Zweibrücken
Wie die Zweibrücker am liebsten ihr Eis essen
Wenn ein Eis – dann aber bitte in der Eisdiele, meint Adriana Storero. Dabei steuert sie meist „Cantonati“ oder „La Perla“ an. „Man muss die lokalen Geschäfte unterstützen“, findet sie. Deshalb gibt sie für ein Eis gerne Geld aus. Dennoch sei natürlich auch die Kugel Eis, wie fast alles, im Vergleich zu ihrer Kindheit, „wo ein Bällchen 30 Cent gekostet hat“, viel teurer geworden. Welche Eissorte liebt sie? „Pistazie, ich bin Italienerin.“ Das Mozart-Eis mit ganzen Pistazien, das es in der Eisdiele Cantonati gibt, ist ihr Favorit. Auch bei heißen Temperaturen hat sie keinen Eis-Vorrat in ihrer Kühltruhe, sondern geht einfach in die Eisdiele. Da sie in Zweibrücken-Ernstweiler wohnt, hat sie es auch nicht weit bis in die Stadt.
Judith Schaumburger isst am liebsten Milcheis. Wo, das ist ihr egal. Aber: „Wenn ich frei hab, wie zum Beispiel heute, das kommt nicht so oft vor, dann mit Freunden. Das ist dann immer in Gesellschaft, und dann guck ich auch nicht auf den Preis – so oft mache ich es auch nicht. Dann hocken wir uns hin, bestellen einen Becher, und dann wird schön ein bisschen erzählt“, sagt die Zweibrückerin. „Wenn ich in die Eisdiele gehe, will ich auch was davon haben.“ Trotzdem findet sie, dass die Preise bei den Eisdielen teuer geworden sind. „Aber die ganzen Rohstoffe, Miete, Personal, das ist auch alles teurer geworden, die Leute wollen halt auch ihr Geld verdienen.“ Ihre Lieblingseissorten sind Vanille und Pistazie. Zu ihren Kindheitserinnerungen gehört, dass das Eismännchen im Sommer noch fast jeden Tag kam. „Als Kind ist der die Straße langgefahren, hat geklingelt, und alles ist gerannt gekommen und hat Eis geholt. Das ist schade, dass es sowas nicht mehr gibt.“ Als sie in Niederauerbach wohnte, habe der Eismann „immer an der Kaserne gehalten, am Tor, wo auch die Soldaten gekommen sind. Dann ist die ganze Straße Kinder da hochgerannt“.
Bettina Staß isst ihr Eis lieber daheim – weil ihr die Eisdiele „viel zu teuer ist“. Wo wäre ihre Schmerzgrenze? „Für das, was sie da anbieten, würde ich sagen, ist ein Euro mehr als genug – die Qualität ist nicht hervorragend“, meint die Zweibrückerin. „Wenn’s richtig toll schmeckt, bin ich auch bereit, mehr auszugeben. Aber das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt nicht.“ In ihrer Kühltruhe findet sich meistens Walnuss-Eis, das isst sie am liebsten – lieber noch in den kalten Monaten als im Sommer. „Im Sommer hab ich gar nicht so viel Appetit.“ In ihrer Kindheit, meint sie sich zu erinnern, hat das Eis 30 Pfennig gekostet. Auch sie erinnert sich ans Eismännchen. Das schürte auch die sozialen Kontakte, denn „da sind alle hin“. Aber auch am Kiosk hat sie sich damals Eis geholt.
Seit Sohn Liam da ist, geht Andy Schwarze am liebsten in die Eisdiele – meist für ein Eis „to go“. Der Sohnemann isst am liebsten Blaubeere, sagt er. „Bei mir ist es Schokolade“, ergänzt der Papa. Auch das Gefrierfach ist im Sommer gut mit Eis gefüttert – mit Flutschfinger und Fruchteis am Stil. Da freut sich Sohn Liam. Ganz anders beim Papa: „Ich esse eigentlich nur Eis, wenn wir mal in die Eisdiele gehen. Ich bin allgemein eher der Deftige“, meint der Contwiger. Wie findet er die Preise im Eiscafé? „Da achte ich eigentlich gar nicht drauf – wenn der Kleine ein Bällchen Eis will, dann kriegt er das.“ Auch in seiner Kindheit – er ist bei Waldfischbach aufgewachsen – gab es das Eisauto. „Ich glaube, abends um sieben hat die Glocke gebimmelt, da sind alle Kinder auf die Straße gestürmt. Wenn wir Glück hatten, war das Eisauto noch da – wenn man zu langsam war: Pech gehabt.“
Ursula Stiwitz isst am liebsten ihr Eis in der Stadt. Sie liebt Affogato, ein italienisches Dessert, bei dem man eine Kugel Vanilleeis mit Espresso übergießt. „Im La Perla kriegt man ein kleines Kännchen und eine Kugel Eis nebendran. Daheim mach ich es dann noch mit ein bisschen Baileys dabei.“ Auch wenn alles aufgeschlagen hat: „Das ist es mir wert, wenn ich in die Stadt gehe, dass ich mich belohne mit einem Affogato.“ Maximal zweimal die Woche geht sie ins Eiscafé. Ein Eisbecher kommt bei ihr selten auf den Tisch, „da denk ich an die Kalorien“. Daheim hat die Zweibrückerin Vanilleeis – das kann sie nach Lust und Laune mit Kirschen ergänzen, oder einen Eiskaffee draus zaubern.
Lieber daheim oder im Eiscafé? „Das kommt immer auf die Situation an“, meint Helmut Klein aus Dietrichingen. Aber: „Eis esse ich gern“ – am liebsten Vanille. „Das hab ich immer daheim.“ Auch, weil er es mit Obst, Eierlikör oder Schokostreuseln kombinieren kann. Da er in der Eisdiele keine großen Portionen isst, kommt auch preislich nicht allzu viel für ihn zusammen, sagt er. Wenn eine Kugel aber zum Beispiel 2,20 Euro kosten würde, „da würde ich schon überlegen“. Vor etwa 20 Jahren sei das Eismännchen noch gekommen. „Da war auch noch nicht in jedem Haushalt eine Kühltruhe, und du hast das Eis nicht so daheimgehabt wie in der heutigen Zeit.“