Zweibrücken
Was war Ihr schönstes Weihnachtsgeschenk?
Barbara Weese aus Stambach muss erst einmal nachdenken. „Mein lieber Himmel, Sie fragen mich Sachen. Worüber ich mich sehr gefreut habe, war ein goldenes Halskettchen mit passendem Armband, das ich von meinem Mann bekommen habe“, sagt sie. Das war vor 25 Jahren. „Normalerweise hätte ich es auch an, aber jetzt trage ich das Asche-Amulett aus der Asche meines verstorbenen Mannes“, sagt sie und zeigt auf ihre Kette mit silbernem Anhänger. Sie ist auf dem Weg zum Juwelier und lässt sich dort passende Ohrringe dazu anfertigen. „Das gibt mein Weihnachtsgeschenk, das ich mir selbst schenke“, erzählt sie. „Ich schenke gerne und reichlich. Ich gebe gerne und behalte das ganze Jahr über im Auge, was sich andere wünschen“, erklärt sie. Dabei lege sie Wert auf Einkauf in der Stadt.
Anke Fuhrmann aus Rimschweiler erinnert sich genau an ihr schönstes Geschenk. „Das war eine Puppe, die ich als Kind von meinen Eltern bekommen habe. Die konnte weinen und ,Mama’ sagen. Das ist rund 50 Jahre her“, erzählt sie. Leider existiere die Puppe nicht mehr. Für die junge Anke war das ein besonderes Geschenk, weil die Eltern nie viel Geld hatten und die Puppe teuer war – und Anke Fuhrmann nach eigener Aussage nie erwartet hätte, dass ihr lange gehegter Wunsch in Erfüllung gehen könnte. „Das war eine echte Überraschung“, erinnert sie sich. Die schönsten Geschenke, die sie selbst verschenkt hat, seien nicht unbedingt große Dinge, sondern vielmehr kleine Gesten – und das nicht nur zu Weihnachten.
Pervin Taze bekam als Kind keine Weihnachtsgeschenke. Die Zweibrückerin wuchs zwar in Deutschland auf, allerdings in einer muslimischen Familie, in der Weihnachten nicht gefeiert wurde. Als Erwachsene war ihr schönstes Weihnachtsgeschenk „ein schöner Mantel, den mir mein Mann vor zwei Jahren geschenkt hat“. Den zieht sie auch heute noch regelmäßig an. Sie selbst schenkt auch gerne. Freunde und Verwandte bekommen in diesem Jahr selbstgemachtes Granola zu Weihnachten von ihr. „Selbstgemacht, mit gesunden Zutaten wie Nüssen und Haferflocken. Denn wir wollen uns nichts kaufen und verzichten auf große Geschenke“, sagt sie. Weihnachten feiert sie erst, seit „ich verheiratet bin mit einem Christen“, verrät sie. Und das ist seit neun Jahren der Fall.
Ingrid Herbold kann auf die Frage kein schönstes Weihnachtsgeschenk nennen. „Bei uns wurde Weihnachten nie großartig gefeiert. Und wenn, dann mit Streit. Es war nicht lustig und ist es immer noch nicht“, erklärt sie, warum Weihnachten eigentlich gar nicht ihr Ding ist. Sie selbst verschenkt das ganze Jahr über kleine Aufmerksamkeiten an ihre Freunde. „Weihnachtsgeschenke kann ich mir ehrlich gesagt gar nicht leisten, und deshalb möchte ich auch nichts geschenkt bekommen. Es sollte ja ein Geben und Nehmen sein“, findet sie.
Fynn Niergard aus Contwig weiß genau, was er sich gewünscht und schließlich auch bekommen hat. Denn sein schönstes Weihnachtsgeschenk war die Spielkonsole Nintendo Switch, die für ihn vor zwei Jahren unter dem Weihnachtsbaum lag. „Die habe ich mir seit meinem sechsten Geburtstag gewünscht und dann bekommen, als ich sieben war“, erinnert sich der mittlerweile Zehnjährige. Noch heute spielt er gerne damit. Für Weihnachten hat er ein Geschenk für seine Mama vorbereitet. Das Schönste, was er ihr einmal geschenkt hat, war eine Tasse mit der Aufschrift „Beste Mama der Welt“.
Martin Morche aus Zweibrücken ist als Weihnachtsmann verkleidet in der Fußgängerzone unterwegs. Im Auftrag des Gemeinsamhandels verteilt er kleine Geschenke, vor allem an Kinder. Er selbst findet, das schönste Weihnachtsgeschenk, das er bekommen hat, war ein Ring von seiner Frau. Denn er hatte den originalen Hochzeitsring verloren. „Den haben wir neu machen lassen – vor drei Jahren, im 35. Jahr nach unserer Hochzeit“, sagt er. Und den neuen Ring trage er immer. Er selbst schenkt seiner Frau gerne Wellness-Gutscheine, über die sie sich sehr freue.