Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Wegen Outlet-Erweiterung: Kleiner Wald abgeholzt

Zwei Wochen lang wurde die Fläche zwischen Outlet und 1&1 (hinten rechts) gerodet.
Zwei Wochen lang wurde die Fläche zwischen Outlet und 1&1 (hinten rechts) gerodet.

Das Zweibrücker Fashion Outlet will wachsen. Es gibt zwar noch keine Baugenehmigung, aber die Vorarbeiten haben begonnen. Der kleine Wald Richtung Südwesten ist verschwunden.

Das Outlet will anbauen. Zwischen den Läden im Südwesten, der Eishalle und dem Multimedia Internet Park, wo die Firma 1&1 ihren Sitz hat, sollen bis zu 50 neue Läden und 1000 weitere Parkplätze entstehen. Eröffnung soll Ende 2026 sein. Die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD) in Neustadt hat grundsätzlich grünes Licht gegeben. Dagegen wollen nun aber die saarländischen Städte Saarbrücken, Homburg und Neunkirchen juristisch vorgehen. Eine Baugenehmigung hat das Outlet noch nicht.

Fläche von etwa fünf Fußballfeldern gerodet

Das Gelände wird dennoch schon baureif gemacht. Im Januar hat die Firma Weis aus Oberarnbach zwei Wochen lang eine Fläche von etwa fünf Fußballfeldern gerodet. Laut Center Director Uli Nölkensmeier wurden etwa 30.000 Quadratmeter Bewuchs entfernt, davon 1500 Quadratmeter, die als Wald klassifiziert waren. Thorsten Höh, Pressesprecher des Landkreises Südwestpfalz, spricht sogar von 35.000 Quadratmetern und 3000 Quadratmetern Wald – „etwas weniger als die Hälfte eines Fußballfeldes“.

Das Outlet (hinten links) will im Südwesten anbauen.
Das Outlet (hinten links) will im Südwesten anbauen.

Einen direkten Zusammenhang zwischen der Rodung und der geplanten Erweiterung will Centerchef Nölkensmeier noch nicht herstellen: „Es geht um die grundsätzliche Baureifmachung des Geländes, unabhängig von der späteren Nutzung“, schreibt er auf Anfrage der RHEINPFALZ. Dafür seien weitere Untersuchungen notwendig. Zum Beispiel müsse geschaut werden, ob im Untergrund noch Bomben oder Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg oder Reste des Westwalls liegen. „Um diese Untersuchungen durchführen zu können, ist die Rodung zwingend notwendig“, erklärt Nölkensmeier.

Arbeiten sind nur über Winter erlaubt

Dass die Arbeiten über Winter erledigt wurden, liegt am Naturschutzgesetz: Sie sind nur zwischen 30. September und 1. März erlaubt, bevor Vögel das Unterholz nutzen, um Nester zu bauen, um dort ihre Jungen aufzuziehen. Die nächste Möglichkeit wäre also erst wieder im Herbst gewesen.

Die Arbeiten mussten erledigt sein, bevor die Vögel beginnen zu brüten.
Die Arbeiten mussten erledigt sein, bevor die Vögel beginnen zu brüten.

Für die Arbeiten benötigte das Outlet eine Genehmigung vom Forstamt Westrich. Die wurde laut Kreissprecher Höh im September 2023 erteilt. Eine Voraussetzung: Für den Wald, der gerodet wurde, müssen bis 2026 an anderer Stelle neue Bäume gepflanzt werden. Laut Kreisverwaltung geschieht das am südlichen Stadtrand von Zweibrücken. Das Grundstück, das dem Entwicklungsgebiet Flugplatz (ZEF) gehört, liegt etwas entfernt vom Flugplatz, zwischen Pasteurstraße und Fliederweg, nordwestlich vom Gewerbegebiet Am Funkturm. Auf der dortigen Wiese werden 3000 Quadratmeter Laubmischwald gepflanzt. Die Kosten trägt das Outlet.

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