Kolumne Abseits RHEINPFALZ Plus Artikel Von Feierbiestern und Ballermännern

Beim SV Battweiler rollte der Ball am Wochenende nicht, die Punkte gingen dennoch an den SVB.
Beim SV Battweiler rollte der Ball am Wochenende nicht, die Punkte gingen dennoch an den SVB.

In der neueste Kolumne „Abseits“ beschäftigt sich Benjamin Haag unter anderem mit ausgedehnten Feierlichkeiten und einer ausgelosten Aufstellung.

SV Battweiler: Zwei wichtige Punkte am grünen Tisch

„Nichtantritt Gast“ steht am Sonntagabend salopp auf der Internet-Plattform fussball.de. Das bedeutet für den SV Battweiler in der Bezirksliga einen großen Schritt in Richtung Klassenverbleib. Denn nachdem die SpVgg Waldfischbach-Burgalben am Samstag nicht zur Partie beim SVB antrat, hat dieser nun vier Zähler Vorsprung auf eben diese Waldfischbacher (36). Bei einer Niederlage des SVB gegen Waldfischbach hätten beide Teams den Tabellenplatz getauscht und der SVB hätte auf einem Abstiegsrang gestanden. So rutschen die Waldfischbacher zwei Spiele vor Saisonende erstmals auf einen Abstiegsplatz.

„Sie hatten nur neun Leute. Einen Tag vorher haben sie aber noch mit 15 Leuten im Kader gegen unsere Zweite gespielt“, sagte dazu Battweilers Spielertrainer Daniel Lenhard. Wie SG-Spielleiter Gerhard Strütt mitteilte, waren neben neun länger verletzten Spielern auch drei Polizisten unabkömmlich. Am Montag stand dann bei fussball.de hinter der Begegnung schon „2:0 U 0:2“. Das heißt die Partie wurde für den SV Battweiler gewertet, die Punkte gingen aufs SVB-Konto.

Jetzt müsste wohl schon ganz viel schief gegen, damit die Battweilerer den Klassenverbleib in der Bezirksliga noch verspielen. Denn die Lenhard-Truppe hat mit Sicherheit das auf dem Papier leichteste Restprogramm aller Mannschaften. Am kommenden Sonntag muss der SV Battweiler beim Schlusslicht FC Fehrbach ran, das erst zwei Punkte aus zwei Remis auf dem Konto hat. Und eine Woche später kommt der Vorletzte TuS Schönenberg nach Battweiler, beide Teams stehen bereits als Absteiger fest.

SV Martinshöhe II: Es wird hart gefeiert – mit Schnorres

„Wir wollten gewinnen. Wir hatten aus dem Hinspiel was gutzumachen“, sagte der Spielertrainer des C-Klassen-Meisters SV Martinshöhe II, Dirk Straßer, der das Heimspiel gegen die SG Thaleischweiler-Fröschen auch für sich als emotional bezeichnete. „Es war meine letzte Partie als Spieler, das war schon etwas Besonderes für mich. Es war auch schön, dass es zu Hause war und auch um gar nichts mehr ging“, meint der scheidende Zweitmannschaftstrainer des SVM.

Das 1:0 war der Lohn aller Mühen. Doch der Sieg kam durchaus kurios zustande. „Wir haben die Aufstellung gelost. Letztlich war mir auch egal, wie wir gewinnen“, sagte der SVM-Coach, der insbesondere Torhüter Oliver Burgard lobte, der als Linksaußen für den Meister der C-Klasse Pirmasens/Zweibrücken West eine „Bombenpartie“ machte, die Niklas Maske mit seinem Treffer in der 66. Spielminute entschied.

Neben der Auslosung der Positionen gab es noch weitere Höhepunkte. „Wir wollten schon ein bisschen Fez machen, wenn wir schon vor dem letzten Spieltag aufgestiegen sind“, berichtete Defensivspieler Straßer. So hatten alle Akteure einen „Schnorres“, die übrigen Barthaare wurden abrasiert. „Wir feiern hier schon seit dem vorletzten Spieltag, seit wir Meister sind. Manche haben zwischendurch eine Pause gemacht und erst nach dem Training am Freitag wieder angefangen, andere feiern schon sieben Tage durch. So etwas hat’s in Martinshöhe noch nicht gegeben“, sagte der SVM-Coach, der ab der kommenden Saison zum Trainerstab der ersten Mannschaft gehört. „Wir haben am Sonntag den FCK geschaut und haben mit dem Gegner von der Ersten gefeiert. Das ist richtig schön. Es wird hart gefeiert“, meint Straßer.

Ein Glück: Nun ist Sommerpause, sodass sich die feierwütigen Martinshöher ausgiebig ausruhen können, bevor es dann nach der Sommerpause künftig in der B-Klasse um Punkte geht.

B-Klasse West: Echte „Baller League“ am Wochenende

Das Torverhältnis zählt im Bereich des Südwestdeutschen Fußball-Verbandes nicht? Das hätte man den Akteuren der B-Klasse West mal sagen sollen: 67 Tore fielen da am Wochenende – in acht Spielen. Die ohnehin angriffslustige Mannschaft der SG Rieschweiler II gewann mit 11:2 gegen den SV Bottenbach, obgleich sie zur Halbzeit „nur“ mit 3:1 führte. Gleich fünfmal schlug wieder Spielertrainer Daniel Preuß zu (jetzt 45 Tore). „Die letzten Spiele wollen wir alle gewinnen“, hatte der bereits eine Woche zuvor angekündigt und mit seinem Team deutlich Wort gehalten.

Aber auch der durch einige Landesliga-Kicker verstärkte SV Hermersberg II, der nur einen Zähler (69) hinter der SGR II liegt, ballerte wild drauflos und siegte mit 8:0 bei der SG Harsberg-Wallhalben-Mittelbrunn. Normale Ergebnisse gab es kaum: Das 4:0 der SG Knopp/Wiesbach bei der SG TuS Rimschweiler/VB Zweibrücken II war schon das torärmste Spiel. Den Zuschauern macht’s jedenfalls Spaß. Und wenn es nach Preuß geht, wären zwei weitere Kantersiege zum Saisonabschluss gegen Höheischweiler und Ixheim sicher wünschenswert, die die Meisterschaft sichern.

Benjamin Haag
Benjamin Haag
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