Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Vor der vor der Weihnachtsgans wartet auf Stephan Jahn und die SG Zweibrücken die Pflicht

Der Bayer Stephan Jahn ist bei der SG Zweibrücken nicht nur Abwehrspezialist, sondern auch einer der Top-Torschützen.
Der Bayer Stephan Jahn ist bei der SG Zweibrücken nicht nur Abwehrspezialist, sondern auch einer der Top-Torschützen.

„Driving home for Christmas“: Der Weihnachtsklassiker ist für Stephan Jahn von der SG Zweibrücken Programm. Bevor er nach Günzburg fährt, hat er sportlich noch etwas vor.

Die Vorfreude ist groß. Wenn am Donnerstag die letzten Vorlesung an der Uni in Homburg absolviert ist, fährt Stephan Jahn nach Hause, nach Günzburg. Der 26-Jährige freut sich sehr auf Weihnachten mit der Familie. Zuvor möchte er mit der SG Zweibrücken am Samstag gegen die SG Saulheim noch einen tollen Abschluss einer bisher überragenden Hinrunde feiern (Anwurf: 18 Uhr, Westpfalzhalle).

Herausragend ist auch die Bewertung, die sich Jahn für seine bisher gezeigte Saisonleistung verdient hat. Dass Zweibrücken nach zwölf Spieltagen gemeinsam mit Tabellenführer Vallendar die beste Abwehr der Liga stellt, daran hat der 1,91-Meter-Mann enormen Anteil. „Stephan ist ein hervorragender Abwehrspieler“, lobt SG-Trainer Martin Schwarzwald seinen Mann im Mittelblock, der immer Verantwortung übernimmt. Und Jahn weiß, dass er noch mehr Verantwortung auf seine breiten Schultern packen muss. „Ich habe Vertrauen in unseren Trainer, er wird Lösungen finden. Ich selbst werde alles tun, damit die Abwehr weiter so gut funktioniert“, sagt Jahn mit Blick auf das Verletzungspech der SG.

Auch Eisel fällt aus

Mit Tim Eisel, der sich in Vallendar die Schulter auskugelte, operiert werden muss und diese Saison wohl nicht mehr angreifen kann, verliert er den dritten Partner im Zweibrücker Innenblock. Zunächst hatte Fabian Abel aus Krankheitsgründen seinen Vertrag vorzeitig aufgelöst, dann musste Tom Grieser mit neuerlichen Knieproblemen passen und nun verletzungsbedingt Jahns kongenialer Abwehrpartner Eisel.

„Das ist wirklich bitter und schade für Tim. Aber er wird stark zurückkommen und bis dahin werden wir Lösungen finden“, ist Jahn überzeugt. Positiv sei, dass Martin Leufke nach seinem Handbruch wieder zurück auf dem Spielfeld ist. Und Jahn ist sich sicher, dass die Jungen im Team auch diese Herausforderung annehmen und sich weiter entwickeln werden. „Wir haben uns vorgenommen, dass wir uns für unsere bisher so gute Saison weiter belohnen wollen“, sagt der Medizinstudent mit abgeschlossener Physiotherapie-Ausbildung, der sich vorstellen kann auch beruflich mal im Fachbereich Orthopädie Sportverletzungen zu behandeln.

Klassiker zu Weihnachten

Im siebten Semester studiert er Medizin und ist im Studium so fokussiert wie auf dem Spielfeld. „Ich möchte mein Studium in der Regelzeit absolvieren“, sagt er zu seinem Anspruch an sich selbst. Deshalb lernt der Bayer, der mit Günzburg bereits Dritte Liga spielte, täglich viele Stunden sehr diszipliniert. Ab Ende Januar schreibt er zehn Klausuren in zehn Fächern. Die Regelstudienzeit beträgt zehn Semester.

So fokussiert wie im Studium, im Training und im Spiel ist Jahn auch, wenn es um das Weihnachtsessen geht, das er gemeinsam mit seinem Papa Rudi und seiner Schwester Claudia in Günzburg zubereiten wird. „Ganz klassisch, Gans mit Rotkohl und Klößen“, verrät er. Ohne Weihnachtsstress, mit einem Gläschen Wein werde gemeinsam gekocht, sich auf die Familienzeit eingestimmt. Handball wird sicher ein Thema sein, denn die Jahns – Mama, Papa, Schwester und Stephans beide Brüder – sind allesamt Handballer.

Bloß keine Tracht

Es ist das erste Weihnachtsfest, das der Rückraumspieler als Ehemann feiern wird. Die Sommerpause nutzten er und seine Frau Michaela, um in Günzburg „Ja“ zu sagen. Klassische Hochzeit ja, „aber nicht in Tracht, da hätte ich ein Veto eingelegt“, sagt Jahn lachend. Er freut sich auf die Tage zuhause, auf das Ski fahren mit Freunden, auf Winterspaziergänge.

Dass alle bei der SG Vollgas geben, auch die Fans, das freut Jahn riesig. „Es macht einfach enorm viel Spaß zu spielen, wenn die Halle gefüllt ist, die Fans mitgehen, uns anfeuern. Das wünsche ich mir auch gegen Saulheim“, sagt Jahn, der nicht nur Abwehrspezialist ist, sondern mit 50 Toren – darunter einige sehr wichtige – zu den Top-Torschützen zählt. „Manchmal unorthodox“, beschreibt Schwarzwald schmunzelnd das Angriffsspiel seines Rückraumspielers, wissend, dass der auch im Angriff Verantwortung übernimmt, wenn es notwendig ist.

Saulheim besser als der aktuelle Tabellenplatz

Einig sind sich Coach und Spieler, dass das Liga-Schlusslicht deutlich besser ist, als es der aktuelle Tabellenplatz aussagt, dass die Partie gegen Saulheim noch einmal eine konzentrierte Leistung erfordert, damit Jahn zwei Punkte im Gepäck hat, wenn er für Weihnachten nach Hause fährt.

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