Zweibrücken Von Absagen profitiert

Nach dem Boulder-Titel gewinnt Elisa van der Wel auch die Landesmeisterschaft im Lead-Klettern der Damen.
Nach dem Boulder-Titel gewinnt Elisa van der Wel auch die Landesmeisterschaft im Lead-Klettern der Damen.

«FRANKENTHAL.» Das Teilnehmerfeld bei den 23. offenen Rheinland-Pfalz-Meisterschaften am Samstag im Frankenthaler Sportzentrum Pfalz Rock waren wegen Pfingstferien und Lehrgängen doch reichlich ausgedünnt. Einer Klettersportlerin war das egal: Elisa van der Wel von der Sektion Zweibrücken des Deutschen Alpenvereins (DAV) überzeugte bei den Damen und gewann.

Die 22-Jährige bewies im Leadklettern (mit Seilsicherung) wieder einmal ihre Klasse und ließ die beiden Frankfurterinnen Anna Giessel und Wiebke Weber im Finale hinter sich. Doch die Vorjahresdritte profitierte wie die übrigen Teilnehmer von den Absagen von Athletinnen aus Hessen, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und Rheinland-Pfalz wie ihrer Zweibrücker Kollegin Lucie Molitor, die im vergangenen Jahr Zweite war. Im März hatte van der Wel bereits die Rheinland-Pfalz-Meisterschaft im Bouldern (ohne Seilsicherung in Absprunghöhe) in der Vorderpfalz gewonnen. Am Samstag zog die Sportlerin im Lead-Klettern nach. „Es waren tatsächlich nicht so viele Leute da, wie ich erwartet hatte. Daher hatte ich auch keinen Plan, wie das Ergebnis ausfallen würde“, meinte Elisa van der Wel. Am Ende war sie sehr zufrieden mit ihrer Leistung. Es habe alles so geklappt, wie sie sich das vorgestellt habe, und Spaß habe es ihr auch gemacht, sagte die Sportlerin im Anschluss an den Wettkampf. Kaum Ausdauertraining gemacht Vorbereitet hat sie sich nicht speziell auf die Rheinland-Pfalz-Meisterschaften. „Ich war vier Tage in Innsbruck und habe dort Lead trainiert“, sagte die Athletin. „Ich bin ja eher aus dem Boulder-Bereich, bei dem ich bei zwei Weltcups mitgemacht habe. Daher habe ich kaum Ausdauer trainiert“, meinte van der Wel. Der Rest sei dann von ihrer Boulder-Kraft gekommen. Doch nicht nur van der Wel war aus der Westpfalz nach Frankenthal gereist. Stefan Gerber zog es nach zwei Jahren wieder zu den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften. Der Homburger, 2017 Dritter, verpasste am Samstag das Finale und wurde 13. Den Titel holte sich – wie im Vorjahr – Jakob Nibler. Der 20-Jährige betrachtete den Wettkampf als Test, um seine Form zu finden. Niblers Ziele sind die westdeutsche Meisterschaft und die deutsche Combined-Meisterschaft. Er schaffte es im Finale als einziger Sportler bis nach ganz oben. Zweiter wurde Nils Siegel vom DAV Saarbrücken. Der Frankenthaler Lokalmatador Johannes Lau landete überraschend auf Rang drei. Vater Norbert Lau, Organisator der Meisterschaften, war zufrieden mit der Leistung seines Sohnes. Vor allem aber fand Lau lobende Worte für die vielen Helferinnen und Helfer. „Die Organisation lief hervorragend. Bereits am Freitagabend waren wir mit allem fertig“, berichtete Lau vom Aufbau. Die Routen seien fotografiert und gefilmt worden, damit sich alle Athleten gut vorbereiten können. Das taten die Jugendlichen aus den verschiedenen Bundesländern dann auch. Seewalds schwacher Trost Wie Sarah Seewald: Die dritte Sportlerin des DAV Zweibrücken schaffte es ins Finale der weiblichen B-Jugend und schrammte dort nur knapp am Podest vorbei. Es war aber wohl nur ein schwacher Trost für die Vorjahressiegerin. Seewald verpasste die Titelverteidigung deutlich. Nach der Qualifikation lag die 14-jährige Zweibrückerin bereits auf Platz fünf. Im Finale wurde sie Vierte. Die ersten drei Plätze gingen an Siegerin Malin Krüger aus Frankfurt, Julanda Peter aus Kaiserslautern als Zweite und Anna-Lena Wolf, die für die Bergfreunde Saar antrat.

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