Der Sepp vom Hallplatz Wie aus vielen Bauvorhaben doch noch etwas Gutes geworden ist

Die Weiße Kaserne. Ob’s damit noch was wird?
Die Weiße Kaserne. Ob’s damit noch was wird?

„Kannsche dich noch ans Casino vun de Franzose gejenimmer em Hofenfels-Gymnasium erinnere? Unn wass dann draus wor is?“ Es ist keine seltene Frage, die der vertraute Kumpel da stellt. Aber stets kommt dabei der Hinweis auf den früheren Oberbürgermeister Werner von Blon dazu, der hinterher beim Thema Casino gesagt hat: „So wass derf uns nimmi basiere!“ Nach dem Abzug der französischen Garnison war das Bauwerk frei geworden und wurde als repräsentatives Veranstaltungsgebäude genutzt: mal für einen besonderen Fasnachtsball, mal für eine eindrucksvolle Weihnachtsfeier der Polizeidirektion (fast vergessen, Erich Agne war damals Chef). Ja, es war schon etwas Besonderes. Lange, viel zu lange, wurde hin und her „gedokderd“, was man machen könne mit dem schön gelegenen Bau. Kurz: Am Ende bleib die Lösung aus, es gab eine Ruine und dann den Abriss. Unbefestigte Parkfläche …

Immer, wenn sich in der Stadt ein Bauprojekt länger hinzieht oder auf dieses oder jenes Gutachten gewartet wird, kommt der Freund mit seiner Warnung. Zum Glück hat er nicht jedes Mal recht: Auch beim Umbau des früheren Waisenhauses, des heutigen Hilgard-Hauses, hatte er ans Casino erinnert. Aber heute freut er sich über eine moderne und viel genutzte Gewerbeimmobilie.

Warten auf den großen Wurf

Er hatte schon beim Umbau der ehemaligen Hauptpost gewarnt und beim alten Finanzamt am Himmelsberg wieder. Heute lobt er, was aus diesen beiden Vorhaben geworden ist. Bei den aktuellen Bauarbeiten an der Villa Schwinn wird es am Ende vermutlich ebenso sein.

Dass das ehemalige Kasernengelände an der 22er-Straße sich für seine traditionellen Warnungen anbietet, liegt auf der Hand: Zu lange schon tut sich hier an den Gebäuden nichts. Bei der Weißen Kaserne, wartet man auf den großen Wurf!

Natürlich ist nicht zu erwarten, dass alle Pläne gleich umgesetzt werden können. Da gibt es auch Widerstände, die besprochen und entschieden werden müssen. Wie nun bei dem Innenstadt-Projekt auf dem ehemaligen Gelände der Parkbrauerei. „Ein solches Projekt und keine Krise, das können Sie doch nicht erwarten“, sagte damals ein auswärtiger „Macher“ zu einem einheimischen Bedenkenträger, als es beim doch so neuartigen Outlet-Bauvorhaben auf dem Flugplatz zu einem Stocken kam und der Zeitplan stolperte. Auch damals war von vielen Seiten gewarnt worden: „Dess gebbd nixx!“ Zum Glück war es nicht so. Und dabei wurde sogar bewiesen, dass es einen schnellen Straßenbau geben kann: Die den Investoren vertraglich zugesicherte Straßenanbindung zur Grenze nach Frankreich wurde innerhalb des geplanten Zeitpuffers fertiggestellt. Und heute ist man froh, für das Gewerbegebiet am Steitzhof eine gute Anbindung zu haben. Für Arbeitskräfte aus dem Nachbarland und für Outlet-Kunden, wie gewünscht.

Weil sich alles rechnen muss

Natürlich fehlt der „Casino“-Hinweis augenblicklich nicht bei der künftigen Nutzung des früheren Evangelischen Krankenhauses: Nicht wenige bedauern, dass die Klinik überhaupt geschlossen wurde, und verstehen bis heute nicht, dass das geschehen konnte. „Vun owwe entscheid!“, lautet dann die Begründung für das Unverständnis. Und die Nutzung in der Zwischenzeit und dem unsicheren Käufer hat doch gezeigt, dass man das Gebäude doch „irgendwie“ mit Erfolg betreiben könnte. Wie es bei anderen Objekten inzwischen ja auch schon bestätigt wurde. Dass es zudem engagierte Einheimische gibt, die die eindrucksvolle Himmelsbergkapelle als ganz besonderen Veranstaltungsraum dabei erhalten möchten, verdient auch Aufmerksamkeit und Unterstützung. Das kam erst auf, als man nach neuen Nutzungsmöglichkeiten suchte. Alles muss sich natürlich rechnen, das sorgt immer für Zündstoff.

x