Pferdesport RHEINPFALZ Plus Artikel Wie der Pferdedoktor das Wohl der Vierbeiner sichert

Flott um die Kurve: Alisha Ritz vom Pferdecentrum Miesau auf Knight Rider.
Flott um die Kurve: Alisha Ritz vom Pferdecentrum Miesau auf Knight Rider.

Das letzte Springturnier des Clubs Saar-Pfälzischer Springreiter in diesem Jahr zog am Wochenende 250 Starter und Starterinnen ins Zweibrücker Landgestüt.

Das Hallenturnier trotzte dem trüben Regenwetter. Die Veranstalter waren zufrieden und wollen ihr Engagement im Landgestüt im kommenden Jahr ausbauen. Neben idealen reiterlichen Voraussetzungen spielt auch das gute Rundum-Paket beim Turnier eine wichtige Rolle. Dazu gehört unter anderem die tierärztliche Betreuung. Am Sonntag war Pferde-Tierarzt Oliver Genot aus Mörsbach in der Verantwortung, die mehr umfasst, als man so denkt.

Insgesamt elf Springprüfungen, von der Amateur-Stilspringprüfung der Klasse A* über die Springprüfungen Klasse A** über L bis zu M* gingen an Samstag und Sonntag über die Bühne. Mit der Nennungszahl waren die Veranstalter zufrieden, schließlich war es ja der Saisonausklang. Der Club hat in diesem Jahr sieben Turniere veranstaltet, davon vier im Zweibrücker Landgestüt. „Und nächstes Jahr würden wir gerne noch öfter kommen, wenn wir es hinkriegen“, kündigte Clubchef Steffen Hauter an.

Zwei Tierärzte in Bereitschaft

Etliche Helfer mussten an beiden Tagen anpacken, in der Halle selbst halfen neben Vereinsmitgliedern auch Clubchef Hauter selbst dem Parcours-Chef Frank Andreas beim Umbauen der Hindernisse zwischen den Durchgängen. Auf dem Platz mit der besten Sicht, ganz oben auf der Tribüne, saßen zwei Helfer des Deutschen Roten Kreuzes, um direkt bereitzustehen, falls etwas passiert. Aber auch die beiden Tierärzte Wolfgang Schmidt und Oliver Genot sorgten am Wochenende für die Gesundheit, nämlich die der Tiere.

„Ich mache regelmäßig Turnierdienst“, sagt Genot, Tierarzt mit eigener Praxis in Mörsbach, die sich ausschließlich auf Pferde konzentriert. Dabei buchen ihn nicht nur Veranstalter in und direkt um Zweibrücken. Bis nach Luxemburg und Frankreich reicht das große Einzugsgebiet des Tierarztes, der selbst nicht reitet. Er ist zuständig für „die ganzen kleineren Verletzungen“, die bei einem Springturnier passieren, sagt er.

Davon gebe es bei solchen Turnieren wie in Zweibrücken meist wenig. „Wir sind dafür da, wenn der Worst Case entsteht, also fatale Unfälle, die sehr, sehr selten passieren“, erklärt er. Oder auch bei Unfällen, bei denen es um Leben und Tod geht. Die passierten auf der Rennbahn öfter als bei Spring- und Dressurturnieren, aber seien auch dort eher selten. „So selten, dass ich mich gar nicht mehr daran erinnere“, sagt er – obwohl er seit 20 Jahren viele Wochenenden im Jahr auf Pferdesportveranstaltungen sei.

Weitreichende Aufgaben

Seine Aufgaben reichen aber noch viel weiter. „Pässe kontrollieren und Dopingproben nehmen“, zählt er auf. Auch hier gebe es auf dem Niveau der Zweibrücker Turniere kaum Auffälligkeiten. Und wenn mal ein Dopingverstoß passiert, dann meist unabsichtlich, weil beispielsweise Karenzzeiten nicht eingehalten wurden nach einer Medikamentengabe.

In zwei Jahrzehnten Arbeit am und mit Pferd hat der Pferdedoktor beobachtet, dass die Akzeptanz für Pferdesport in der breiten Bevölkerung nachlasse. Tierschutz spiele eine immer größere Rolle, heute werde viel genauer hingeschaut als früher. „Das ist ein ganz heikles Thema, alle Disziplinen und Verbände versuchen, dem gerecht zu werden“, erklärt er zu der veränderten Wahrnehmung.

Oliver Genot
Oliver Genot
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