Kolumne Abseits
Was die Knopper Kerwe mit den Roten Teufeln zu tun hat
Zwei Überflieger
Ob die B-Klasse West in diesem Jahr wirklich spannend wird? Ahmed Ben Brahim El-Khadem Neuhäuser, Spielertrainer der SG TuS Rimschweiler/VB Zweibrücken II, hatte vor der Saison durchaus Ambitionen angemeldet, oben mitzuspielen. Das lässt sich auch gut an. 4:0 gegen den FC Höheischweiler, 6:4 beim SV Gersbach und am Sonntag ein 5:1 gegen den FC Höhfröschen. Auch im Kreispokal gelang ein 6:4-Erfolg gegen den SV Hornbach. Dennoch bleibt die Frage: Wie soll die Spielgemeinschaft aufsteigen? Denn mit der SG Weselberg-Linden scheint eine Übermannschaft in der Liga zu sein.
Zuvor hatten die Weselberger in der Landesliga und schon dort eine gute Rolle gespielt. Die Verbundenheit zu Ort und Verein veranlasste einige Akteure, auch nach dem Rückzug aus der Landesliga weiter für die Weselberger zu kicken. Die haben nach drei Spieltagen nicht nur neun Punkte, sondern auch 29:1 Tore auf dem Konto. Hinzu kommt die zweite Garde des SV Hermersberg, der mit seiner ersten Mannschaft in der Verbandsliga Südwest aufläuft – und nach drei Spielen ebenfalls neun Zähler und 17:1 Tore auf dem Konto hat.
Weil zwei Mannschaften in der B-Klasse West mitspielen, die dort sportlich eigentlich nicht hingehören, scheint also frühzeitig klar zu sein, dass das Ziel für die anderen nicht „Aufstieg“ heißen kann, sondern letztlich nur den Titel „Best of the Rest“ auszuspielen. Schade drum für die Spielgemeinschaft aus Rimschweiler und VBZ – aber die Saison hat ja gerade erst angefangen.
Toller Kerwe-Remix
Plötzlich kam am Sonntag ein Traktor mit allerhand laut grölenden Menschen laut hupend zum Spiel der C-Klasse Pirmasens/Zweibrücken West zwischen der SG Knopp/Wiesbach und dem TuS Wattweiler angefahren. In der 24. Spielminute waren tolle Bilder zu sehen: Junge Leute mit Strohhut auf dem Kopf fahren im Anhänger auf geteerten Straßen zwischen Feldern durch die Dörfer.
Die Kerwe in Knopp erhöhte nicht nur die Zuschauerzahl in diesem C-Klassen-Spiel, sondern brachte auch ungewöhnliche Schlachtrufe mit sich, womit man während dieser Begegnung so nicht rechnen konnte. Insbesondere Fußball-Zweitligist 1. FC Kaiserslautern wurde von den rund 30 jungen, dynamischen Damen und Herren lautstark angefeuert. Gleichzeitig wummerten die Bässe bei lauter Partymusik, die einer Ballermann-Hits-CD entsprangen, und die lauthals mitgesungen wurde.
Daneben ertönten im Sportheim des FC Knopp ganz ähnliche Gassenhauer, was zu einem ungewöhnlichen Remix von musikalischen Klängen führte. Jedenfalls war für beste Unterhaltung gesorgt, die immer wieder von den FCK-Schlachtrufen untermalt wurde. Eins steht jedenfalls fest: Die Kerwe wird in Knopp noch ordentlich gefeiert – und das, obwohl die SG Knopp/Wiesbach mit 1:3 gegen Wattweiler unterlag.
Die restlichen Fünf
Der EHC Zweibrücken ist das Flaggschiff in Zweibrücken, wenn es ums Zuschauerinteresse geht. Häufig 600 „Hornets“-Fans, in den Play-offs gerne auch über 1000 gehen regelmäßig in die Eishalle, um zu hören wie Schläger übers Eis kratzen, die Pucks donnernd in Tor und Bande fliegen, oder sich über die gute Stimmung zu freuen. Doch nun ist die Regionalliga sportlich arg lädiert: Nur noch fünf Teams nehmen daran teil. Fünfmal wird daher jeweils gegen das gleiche Team gespielt. Und da sind die Playoffs noch gar nicht mit eingerechnet.
Bleibt zu hoffen, dass die eishockey-begeisterten Zweibrücker Zuschauer da nicht eine gewisse Langeweile verspüren und weiter wie eh und je in die Peter-Cunningham-Memorial-Arena pilgern. Mit dem neuen Spielsystem des dauerhaften Gegeneinanders-Spielens ist kaum Abwechslung da. Im Vorjahr wiesen die Mannschaften erhebliche Leistungsunterschiede auf. Sollte das bei den verbliebenen Fünf wieder so sein, könnte Langeweile pur angesagt sein.
Hier sind die Macher des EHC genauso am Zug wie die Organisatoren der Liga. Denn sollten sich weitere Teams zurückziehen – sei es aus Kostengründen, wegen der vielen Reisekilometer oder wegen der im Eishockey unterschiedlichen Struktur zwischen Profi- und Hobbysport – droht es schwierig zu werden für die „Hornissen“ und die Spielklasse.