Zweibrücken Weibliche Doppelspitze

Seit Donnerstagabend regiert in Mörsbach eine weiblich-grüne Doppelspitze: In der zweiten Sitzung des Ortsbeirats wurde die 37-jährige Ärztin Julia Igel von den Grünen zur stellvertretenden Ortsvorsteherin ernannt. Sie vertritt künftig Susanne Murer (50), die in einer Stichwahl am 8. Juni zur ersten grünen Ortsvorsteherin eines Zweibrücker Stadtteils gewählt wurde.

Mit einer kleinen Zeremonie vereidigte zunächst Bürgermeister Rolf Franzen (CDU) die stellvertretende Ortsvorsitzende auf das Grundgesetz und ernannte sie zur „Ehrenbeamtin auf Zeit“. Gleichzeitig verpflichtete er die Ortsbeiräte Kurt Blinn (SPD) und Hartmut Glahn (FDP), die an der ersten Sitzung des neu gewählten Gremiums nicht teilnehmen konnten. Julia Igel ist neu in der Kommunalpolitik; die Mutter von zwei Kindern war vorher stellvertretende Vorsitzende der Bürgerinitiative Mörsbach. Bei der Kommunalwahl am 25. Mai hatten die Grünen mit 48,4 Prozent ein sensationelles Wahlergebnis erzielt und stellen jetzt fünf der insgesamt 11 Mörsbacher Ortsbeiräte. Die SPD muss sich unter der Führung ihres Spitzenkandidaten Kurt Blinn mit drei Mandaten zufrieden geben, auf die CDU fallen zwei Sitze, und die FDP errang ein Mandat. Das Wahlergebnis gilt vor allem als eine Folge der Auseinandersetzungen um die Mörsbacher Mülldeponie, deren geplanter Ausbau in der Gemeinde heftig umstritten ist. In seiner zweiten Sitzung diskutierte der neue Ortsbeirat lebhaft über Anregungen und Wünsche für den Doppelhaushalt der Stadt Zweibrücken in den Jahren 2015 und 2016. Heraus kam ein Wunschkatalog von Maßnahmen, der vom Umbau des Dorfgemeinschaftshauses mit einer neuen Fahrzeughalle für die Feuerwehr, dem dringend notwendigen Bau eines DSL-Netzes, der Sanierung von Ortsstraßen bis zum Bau eines Radwegs von Mörsbach in Richtung Zweibrücker Fachhochschule reichte. Das Thema Mülldeponie spielte in der Sitzung des Ortsbeirats keine Rolle, dafür zeichneten sich erste Konfliktlinien in Sachen Verkehrspolitik ab: Während Julia Igel lebhaft für „verkehrsberuhigende Maßnahmen“ in der Mörsbacher Höhenstraße plädierte, wollten andere Ratsmitglieder davon nicht viel wissen. Sie beklagen zwar auch die hohe Belastung des Dorfs durch die Landesstraße, lehnen aber Fahrbahn-Verengungen und den Bau von Kreiseln ab. Stattdessen schlagen sie vor, dass auf der Höhenstraße regelmäßig geblitzt wird, um die Gefährdung von Fußgängern und Anwohnern zu vermindern. (mibo/ Archivfoto: Steinmetz)

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