Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Warum die deutsch-französische Polizeistreife diesmal einen ruhigen Samstag im Outlet hatte

Deutsch-französische Polizeistreife im Outlet ( von links): Eduard Englert, Annick Guerineau, Elgor Haase und Patrick Dross.
Deutsch-französische Polizeistreife im Outlet ( von links): Eduard Englert, Annick Guerineau, Elgor Haase und Patrick Dross.

„Alles ruhig, keine Vorkommnisse“, meldete am Samstag der stellvertretende Leiter der Zweibrücker Polizeiinspektion, Eduard Englert, nach Streifengängen mit einem deutschen und einem französischen Kollegen und einer französischen Polizistin.

Bereits zum dritten Mal in Folge hat die gemischte und grenzüberschreitende Polizeistreife vor Weihnachten das Fashion Outlet sicherer gemacht. Wobei allerdings laut dem deutschen Polizisten Elgor Haase außer der bloßen Präsenz kaum Aktivitäten der Polizei nötig waren. Hatten die beiden französischen Mitglieder des sogenannten Tandems im vergangenen Jahr einen Ladendieb auf frischer Tat ertappt, blieben Straftaten in diesem Jahr laut Eduard Englert aus.

Was an der im Outlet geltenden 2G-Regel liegt. Denn zum einen muss sich jeder Outlet-Besucher am Eingang mit Personalausweis oder Führerschein und Impfzertifikat ausweisen. Zwar speichert die Security diese Daten nicht, doch alleine die Pflicht, seine Identität preiszugeben, dürfte für eine höhere Hemmschwelle sorgen. Dazu kommt, dass vor jedem Laden am Samstag weitere Sicherheitsdienst-Mitarbeiter die Zahl der Kunden im Laden gemäß der jeweiligen Quadratmeterzahl kontrollierten. Einer raus, einer rein war in vielen Geschäften die Regel. Absperrungen und teilweise lange Schlangen vor den Läden machten Ladendiebstähle daher viel riskanter als zu Nicht-Corona-Zeiten. Dies spielt der Polizei in die Hände.

Security bekommt freche Antworten, die Polizei nicht

Allerdings war die Center-Security nach Englerts Worten froh über die Polizeipräsenz. Denn der eine oder die andere Kundin reagierten wohl nicht wie gewünscht auf freundliche Hinweise in Sachen Corona-Regeln. Kunden, die ihren Mundnasenschutz im Freien nicht wie vorgesehen trugen oder ohne Maske im Laufen rauchten oder aßen, waren immer wieder anzutreffen am letzten Adventssamstag. Während einige dieser Kunden der Security freche Antworten gaben oder sie schlicht ignorierten, hatten die zwei deutschen und zwei französischen Polizisten solche Probleme nicht. „Da reicht auch schonmal ein freundliches Zunicken, und schon wird der Mundnasenschutz über die Nase gezogen“, erklärte Elgor Haase.

Was nicht zuletzt am Auftreten der beiden französischen Gendarmen Patrick Dross und Annick Guerineau lag. Entgegen der deutschen Polizei unterstand die französische Gendarmerie lange nur dem Verteidigungsministerium, ist mittlerweile aber dem Innenministerium und dem Verteidigungsministerium gleichermaßen unterstellt. Die Beamten gehören der kasernierten Polizeitruppe an, die früher Teil der Armee war. Daher unterscheidet sie heute noch die paramilitärische Uniform von den deutschen Kollegen. Zumal keiner der Streifenpolizisten, die am Samstagunterwegs waren, klein gewachsen ist.

Dieses Jahr kaum Ladendiebstähle

Günstige Nebenwirkung der gemeinsamen Streife im Outlet mit den beiden Kollegen aus Saargemünd war laut Eduard Englert und Patrick Dross auch die Aufrechterhaltung der Kontaktpflege über die Grenze hinweg. Denn wegen Corona war seit zwei Jahren kein behördeninternes Treffen der Polizisten, die am Tandem-Programm teilnehmen. „Wir sind eigentlich präventiv unterwegs. Wir haben in diesem Jahr kaum Ladendiebstähle, durch die Einlasskontrollen“, sagte er. Waren 2019 noch 162 Straftaten im Outlet registriert worden, davon 150 Ladendiebstähle und davon wiederum 25 bandenmäßige, lag die Gesamtzahl der Eigentumsdelikte laut dem stellvertretenden Inspektionsleiter Englert im vergangenen Jahr bei 40. Geschuldet auch längeren Schließzeiten wegen Corona. Aber eben auch den Einlasskontrollen. In diesem Jahr sank die Zahl erneut auf bislang 30 Eigentumsdelikte im Outlet Center.

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