Zweibrücken Viele Emotionen, aber keine Punkte

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Nach dem Abpfiff des Drittliga-Handballspiels zwischen dem TV Hochdorf und dem SV 64 Zweibrücken begann am Samstag das große Umarmen. Die Anspannung verflog, die diese mit vielen Emotionen aufgeladene Partie begleitet hatte. Freude pur bei Hochdorf. Der Favorit gewann 31:23 (12:13) (RHEINPFALZ am Sonntag berichtete). Beim SV mischte sich Trauer über die Niederlage und den Leistungsabfall im zweiten Spielabschnitt in die Wiedersehensfreude mit Ex-Trainer Stefan Bullacher und den Ex-Spielern Robin Egelhof und Ladi Kovacin.

HOCHDORF

. Kurz vor 19 Uhr kam Zweibrücker Fan um Zweibrücker Fan in die Hochdorfer Halle. Über 100 wollten das sportliche Duell mit dem neuen Team von Stefan Bullacher erleben. Ex-SV-Spieler Robin Egelhof war einer der ersten Hochdorfer auf dem Feld. Abklatschen mit den Freunden im SV-Trikot, Nils Wöschler und Luca Dobrani. SV-Trainer Tony Hennersdorf beobachtete von Beginn an das Aufwärmprogramm seines Teams. Im Gegensatz zu TVH-Trainer Stefan „Bulli“ Bullacher. Um 19.07 Uhr kam er, für den es wohl der emotionalste Abend war, in die Halle. Der erste Zweibrücker, der ihm über den Weg lief: Marc-Robin Eisel von der A-Jugend. Herzliche Begrüßung. Symptomatisch für den Abend. 19.18 Uhr: Hennersdorf und Bullacher nutzten die Zeit für einen kleinen Plausch an der Mittellinie. Die SV-Spieler, die sich gerade einwarfen, begrüßten ihren früheren Trainer. Dann war erst mal Schluss mit Nettigkeiten. Der SV, fokussiert und konzentriert in den ersten 30 Minuten, spielte mit die beste halbe Stunde in dieser Runde. Die Abwehr aufmerksam. Nils Wöschler stoppte gleich mal seinen Freund Egelhof. „Am Anfang war es komisch, aber im Spielverlauf wurde er mehr und mehr einfach ein guter Gegner“, sagte Wöschler, der auch in Hochdorf seine Top-Verfassung bewies. Die bekam auch sein Ex-Teamkollege Ladislav Kovacin im TVH-Tor zu spüren. Chancenlos blieb Ladi bei Wöschlers Würfen. Schwierig sei es gewesen, bekannte Robin Egelhof: „Man weiß ganz genau, jetzt macht er das und das. Das lässt sich über 60 Minuten nicht ausblenden“, gestand er. Auch für SV-Spielmacher Dennis Götz war das Spiel Emotion pur, da Bruder Tim auf Hochdorfer Seite das Spiel lenkte und zu einem Matchwinner avancierte, „Klar kann ich als Bruder diese Leistung anerkennen“, sagte Dennis Götz, der selbst stark begann. Er habe sich vorgenommen ruhig zu bleiben, so wenig Emotionen wie möglich zu zeigen, verriet Stefan Bullacher, wie er diese schwierige Partie angehen wollte. Wer den Trainer aus 21 Jahren in Zweibrücken kennt, weiß: Das konnte nicht funktionieren. Vor allem weil seine Mannschaft seine Taktik zunächst nicht umsetzte. Nach zwölf Minuten packte „Bulli“ die Taktik-Tafel aus. Hennersdorf dirigierte lautstark. Als SV-Torwart Benny Berz den Strafwurf von Niklas Schwenzer parierte, Niklas Bayer den in Unterzahl spielenden SV mit 8:6 in Führung schoss, nahm Bullacher die Auszeit (16). Als wären nicht schon genug Emotionen im Spiel, wurden diese noch mal erhöht. Till Wöschler, Junioren-Weltmeister im Speerwurf von 2010, gab nach der Auszeit sein Drittliga-Debüt. Riesen-Applaus von den SV-Fans. Hochverdient die 12:9-Führung in der 24. Minute, die Till Wöschler vom Kreis erzielte. Das berühmte SV-wir-schaffen-das-allen-Widrigkeiten-zum-Trotz-Gefühl war greifbar. Er habe gemerkt, dass er so nicht weiter coachen könne, bekannte Bullacher. Die im ersten Durchgang zurückgehaltenen Emotionen entluden sich offenbar in der TVH-Kabine. Und nach dem Wechsel coachte Bullacher den TVH so emotional wie früher den SV. Gelbe Karte inklusive. Nach dem Spiel wurde „Ladi“ Kovacin von den SV-Fans geherzt. „Die fehlen mir schon“, gestand Ladi lachend. Dass er im zweiten Spielabschnitt durch Lennart Schulte im Hochdorfer Tor ersetzt wurde, war spielentscheidend. Schulte brachte die SV-Angreifer zur Verzweiflung. Von 21:18 (43.) auf 25:18 (49.) zog Hochdorf weg. Die Entscheidung. Bei allen Sympathien für Zweibrücken, „ich wollte gewinnen“, gestand Bullacher.

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