Handball RHEINPFALZ Plus Artikel VTZ Saarpfalz hadert mit zu vielen Fehlern im Angriff

TVA-Rechtsaußen Tobias Alt (links) zieht hier an VTZ-Spieler Tomas Kraucevicius vorbei ab. Hinten ducken sich vorsichtshalber Ho
TVA-Rechtsaußen Tobias Alt (links) zieht hier an VTZ-Spieler Tomas Kraucevicius vorbei ab. Hinten ducken sich vorsichtshalber Homburgs Muhamet Durmishi und Thomas Jung.

„Hoffentlich spielen sie besser.“ „Hauptsache, sie gewinnen.“ Diesen Dialog führten zwei Fans des Oberligisten TV Homburg auf dem Weg in die Westpfalzhalle in Zweibrücken. Wunsch eins erfüllten die Homburger nicht, Wunsch zwei hingegen mit dem Auswärtserfolg im Derby schon. Sollten die VTZ Fans ähnliche Wünsche gehegt haben, blieben sie unerfüllt.

Mit 22:17 (10:8) besiegte der TVH am Freitagabend die VT Zweibrücken-Saarpfalz. Das Saar-Pfalz-Derby war objektiv betrachtet ein schlechtes Oberliga-Spiel. „Das schönste Spiel war es sicher nicht“, bestätigten Homburgs Torwart Benny Berz und Rechtsaußen Tobias Alt hinterher auch lachend. Für beide war es eine Rückkehr an die frühere Wirkungsstätte. „Es ist schön, mal wieder hier in der Westpfalzhalle zu spielen. Wenn man gewinnt, dazu noch ein Derby, umso schöner. Dann ist es auch egal, ob das Spiel schön war oder nicht“, sagte Berz, der wie Alt lange das Trikot des SV 64 Zweibrücken getragen hat und etliche Stadt-Derbys bestritt.

Homburger Außenzange funktioniert

„Hat Spaß gemacht“, meinte Alt lachend und klatschte sich mit einem Spieler ab, für den die Partie gleichfalls eine Rückkehr an alte Wirkungsstätte war: Richard Wilga. Der wird bald zum zweiten Mal Papa einer Tochter, spielte früher auf Linksaußen für die VTZ. Nach der Partie trug er Töchterchen Rebecca durch die Halle, in der er viele Zaubertore für die VTZ geworfen hat, und freute sich über die sieben blitzsauberen Tore, die die beiden Homburger Außenspieler mit Zweibrücker Handball-Vergangenheit zum Sieg beisteuerten.

„Richy ist sicher der beste Linksaußen der Liga“, stellte Zweibrückens Bester am Freitagabend, Torwart Yannic Klöckner, fest. Sein früherer Teamkollege stand bei Würfen gewohnt lange in der Luft. Der 25-Jährige zwischen den VTZ-Pfosten war in der vierten Minute durch einen harten Gesichtstreffer von Muhamet Durmishi zu Boden gegangen, spielte aber weiter. „Ist wohl ein bisschen geschwollen“, zeigte er hinterher unter sein linkes Auge. Er blieb, wie später auch sein angeschlagener Torwartkollege Norman Dentzer, das größte Hindernis für die Homburger auf dem Weg zum Torerfolg.

Es war zäh – und es blieb zäh

„Die Abwehr hat insgesamt, bis auf eine Viertelstunde, gut gearbeitet“, fand auch VTZ-Trainer Kai Schumann. Das Problem der Zweibrücker lag ganz klar im Angriff. „Mit dieser Angriffsleistung gewinnst du kein Spiel“, stellte Schumann fest. Von außen verzeichneten die Zweibrücker zum Beispiel null Tore. Dass sich alles über den Rückraum und Kreis abspielte, machte Berz und seinen Vorderleuten das Verteidigen sehr leicht. Die Statistik unterstrich Schumanns Aussage: 23 verworfene Bälle und elf technische Fehler, also 34 nicht erfolgreich abgeschlossene Angriffe, machten deutlich, wo die Zweibrücker Schwierigkeiten lagen. Es war auch ohne Statistik für jeden klar ersichtlich.

Der Beginn war schon zäh. Fast vier Minuten dauerte es, bis Robin von Lauppert das erste Tor im Spiel gelang. Julian Kreis erhöhte auf 2:0, ehe Homburg durch Jovan Talevski in der sechsten Minute erstmals für die Gäste traf. Und es blieb zäh. Nach 24 Minuten nutzte Alt zwei Gegenstoßchancen, brachte den TVH mit 9:7 und damit erstmals mit zwei Toren in Führung. Diesen Rückstand konnte die VTZ nicht mehr egalisieren.

In 13 Minuten nur ein VTZ-Tor

Auch weil direkt nach dem Seitenwechsel die schwächste Phase der Zweibrücker begann: In 13 Minuten gelang durch Thomas Jung gerade mal ein Treffer. Das nutzte der TV Homburg, auf die individuelle Qualität seiner Spieler bauend, um den Vorsprung auf 16:9 auszubauen. Das Derby war entschieden. Dass die Partie 17 Minuten später abgepfiffen wurde, freute alle. Die einen, weil ein enttäuschender Auftritt nicht noch länger dauerte. Die anderen, weil sie auch nicht gut gespielt und aber wenigstens Grund zum Feiern hatten.

So spielten sie

VTZ Saarpfalz: Klöckner, Dentzer (ab 47.) - Kraucevicius (4/3), von Lauppert (5), Rifel (3) - Stauch, Rolshausen - Kreis (2) - Baumgart (1), Jung (1)

TV Homburg: Berz, Loschky (ab 53.) - Mebus, Talevski (2), Szilagyi (5) - Alt (4), Wilga (3) - Durmishi (2) – Josic (5/1), Glück, Bach (1), Mathieu

Spielfilm: 1:0 4.), 3:3 (11.), 6:6 (17.), 7:7 (24.), 8:10 (Halbzeit), 9:16 (43.), 15:19 (55.), 17:22 (Ende) - Zeitstrafen: 4:3 - Siebenmeter: 4:3 - 2/1 - Beste Spieler: Klöckner - Wilga, Berz - Zuschauer: 300 - Schiedsrichter: Metz/Wittemann (Pfälzer HV).

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