Handball RHEINPFALZ Plus Artikel VTZ Saarpfalz nach Pokalaus mit Personalnot gegen Spitzenreiter

Der nächste Ausfall: Julian Kreis fehlt der VTZ am Sonntag.
Der nächste Ausfall: Julian Kreis fehlt der VTZ am Sonntag.

Die Qual der Wahl haben, davon träumen Handball-Trainer. Auch wenn das bedeutet, dass man den einen oder anderen Spieler enttäuscht, weil er nicht genügend Spielzeit bekommt. Eine Situation von der das Trainer-Duo der VT Zweibrücken Saarpfalz, Philip Wiese und Kai Schumann, schon lange nur träumen kann. Auch vor dem Spiel am Sonntag gegen den ungeschlagenen Tabellenführer VTV Mundenheim (Anwurf: 17 Uhr, Westpfalzhalle).

Es scheint fast unmöglich eine spielfähige Mannschaft aufzubieten, weil es personell ohnehin schon lange Zeit sehr knapp ist. „Es wird personell richtig eng“, sagt Wiese. Am Donnerstag, im Viertelfinale des Saar-Pokals, hatte die VTZ zwei Torhüter und sieben Feldspieler zur Verfügung. Beim Titelverteidiger und Liga-Konkurrenten HF Illtal war die VTZ gefordert. Die Illtaler, die sich zuletzt drei Mal in Serie den Saar-Pokal gesichert hatten, wurden ihrer Favoritenrolle gerecht, gewannen und zogen ins Final-Four des Pokals ein, das am Ostermontag in Saarbrücken ausgetragen wird.

Deutlich mit 36:21 (16:8) siegten die Illtaler. „Das Spiel kam für uns natürlich nicht zu einem günstigen Zeitpunkt. Aber Außenseiter wären wir auch in besserer Besetzung gewesen“, sagt Wiese. „Wir wollten uns so gut wie möglich verkaufen. Das ist uns leider nicht gelungen“, stellte er fest. Im Ligaspiel in Dansenberg am vergangenen Wochenende „haben wir vieles richtig gemacht, was wir in Illtal falsch gemacht haben“, resümiert er. Robin von Lauppert (7/1), Thomas Jung (7/1), Kevin Hauck, Hendrick Rolshausen, Julian Kreis (je 2) und Tobias Stauch (1) hießen die Zweibrücker Torschützen in der Pokalpartie, die zur Halbzeit bereits entschieden war.

Gut ausgebildeter Nachwuchs

Von den Spielern, die im Pokal noch am Ball waren, muss Kreisläufer Julian Kreis am Sonntag gegen Mundenheim voraussichtlich aus beruflichen Gründen passen. Was die Situation für die Zweibrücker nicht vereinfacht. „Wir versuchen aus dem, was wir haben, das Beste zu machen“, unterstreicht Wiese. Ziel sei es, „dass wir uns wie in Dansenberg einfach so gut wie möglich präsentieren, dass jeder mit erhobenem Haupt vom Feld gehen kann.“ Dazu wird auch das Training etwas verändert. Der Freitag, normalerweise Tag für das Abschlusstraining, blieb trainingsfrei. „Dafür trainieren wir am Samstag noch einmal“, sagt Wiese.

Mit Mundenheim kommt das Team der Stunde in der Oberliga nach Zweibrücken. Und Team ist dabei ein ganz wichtiges Wort. „Das ist eine gute, sehr ausgeglichene Mannschaft mit viel Teamgeist“, weiß Wiese, dass in Mundenheim das Thema Mannschafts-Zusammenhalt traditionell eine wichtige Rolle spielt. Gut ausgebildeter Nachwuchs, junge Spieler, die Drittligaerfahrung sammelten, Bundesligaluft bei den Junioren schnupperten, wieder nach Munden-heim zurückkehrten, dazu mit Nico Klein ein seit Jahren stark haltender Torwart – „das ist schon ein gutes Paket“, sagt Wiese. Und ein Team, das nach dem Positivlauf in den bisherigen Partien auch den absoluten Glauben an sich selbst habe, deshalb auch enge Spiele zu seinen Gunsten gedreht habe, merkt er weiter an.

Kraucevicius’ Sperre um ein Spiel verkürzt

Mit Steffen Schneider sitzt zudem seit dieser Saison ein Mundenheimer Eigengewächs als Trainer auf der Bank; in der C-Jugend südwestdeutscher Meister mit Mundenheim, später im Regionalliga-Team am Ball, bevor seine aktive Laufbahn verletzungsbedingt früh endete. Er hat definitiv Mundenheim-DNA.

Am Sonntag müssen Wiese und Schumann noch auf den gesperrten Tomas Kraucevicius verzichten. Dessen Strafe von vier Spielen, die er aussetzen muss, wurde aber reduziert – auf drei Spiele.

Unterstützung täte gut

Ein bisschen Unterstützung von den Rängen würde der personell gebeutelten VTZ sicher gut tun. 150 Zuschauer waren beim Pokalspiel in Illtal dabei. In Zweibrücken kann Oberliga-Handball in der Westpfalzhalle live verfolgen, wer die Voraussetzungen erfüllt, also die 2G-plus-Regelung. Genesen oder zweifach geimpft und zusätzlich getestet oder dreifach geimpft. Jugendliche im Alter von zwölf bis einschließlich 17 Jahre müssen getestet, genesen oder geimpft sein. Für Kinder, die jünger sind, gibt es keine Einschränkungen.

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