Handball RHEINPFALZ Plus Artikel VTZ Saarpfalz verabschiedet Spieler, Trainer und Eigenständigkeit mit Heimpleite

 Robin von Lauppert (links) und Dominik Rifel (Nummer 23) waren in der Abwehr gefordert. Hier haben sie Kreisläufer Nicolas Frie
Robin von Lauppert (links) und Dominik Rifel (Nummer 23) waren in der Abwehr gefordert. Hier haben sie Kreisläufer Nicolas Friedrich (Zweiter von links) so im Griff, dass ihn Philip Gehres (rechts) nicht anspielen kann.

Abschied nehmen hieß es am Sonntag vor dem letzten Oberliga-Heimspiel der VT Zweibrücken-Saarpfalz. Abschied von Spielern, Trainer Marek Galla und dem alleinigen Vereinsnamen VTZ. Das historische Spiel gegen Glan-Nahe taugte weder spielerisch noch vom Ergebnis her für die Geschichtsbücher. Für Emotionen und hohen Blutdruck sorgte vor allem eine schwache Schiedsrichterleistung.

„Kein Mann der großen Worte, immer einer, der lieber Taten sprechen ließ.“ So verabschiedete VTZ-Vorstandsmitglied Pascal Wenzel Dominik Rifel. Der Schweiger, der seine handballerischen Fähigkeiten bei der VT Zweibrücken-Saarpfalz auf fast allen Positionen bewies, spielt nächste Runde wie Teamkollege Julian Kreis Saarlandliga in Brotdorf und bekannte nach Abpfiff des letzten VTZ-Heimspiels in der Westpfalzhalle: „Ich hätte mich schon gerne mit einem Erfolg verabschiedet.“ 25:27 (12:13) unterlagen die Zweibrücker der HSG Nahe-Glan, die ausgelassen feierte. Sie hat den Klassenverbleib wieder in eigener Hand.

Er habe den Sieg erhofft, aber nicht unbedingt erwartet, sagte HSG-Trainer Maouia Ben Maouia, dessen Team angesichts der eigenen schwierigen Lage die Sentimentalitäten, die mit dem letzten VTZ-Heimspiel verbunden waren – kommende Runde gibt es eine Spielgemeinschaft mit dem SV 64 Zweibrücken – egal waren.

Schwache Schiris

Rifel war an der Seite von Robin von Lauppert, der sich in den nächsten Tagen für einen neuen Klub entscheiden wird, im Zweibrücker Innenblock stark gefordert. Während den 26-Jährigen beruflich Motoren bei BMW in seiner Heimatstadt Saarlouis vor Herausforderungen stellen, waren es handballerisch wie erwartet die Top-Shooter der HSG, Heinrich Löwe und Marco Magro-Arzt, die ihn, von Lauppert und Co. forderten.

Dass die HSG gewann, hatte nicht nur, aber auch mit der schwachen Leistung des Gespanns Röckendorf/Staatz zu tun. Unter der litt die VTZ mehr. Aber es lag auch daran, dass die beiden HSG-Top-Spieler nie ganz auszuschalten waren und sehr gut mit Kreisläufer Nicolas Friedrich zusammenarbeiteten. Wovor VTZ-Trainer Marek Galla gewarnt hatte. Friedrich hinterlief beim 24. und 26. Tor die VTZ-Abwehr, beim 25. Tor gelang das Noah Brandt. Den Schlusspunkt setzte Löwen mit seinem 195. Tor in dieser Saison.

Offensive Deckung

„Ich nehme das auf meine Kappe. Ich will vorangehen, Verantwortung übernehmen, dann tue ich das auch bei dieser Niederlage“, sagte von Lauppert. Bis zur 48. Minute versenkte er seine Strafwürfe sicher, scheiterte mit dem sechsten Siebenmeter an HSG-Torwart Michael Schira, den die Zweibrücker Angreifer warm warfen. Auch das siebte Duell von der Linie entschied Schira gegen von Lauppert für sich, verhinderte das 26:26. 55 Sekunden waren noch zu spielen.

Die VTZ, die im zweiten Spielabschnitt offensiver gedeckt und so Löwen Durchschlagskraft genommen hatte, ging nun in offene Manndeckung über. Kraftpaket Löwen setzte sich durch und traf zum 27:25. Dass Abdu Belhadi, der in die Dritte Liga nach Berneburg wechselt, Sekunden vor dem Abpfiff die Chance zum 26. VTZ-Tor vergab, blieb eine Randnotiz.

Immer wieder gleiche Gründe

Aber der Fehlwurf besiegelte, dass sich Trainer Marek Galla nach 17 Dienstjahren als Trainer und Spieler in VTZ-Diensten mit einer Niederlage aus der Westpfalzhalle verabschieden musste. Sehr enttäuscht, weil seine Mannschaft – wie so oft in dieser Saison aus unerklärlichen Gründen – nicht das abgerufen hatte, was sie konnte. „Zu ungeduldig, mal wieder nicht in der Konzeption geblieben, probiert, was man nicht kann, statt sich auf das zu besinnen, was man kann“, musste Galla zum Abschied zum wiederholten Male die gleichen Gründe für eine Niederlage nennen.

Dabei hatte es ergebnistechnisch gut begonnen. 4:1 nach fünf Minuten, weil auch Torwart Pascal Glöckner, der auf 13 Paraden kam, wie Schira zwei Strafwürfe parierte, gut ins Spiel kam. Treue VTZ-Fans erkannten schon in dieser Phase, dass das Zweibrücker Team nicht ruhig spielte, versuchte, schnell zu Abschlüssen zu kommen. Das war meistens schiefgegangen, ging auch am Sonntag schief.

Führung schnell verspielt

Hoffnung, dass es doch zu einem Sieg im historischen Spiel reichen könnte, keimte auf, als Rifel und von Lauppert das 22:21 und 23:21 markierten (53.). „Wie lange hat die Führung gehalten?“, fragte Keeper Glöckner und hatte selbst die enttäuschte Antwort: „keine Minute.“ Binnen 43 Sekunden glich die HSG aus. Tomas Kraucevicius, der sieben Jahre das VTZ-Trikot getragen hatte und nun seine Spielerkarriere beenden wird, brachte die VTZ mit 24:23 in Führung, musste dann zwei Minuten auf die Bank. Die Überzahl nutzte HSG-Rückraummann Magro-Arzt zu den entscheidenden Kreisanspielen.

So spielten sie

VTZ Saarpfalz: Glöckner – Kraucevicius (2), von Lauppert (9/5), Baumgart (1) – Graff (3), Groß (2) – Rifel (3) - Kreis, Belhadi (5)

HSG Nahe-Glan: Schira – Löwen (9), Sehls (2/1), Magro-Arzt (7) – Magro, Brandt (3) – Friedrich (4/1) – Gehres (2), Marquis, Römer, Noah Gonzalez y Lingweiler

Spielfilm: 4:1 (5.), 5:7 (13.), 12:13 (Halbzeit), 18:17 (41.), 23:21 (53.), 23:23 (54.), 25:25 (59.), 25:27 (Ende) - Zeitstrafen: 3:4 – Siebenmeter: 7/5:4/2 – Beste Spieler: Rifel, von Lauppert – Löwen, Magro-Arzt - Zuschauer: 100 - Schiedsrichter: Staatz/Röckendorf (HV Rheinland).

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