Zweibrücken Viel Arbeit für SV 64-Torwart Berz

Die Erleichterung bei den Handballern des SV 64 Zweibrücken am Samstag in Völklingen war riesengroß. Haarscharf waren sie an einem Fehlstart in die Oberliga-Saison vorbeigeschrammt. Mit 23:21 (10:10) gewannen sie bei der HSG Völklingen, nachdem sie 60 Minuten lang nicht ihr Potenzial hatten abrufen können.
«VÖLKLINGEN.»Die Spielbeurteilung beider Trainer machte deutlich, welches Spiel, gemessen an den eigenen Ansprüchen der Teams, zu sehen war: „Die Leistung war phasenweise sehr gut. Aber das Ergebnis stimmt natürlich nicht“, bewertete HSG-Trainer Berthold Kreuser die Partie. „Das Ergebnis geht in Ordnung. Wir haben zwei Punkte, aber die Leistung war nicht gut“, urteilte SV-Trainer Tony Hennersdorf. Zwei Dinge begleiten den SV 64 weiter: Die bekannte Abschlussschwäche ließ sich auch in Völklingen nicht abstellen. HSG-Torwart Andrej Kessler wurde warm geworfen. Und der SV kann sich auf treue Fans verlassen. Über 100 SV-Anhänger waren mit nach Völklingen gefahren. Sie wurden, was die Leistung anbelangte, enttäuscht. „Wir hatten schon Angst, dass sie irgendwann anfangen, rückwärts zu spielen“, machten Fans in der Halbzeit ob des fehlenden Tempos im SV-Spiel ironisch ihrer fehlenden Begeisterung Luft. So hatten sich die Zweibrücker den Saisonauftakt nicht vorgestellt. In der Abwehr fehlte es gegen kampfstarke Völklinger, die dem Favoriten eindeutig ein Bein stellen wollten, am richtigen Stellungsspiel. Und dem ein oder anderen Zweibrücker an der Körperlichkeit, um die gestandenen Völklinger zu halten. Das machte sich verstärkt auf der rechten Zweibrücker Abwehrseite bemerkbar. So gelang es den Gästen nie, sich mal entscheidend abzusetzen. Sie durften sich letztlich sogar bei ihrem besten Spieler, Torwart Benny Berz, bedanken, dass es mit 10:10 in die Pause ging. Allein mit drei klasse Paraden, unter anderem einem gehaltenen Strafwurf, bewahrte er seine Mannschaft nach dem 9:9 vor einem deutlichen Pausenrückstand. „Es ist natürlich schön, der Matchwinner zu sein. Aber ja, natürlich hätte ich mir manchmal ein bisschen weniger Arbeit gewünscht“, bestätigte Berz lachend und bilanzierte: „Ein nervöses Auftaktspiel von uns“. Ruhe und Struktur kam nie ins SV-Spiel. Besser wurde es in Sachen Angriffswucht, als Hennersdorf zur zweiten Halbzeit endlich Jugend-Nationalspieler Marc-Robin Eisel brachte, der Zug zum Tor hatte, wenn auch nicht immer Fortune. Eine Top-Leistung von Berz brauchte es aber auch im zweiten Abschnitt. Die Hoffnung trog, dass der SV dieses Spiel sicher nach Hause bringen würde, als er durch schöne Tore des spät eingewechselten David Oetzel zu einer 19:16-Führung kam (49.). Völklingen glich zum 19:19 aus. Aber Oetzel zum 20:19, Eisel, der den Ball selbst erobert hatte, zum 21:19 und erneut Oetzel zum 22:19 brachten das SV-Team auf die Siegerstraße. „Was der SV an Qualität von der Bank bringen konnte, hat heute den Unterschied gemacht“, bilanzierte Kreuser. So spielten sie SV 64 Zweibrücken: Berz, Santarini (Siebenmeter) - Bayer (2), Grieser (3), Majbik (3/3) - Ihl (4), Zellmer - Schwarzer (2) - Meiser, Marusak, Eberhard (1), Sema, Eisel (4/1), Oetzel (4) Spielfilm: 5:7 (17.), 7:7 (18.), 7:9 (21.), 9:9 (24.), 10:10 (Halbzeit), 11:13 (37.), 16:16 (45.), 16:19 (49.), 19:19 (53.), 19:22 (56.), 21:23 (Ende) - Zeitstrafen: 4:4 - Siebenmeter: 5/4 - 6/4 - Beste Spieler: Berz - Kessler - Zuschauer: 220 - Schiedsrichter: Frank/Stolle (HV Rheinland).