Fussballspiel der Woche
Von wegen heißes Zweibrücker Stadt-Derby
„ „Bei uns fehlt einfach die Moral, sich nach dem ersten oder zweiten Gegentor noch mal reinzuhängen und damit letztlich zu versuchen, den Bock umzustoßen“, teilte der ratlose und niedergeschlagene Müller mit. Wenige Minuten zuvor hatte Schiedsrichter Raphael Philipp auf dem Kunstrasenplatz in Niederauerbach die A-Klassen-Partie der Gruppe A abgepfiffen. Wie in der Vorwoche kassierte die Zweitvertretung der Vereinigten Bewegungsspieler dabei gegen den SVN Zweibrücken schon wieder ein halbes Dutzend Gegentore und blieb beim 6:0 (2:0) beim SVN selbst torlos. „Wir werden den Kopf wieder hochnehmen, aber die Trainingsbeteiligung lässt mich jetzt nicht erwarten, dass es schnell besser wird“, meinte Müller. Die dünne Personaldecke mit lediglich zwei Auswechselspielern spiegele das auch wider.
SVN-Coach Hergert mit Hälfte eins nicht zufrieden
„Es kam heute nie ein Gefühl von Derby-Charakter auf, es war eher ein Sommerkick“, befand Müller rückblickend auf die Einstellung seiner Mannschaft. Gegrätscht, gekratzt, gebissen in harten Zweikämpfen, das alles gab es nicht – lediglich eine Gelbe Karte auf jeder Seite zeugte von einem sehr fairen Spiel. Etwas leid konnte die VBZ-Zweite den rund 100 Zuschauern schon tun. Denn obwohl die größeren Spielanteile aufseiten der Gastgeber lagen, übermächtig waren die Niederauerbacher keineswegs.
Das bestätigte Müllers Gegenüber, SVN-Trainer Andreas Hergert: „Die erste Halbzeit war eine Katastrophe von uns“, fand er. Für ihn gab es zu große Abstände zwischen den einzelnen Ketten. „Wären unsere Tore nicht kurz vor der Halbzeit und danach zu einem psychologisch günstigen Zeitpunkt gefallen oder die VB mit erfahreneren Spielern da gewesen, hätte es auch anders laufen können.“ Für Hergert greift bei seiner Mannschaft noch nicht jedes Rädchen wie gewünscht ineinander.
Gute Idee: Feß’ Umbesetzung
Spieler des Spiels war indes ganz klar Aaron Feß. Der 20-Jährige schaffte nach der Pause einen Hattrick innerhalb von neun Minuten! „Normalerweise bin ich gelernter Innenverteidiger, habe aber mit dem Trainer vor der Runde besprochen, dass ich gerne mal auf dem linken Flügel spielen möchte. Das klappt anscheinend ganz gut“, meinte er lächelnd zu seinen ersten drei Toren für den SVN im Aktivenbereich. Schon in Halbzeit eins hatte nur das Aluminium den ersten Feß-Treffer verhindert. „Ich muss mich aber in der Rückwärtsbewegung verbessern, da bin ich froh, dass mein Hintermann Marco Seibert mich unterstützt“, wollte der angehende Fitness-Ökonom die Lorbeeren nicht alleine einheimsen.
VBZ lässt sich zu sehr locken
Den Torreigen startete Artur Litzenberger (20.) auf Zuspiel von Felix Mayer. Insgesamt wirbelte das Dreigestirn Stephan Grauer, Helmand Mohammad und Litzenberger immer wieder die Viererkette der VBZ durcheinander. „Lasst euch doch nicht so rauslocken“, rief John Müller aus der Innenverteidigung seinen Mittelfeldspielern schon früh zu. Mit dem Halbzeitpfiff erhöhte Helmand Mohammad (45.) per Vollspannschuss.
Mit Umstellungen – wie Außenspieler Augustin Ouethy von links nach rechts zu beordern oder Julius Michel ins Mittelfeld vorzuziehen – versuchte die Müller-Truppe nach der Pause noch mal alles. Zunächst zeigte das auch Wirkung in Form von eigenen Torchancen, die Robin Koch im SVN-Kasten zunichte machte. Dann kamen die zehn Minuten von Aaron Feß, der zuerst mit dem schwachen rechten Fuß aus spitzem Winkel traf (58.). Bei seinem zweiten Tor (65.) musste er die scharfe Hereingabe von Mario Eudenbach, am langen Pfosten wartend, nur noch einschieben. Vor dem dritten Streich (67.) ließ er seinen Gegenspieler im Eins-gegen-Eins stehen und traf ins kurze Eck.
Bei sommerlichen Temperaturen und ohne weitere Wechselmöglichkeit erholten sie die VB-Kicker davon nicht mehr. Dank ihres Keepers Alexander Matle fiel aber nur noch das 0:6 durch Marc-Oliver Stauter (89.).
So spielten sie
SVN Zweibrücken: Koch - Seibert, Eudenbach, Boudjemai, Butt - Mayer (78. Kehl), Schmidt, Feß (80. Janzen) - Grauer (76. Stauter), Mohammad, Litzenberger (78. Rosen)
VB Zweibrücken II: Matle - Michel, Yannick Müller (68. von Gyldenfeldt) , John Müller, Schwarz - Helmchen, Stegner, Ouethy, Regier - Schulz, Hausberger (46. Schoen)
Tore: 1:0 Litzenberger (20.), 2:0 Mohammad (45.), 3:0 Feß (58.), 4:0 Feß (65.), 5:0 Feß (67.), 6:0 Stauter (89.) - Gelbe Karten: Schmidt - Helmchen - Beste Spieler: Litzenberger, Grauer, Mohammad, Feß - Matle - Zuschauer: 100 - Schiedsrichter: Raphael Philipp (Nanzdietschweiler).