Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Wichtige Straße soll eine Spur verlieren und Radwege bekommen

Seit dreieinhalb Jahren gibt es am Netto-Markt eine provisorische Überquerungshilfe.
Seit dreieinhalb Jahren gibt es am Netto-Markt eine provisorische Überquerungshilfe.

Tempo 70 in der Stadt? Das ging früher auf der Straße hoch zum Flugplatz. Jetzt soll sie eine der drei Spuren verlieren. Für Fußgänger und Radfahrer soll sie sicherer werden.

Die Steinhauser Straße, die oberhalb des Zweibrücker Gefängnisses hoch Richtung Flugplatz führt, soll sich in den kommenden Jahren verändern. Stellenweise ist sie dreispurig, künftig soll sie nur noch zweispurig sein. Außerdem soll sie auf beiden Seiten einen Radweg bekommen. Das hatte Zweibrückens Oberbürgermeister Marold Wosnitza Mitte Juli in seiner Rede beim Sommerempfang der Stadt angekündigt. Im Gespräch mit der RHEINPFALZ sagte er auf Nachfrage, dass der Landesbetrieb Mobilität (LBM) die Straße sanieren möchte. Geld sei im Haushalt 2023/24 vorgesehen.

Wichtige Nord-Süd-Achse

Die Steinhauser Straße ist eine der wichtigsten Verbindungen von und nach Zweibrücken. Sie bildet mit anderen Straßen die Nord-Süd-Achse der Stadt. Wer aus Richtung Mörsbach kommt, erreicht sie entweder über den Niederauerbacher Kreisel und die Landauer Straße (die derzeit aber gesperrt ist) oder über die Hochschule, die Kreuzung am Hilgardcenter (wo derzeit die Ampel defekt ist) und die Saarlandstraße vorbei an Festhalle und Rennwiese. Von der Kreuzung unterhalb des Gefängnisses geht es hoch zur Brücke über den Bahneinschnitt, wo die Steinhauser Straße beginnt. Oberhalb des früheren Evangelischen Krankenhauses wird sie bergauf bis zur Abzweigung Richtung Fasanerie zweispurig.

Das Provisorium soll einer permanenten Lösung weichen.
Das Provisorium soll einer permanenten Lösung weichen.

Früher gab es in der Steinhauser Straße sogar die Besonderheit, dass man innerorts schneller als die üblichen 50 Kilometer pro Stunde fahren durfte – bis 1991 sogar 70 Stundenkilometer. Das wurde zwischenzeitlich zurückgenommen, doch 2001 setzte die Stadt, damals unter Oberbürgermeister Jürgen Lambert, die Höchstgeschwindigkeit auf Tempo 60 fest. Dagegen gab es Proteste. Die Gegner sammelten 200 Unterschriften. Zunächst ohne Erfolg, später mit dem Kompromiss, dass Tempo 60 nur noch bergauf und erst hinter der Einmündung zur Röntgenstraße gilt. In einer Stadtratssitzung brachte SPD-Mitglied Berni Düker damals ein Beispiel, wie das auf Fremde wirken müsse: „Langsam in die Stadt rein fahren und schnell wieder raus!” Die Regelung hielt sich vier Jahre. Seit Sommer 2005 gilt wieder durchgängig Tempo 50.

Zwischendurch musste man sogar noch langsamer fahren: Als die Querungshilfe in Höhe des Netto-Marktes gebaut wurde, galt dort Tempo 30. Diese Überquerungshilfe wurde Ende 2018 gebaut, und seitdem findet sich dort das Provisorium aus gelben Markierungen, Kunststoff, Stein und Schildern. Die Überquerungshilfe wurde gebaut, damit die Bewohner der Wohnblocks westlich der vielbefahrenen Straße leichter zum neuen Supermarkt gelangen. Zwar gibt es mehrere Unterführungen, aber dafür muss man Treppen laufen, und sie sind dunkel und nicht so gut einsehbar. Für ältere Menschen waren sie deshalb genauso wenig eine Option wie die dreispurige Straße zu überqueren.

Früher durfte man auf der Steinhauser Straße sogar Tempo 70 fahren.
Früher durfte man auf der Steinhauser Straße sogar Tempo 70 fahren.

Seit dreieinhalb Jahren ein Provisorium

Diese Behelfslösung, an der der Verkehr auch bergauf nur einspurig vorbeigeführt wird, soll auf jeden Fall verschwinden, wenn die Straße saniert wird, kündigt OB Wosnitza an. Sie soll ersetzt werden durch eine permanente Überquerungshilfe. Neben den Fußgängern sollen auch die Radfahrer von der Erneuerung der Straße profitieren. Sowohl bergauf als auch bergab soll sie einen Radweg bekommen. In seiner Rede beim Sommerempfang hatte Wosnitza gesagt: „Die Überlegungen gehen dahin, einen Fahrradweg in beide Fahrtrichtungen zu etablieren – eine Idee, die unter anderem auch der Radverkehrsbeauftragte Klaus Fuhrmann am Anfang seiner Amtszeit angesprochen hatte und die jetzt von LBM, UBZ und Bauamt ausgearbeitet wird.“

Der OB sieht hier auch die Chance, eine direkte Verbindung von der Stadt über das Gewerbegebiet am Funkturm und den Flugplatz bis nach Hornbach zu schaffen. Von dort gelangt man auf dem Radweg auf der ehemaligen Bahnlinie über Althornbach und Rimschweiler zurück in die Stadt. Bevor es so weit ist, stehen aber noch einige Sitzungen an. Wosnitza hatte im Juli angekündigt: „Wenn die Pläne vorliegen, auf die ich sehr gespannt bin, werden sie den Gremien zur Diskussion vorgelegt.“

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