Fragen und Antworten RHEINPFALZ Plus Artikel Warum die Zweibrücker Polizei bald eine Lauterer Telefonvorwahl hat

n Notsituationen erreicht man die Polizei auch in Zukunft unter der Rufnummer 110.
n Notsituationen erreicht man die Polizei auch in Zukunft unter der Rufnummer 110.

Überall in der Westpfalz bekommt die Polizei Ende Januar neue Telefonnummern. Die alten Rufnummern werden abgeschaltet. Auch in Zweibrücken und Pirmasens.

Wo werden die Polizeirufnummern umgestellt?
Die Polizeidienststellen in der West- und Südwestpfalz ändern ihre Telefonnummern. Auch wer eine lokale Polizeiinspektion etwa in Zweibrücken oder Pirmasens anrufen möchte, muss bald eine neue Nummer eintippen – stets mit der Vorwahl 0631 für Kaiserslautern. In dieser Stadt ist das Polizeipräsidium Westpfalz ansässig, die oberste Dienststelle der Ordnungshüter in der Region. Begründet wird der Rufnummernwechsel mit der Umstellung auf eine neue Telefonanlage im gesamten Bereich des Polizeipräsidiums Westpfalz – also von Kaiserslautern über Landstuhl, Pirmasens und Waldfischbach-Burgalben bis nach Pirmasens und Zweibrücken. Wer der Polizei ein Fax schicken möchte, muss künftig die Mainzer Vorwahl 06131 voranstellen. Zum Beispiel werden die Zweibrücker Polizei auf die Faxnummer 06131 4868-7917 und die Polizeidirektion Pirmasens auf 06131 4868-7924 umgestellt.

Droht nun in Notlagen ein unnötiger Zeitverlust, wenn man erst umständlich die neue Telefonnummer der Polizei heraussuchen muss?
Um im Falle eines Falles ihren „Freund und Helfer“ rasch erreichen zu können, haben viele Westpfälzer die Rufnummer ihrer örtlichen Polizei im Kontaktverzeichnis ihres Telefons oder Handys hinterlegt. Diese Einträge müssen sie nun rechtzeitig ändern. „Hilfesuchenden bleibt es auch nach der Umstellung der Telefontechnik weiterhin unbenommen, in kritischen Situationen den bekannten Notruf unter der 110 zu wählen“, sagt auf Anfrage Diana Sponitz, Sprecherin des Polizeipräsidiums Westpfalz. Denn diese bundesweit einheitliche Notrufnummer – die übrigens keine Vorwahl hat – sei von den Änderungen nicht betroffen.

Aber warum werden die Telefonnummern überhaupt geändert?
Dass sich die West- und Südwestpfälzer an neue Polizeirufnummern gewöhnen müssen, ist nach Sponitz’ Worten auf einen „Technikwechsel“ zurückzuführen. Dieser umfasse „den Abbau der alten Multiplex-Anschlüsse und ermöglicht die technisch zukunftssichere Installation neuer SIP-Trunks“. Damit ist gemeint, dass alle Telefonanlagen der Polizei ans Internet und moderne Clouddienste angebunden werden. „Ein weiterer Vorteil der Umstellung ist die in diesem Zuge eingeführte landesweite einheitliche Rufnummernstruktur“, argumentiert die Sprecherin.

Der Serviceprovider, also der Netzanbieter wie etwa die Telekom oder Vodafone, werde hingegen nicht gewechselt. Für alle Dienststellen in ganz Rheinland-Pfalz werde das Umstellungsprojekt zentral vom Polizeipräsidium „Einsatz Logistik und Technik (PP ELT)“ in Mainz geführt.

Hätten die Beamten ihre alten Telefonnummern nicht einfach behalten oder mitnehmen können – so wie Privathaushalte dies bei einem Anbieterwechsel tun?
Die Rufnummern, deren Durchwahlen „nun fünf statt vier beziehungsweise drei Ziffern umfassen“, erklärt Diana Sponitz gegenüber der RHEINPFALZ, „wurden durch die Bundesnetzagentur auf Antrag des PP ELT zur Verfügung gestellt“. Die alten Amtsanschlüsse der einzelnen Polizeidienststellen, wie zum Beispiel die 976 in Zweibrücken, habe man „in diesen zugeteilten Rufnummernblock nicht mehr integrieren“ können – im Interesse eines landeseinheitlichen Konzepts.

Werden die bisherigen Rufnummern komplett abgeschaltet? Oder kann ein Anrufer, der künftig die alte Nummer wählt, automatisch auf die neue 0631er-Nummer weitergeschaltet werden?
Wer nach dem Umstellungstermin noch die alten Kopfnummern der Dienststellen anruft, also in Zweibrücken die 06332 976-0, wird vorerst „automatisch auf eine Nebenstelle des neuen fünfstelligen Nummernplans weitergeleitet“, sagt Diana Sponitz. Allerdings wisse man nicht, wie lange der Netzbetreiber diese Möglichkeit aufrecht erhält. Den Anrufern werde also zumindest eine „Eingewöhnungsphase“ zugestanden.

Die Rufnummern-Umstellung soll landesweit für alle Polizeidienststellen in Rheinland-Pfalz erfolgen. Welche Präsidien sind schon umgestellt und welche stehen noch aus?
Das Polizeipräsidium Westpfalz ist nach eigener Aussage das letzte verbliebene Präsidium im Land, das die Rufnummern-Umstellung vollzieht.

Wie lässt sich ausschließen, dass beim Googeln der gewünschten Polizeiinspektion künftig eine veraltete, also abgeschaltete Telefonnummer im Internet angezeigt wird?
„Wir werden zum Stichtag auch auf Plattformen wie Google eine Änderung der Nummern beantragen“, erklärt die Sprecherin des Polizeipräsidiums Westpfalz. „Da aber jeder Nutzer bei Firmeneinträgen eine Änderung vorschlagen kann, können wir natürlich nicht garantieren, dass alle Änderungen von uns auch so beibehalten werden.“ Die Polizei versuche, durch eine engmaschige Sichtung die richtigen Nummern in der Googlesuche beizubehalten.

Was ist zu tun, wenn man anrufen muss, aber die neue Rufnummer gerade nicht zur Hand hat?
In Notsituationen rät die Polizei, immer den Notruf 110 zu wählen. Für alle weiteren Informationen sei unter polizei.rlp.de/dienststellensuche die Dienststellensuche auf der Webseite der Polizei Rheinland-Pfalz zu finden. Dort, sagt Diana Sponitz, sei immer die richtige Nummer zu finden.

Info

Ab 29. Januar ist die Polizei in Zweibrücken unter 0631 369-15399 zu erreichen. Die Polizeidirektion Pirmasens hat ab 28. Januar die 0631 369-15199, die Polizei Waldfischbach-Burgalben ab 30. Januar die 0631 369-15499. Bereits am 21. Januar wird die Polizei in Landstuhl auf die Rufnummer 0631 369-14399 umgestellt. Zum 30. Januar wechselt die Pilizeiinspektion Dahn auf die Telefonnummer 0631 369-15299 und Fax 06391 916-100. DIe Inspektion Kusel ist bereits ab 22. Januar unter Telefon 0631 369-14499 und Fax 06131 4868-7898 erreichbar.
Die Notrufnummer 110 ist von der Umstellung nicht betroffen und bleibt weiterhin aus allen deutschen Telefonnetzen ohne Vorwahl erreichbar.

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