Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Was diese Pfälzer Stadt so einzigartig macht

Ja, Zweibrücken ist die Stadt der Rosen und Rosse.
Ja, Zweibrücken ist die Stadt der Rosen und Rosse.

In diesen Tagen fällt wieder einmal auf, dass vieles, was in Zweibrücken los ist, in dieser Form nur in dieser Stadt möglich ist.

Was liegt näher, als den Sommer am Samstag mit einem Spaziergang durch die Blütenpracht im Rosengarten einzuläuten? Oder sollte man damit nicht lieber bis heute Abend warten? Denn dann versammeln sich die Musikfreunde an der Rosengartenbühne, wo um 19.30 Uhr die Udo-Jürgens-Show „Merci Chérie – Merci Udo“ beginnt. Anlass sind die Rosentage, die auf eine langjährige Tradition zurückblicken. Deren kultureller Höhepunkt in diesem Jahr dürfte der Auftritt des Komikers Olaf Schubert am Montag sein.

Überhaupt der Rosengarten: Der ist mit vielfältigen Veranstaltungsangeboten, vor allem aber mit seiner ureigensten Aufgabe als blühender Erholungspark übers ganze Jahr hinweg eine Attraktion, wie man sie in anderen Städten vergeblich sucht.

Pferde und Flughafen

Wo die Rosen blühen, sind die Rosse nicht weit. Seit eh und je wird Zweibrücken mit dem Pferdesport verknüpft. Wie er am morgigen Sonntag beim Sommerrenntag auf der Rennwiese gefeiert wird. Anderen fällt beim Namen der Stadt spontan das rege Treiben auf dem Flughafengelände ein. Prall gefüllte Parkplätze vor dem Fashion Outlet zeugen davon, dass das Einkaufsparadies ebenfalls ein ganzjähriger Renner für Besucherscharen ist.

Direkt nebenan, auf dem eigentlichen Flugplatz, sind viele neue Arbeitsplätze entstanden. Junge Firmen sorgen für Leben auf der einstigen Airbase. Die Triwo-Werksfeuerwehr beweist ihre Verbundenheit mit Zweibrücken, indem sie nächste Woche zu einem groß angelegten, aufwendigen Volksfest einlädt.

Von (Herzogs-)Schloss und Riegel

Aber auch noch eine ganz andere Institution ist aus der Zweibrücker Stadtgeschichte nicht wegzudenken – obwohl dort normalerweise keiner freiwillig hin möchte: Die Justizvollzugsanstalt an der Johann-Schwebel-Straße lockt die Öffentlichkeit am Dienstag mit einem Informationstag und klärt Berufsanfänger über die Karrierechancen auf, die dieser eher ungewöhnliche Arbeitsplatz zu bieten hat. Der Info-Tag findet wohlgemerkt vor den Mauern der JVA statt. Wortwörtlich im Freien – dort, wo das Gartencenter ist. Denn bei aller Transparenz: Ein „Tag der offenen Tür“ soll es nun doch nicht sein. Dieser Ausdruck wäre im Zusammenhang mit einem Gefängnis ja auch fehl am Platz.

Und was wäre Zweibrücken ohne sein Herzogsschloss? Und dieses wiederum ohne das darin residierende Pfälzische Oberlandesgericht (OLG)? Klar, dass auch das Bürgerfest am nächsten Wochenende im und um das OLG eine dieser typischen Zweibrücker Veranstaltungen sein wird. Sind doch die Rosenstadt, ihr Schloss und das Gerichtswesen traditionell eng miteinander verwoben. Die Justiz weiß das, und deshalb lädt sie die Bevölkerung für Samstag, 28. Juni dazu ein, tiefe Einblicke hinter die Kulissen zu nehmen. Dann gibt es dort sogar eine – nicht ganz ernst gemeinte – nachgespielte Gerichtsverhandlung zu erleben: Verhandelt wird die „Strafsache Hänsel und Gretel, frei nach den Gebrüdern Grimm“. Das ist ein Programmteil, der in Kooperation mit der Hochschule Kaiserslautern erfolgt. Und diese unterhält mit ihrem Hochschulstandort auf dem Kreuzberg ihrerseits eine Institution, die in Zweibrücken längst fest etabliert ist. Auch die Hochschule lädt regelmäßig die Öffentlichkeit dazu ein, sich auf unterhaltsame Weise über ihre Angebote zu informieren. Dass der „Tag des offenen Campus“ 2025 bereits im April stattgefunden hat, ist nur ein weiterer Beleg dafür, dass hier so gut wie immer etwas Zweibrücken-Typisches los ist – das ganze Jahr über.

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