Zweibrücken zwischen 25. November, dem Internationalen Tag zur Beendigung der Gewalt gegen Frauen, und 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte, stattfinden. Organisiert von der Stadt zusammen mit dem Frauennotruf Zweibrücken werden Informationsveranstaltungen durchgeführt, eine Plakataktion gestartet und Gebäude orange illuminiert: Die „Orange Days“ sollen Bewusstsein für geschlechtsspezifische Gewalt schaffen, die Aktionen sich sowohl Zeichen der Solidarität als auch des Protests.
Sitzgelegenheit und Anregung zum Nachdenken
Die auffälligen Bänke sollen nicht nur als Sitzgelegenheit dienen, sondern vor allem zum Nachdenken anregen. Die Bänke bleiben auch nach Ende der Kampagne stehen, um langfristig Aufmerksamkeit zu generieren und Hilfe anzubieten. Die Farbe Orange soll eine Zukunft ohne Gewalt gegen Frauen symbolisieren. Das Projekt wurde vorgestellt vom Geschäftsführer der Gewobau Zweibrücken, Jörg Eschmann, der Beigeordneten Christina Rauch, der Leiterin der Fachberatungsstelle Frauennotruf Zweibrücken, Birgit Kerner, sowie von Gregor Grzesiak vom Zweibrücker Sozialamt.
Die Mitglieder des kommunalen Präventionsrates stellten ihre für zwei Jahre ausgelegte Plakatkampagne „Gewalt gegen Frauen – Wo bekomme ich Hilfe?“ vor: Sie soll auf Hilfsangebote für von Gewalt betroffene Frauen und Mädchen aufmerksam machen. Ein Schwerpunkt der Aktion liegt auf der Bewerbung des bundesweiten Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“, das rund um die Uhr kostenlose und anonyme Beratung anbietet – auch in 18 Fremdsprachen. Die Plakate werden an verschiedenen Orten im Zweibrücker Stadtgebiet aufgehängt, etwa in öffentlichen Einrichtungen, dem Krankenhaus und Geschäften sowie Wohnhäusern.