American Football
Warum die Saar-Pfalz Celtics umziehen
Die American Footballer der „Saar-Pfalz Celtics“ ziehen von Kirrberg nach Sand um: Der Umzug scheint im ersten Moment zwar überraschend, ist aber von den Verantwortlichen der Footballer gut überlegt. Seit 2021 gibt es die „Saar-Pfalz Celtics“ (erstes offizielles Spiel 2023, früher eine Abteilung der SG Erbach im Saarland), die ersten Erfolge stellten sich für die Footballer auf dem Kirrberger Lerchenhübel im vergangenen Jahr ein – mit dem Titelgewinn in der Verbandsliga.
„Wir haben die Möglichkeit, eine Klasse hochzurutschen, die Entscheidung ist noch nicht gefallen. Es kommt darauf an, welche Teams melden. Dann werden die Ligen aufgeteilt“, sagt Denise Böttinger von den „Saar-Pfalz Celtics“, die als Kassenwartin und Organisationsbeauftragte für die Footballer tätig ist. Spielen werden sie künftig wohl in der Landesliga Mitte. Wie in den Vorjahren plant der Verband die Ligenzusammensetzung aber recht kurzfristig.
Viele Vereine angesprochen
Die 40-Jährige erklärt, warum das Team nun auf der anderen Seite der Landesgrenze in Sand, einem Ortsteil der Gemeinde Schönenberg-Kübelberg, spielen wird. „Wir wollen den Jungs die bestmöglichen Trainingsmöglichkeiten bieten. In Homburg hatten wir nur einen halben Platz zum trainieren. Und es war nicht abzusehen, dass wir für unsere Trainingseinheiten auf das gesamte Feld können.“ Man müsse aber schauen, so Böttinger, dass man für die Jungs einen anständigen Trainingsplatz bekomme. „Wir haben viele Vereine angesprochen. Der Platz in Sand wird nicht genutzt – von niemanden –, da wollten wir in tiefere Gespräche gehen“, verdeutlicht Böttinger, die zusammen mit Benjamin Titt aus Schönenberg-Kübelberg im Hintergrund die organisatorischen Fäden bei den Footballern zieht. „Wir sind nun auch eine Sparte des Sportvereins Sand“, sagt Böttinger, die selbst in Stuttgart wohnt und durch Freunde und Bekannte zum Football und in die Saarpfalz kam.
Ein weiterer Grund dafür, dass der SV Sand die neue sportliche Heimat wird: Der Verein ist in der Breite gut organisiert. „Nach dem Ende des aktiven Fußballs wurde eine Laufsparte, eine Abteilung für Radfahrer und eine Nordic-Walking-Gruppe gegründet. Darüber hinaus wurde eine Sauna installiert und wird sogar hobbymäßig Bier gebraut“, berichtet Böttinger. Was der Verein aber eben nicht mehr hat, ist eine Fußballabteilung, was die Entscheidung des saar-pfälzischen Football-Klubs durchaus begünstigte. „Denn Fußballer waren bislang oft das Problem für uns, einen Platz zu finden“, fügt die gelernte Industriekauffrau an.
Das Feld verlängert
Um den Naturrasenplatz in Sand will sich die Footballabteilung nun auch kümmern. „Unsere Sparte – um genauer zu sein Benjamin Titt – kümmert sich darum. Wir haben schon das Feld etwas verlängert, weil es zu kurz war. Neu ist im Jahr 2024 bereits eine Flutlichtanlage hinzugekommen. Es war eine fünfstellige Investition notwendig, die gemeinsam von der neuen Sparte und dem Verein gestemmt wurde. Sie waren total begeistert, dass wir kommen“, sagt Böttinger. „Es wird klein und kuschelig in Sand“, stellt sie fest .
Hinsichtlich des Kaders sagt Böttinger, dass die „Saar-Pfalz Celtics“ Zu- und Abgänge zur kommenden Saison haben werden. „Es gehen auch Spieler, weil sie ihr Studium aus privaten Gründen woanders fortführen. Wir setzen auf Rookies aus dem Umkreis. Wir wollen Football im Raum Schönenberg-Kübelberg bekannt machen. Die Jungs aus Sand rühren schon die Werbetrommel; es wird erzählt, dass wir kommen“, sagt Böttinger, die in diesem Zusammenhang die gute Arbeit der Vorstände Timo Kreuscher und Peter Herzog zu schätzen weiß.
Ausbau der Flag-Football-Abteilung
Headcoach der „Saar-Pfalz Celtics“ bleibt der gebürtige US-Amerikaner Brian White aus St. Ingbert. „Wir gehen keine Leute aktiv an, alle können freiwillig kommen. Das wollten wir schon immer so“, sagt Böttinger, die mit ihrer Mannschaft nun auch zum rheinland-pfälzischen Football-Verband (AFCV) stößt.
Zukünftige Ziele hat Denise Böttinger bereits im Blick. „Wir wollen in dieser Liga bestehen. Es gibt einiges an Arbeit zu tun. Wir wollen mit dem Sportverein das Ganze familiär aufbauen. Wir wollen eine Tribüne renovieren. Auch mit der Jugend wollen wir etwas erreichen und unsere Flag-Football-Abteilung mit Kindern zwischen acht und 18 Jahren weiter ausbauen“, sagt sie dazu.