Zweibrücken Viel Arbeit für den Schiedsrichter

91-73106979.jpg

Wallhalben (bun). Der VfL Wallhalben hat gestern den sechsten Heimerfolg der laufenden Saison gelandet. Gegen den Lokalrivalen SC Winterbach gelang dem Tabellenführer der C-Klasse Pirmasens/Zweibrücken Mitte ein 4:1 (1:1)-Erfolg. Rund 90 Zuschauer erlebten eine interessante Partie mit deutlichem Derby-Charakter. Hitzige Zweikämpfe und etliche verbale Nickligkeiten auch rund ums Spielfeld belegten die Brisanz, die im Duell der beiden Ortsnachbarn steckt. Sogar Schiedsrichter Tariq Sajid vom FK Pirmasens meinte nach dem Spiel: „Das war anstrengend!“

Der Referee verteilte zwei Gelb-Rote und zwei Rote Karten, richtig harte Fouls hatte Sajid aber nur wenige zu ahnden. Die Hitzigkeit der Spieler entlud sich meist in Worten und Gesten. Auch von Zuschauerseite kam Stimmung auf, eine Aussage vom Balkon des Sportheims herunter lautete beispielsweise: „Ich komm nunner unn zieh der de Hut runner.“ Es war also was geboten auf dem VfL-Gelände, auch der sportliche Teil des Nachmittags konnte sich sehen lassen. Die Winterbacher Gäste gestalteten die ersten 45 Minuten nach der Devise „Tabellenführer ärgern“, der SCW bewegte sich großteils auf Augenhöhe und kam sogar zum Führungstreffer. Elf Minuten waren absolviert, als sich Torjäger Jonas Schmidt Richtung VfL-Kasten aufmachte. Sein Versuch wurde von Wallhalbens Keeper Jens Bäcker noch abgewehrt, der Nachschuss von Marc Gessner saß aber. Die Platzherren schüttelten sich kurz, dann setzten sie ihren Offensivfußball fort. Erfolg hatte der VfL damit nach knapp einer halben Stunde. Corey Caperton konnte auf Zuspiel von Fabian Gries den Ausgleich markieren. Die Szene zeigte, wie effektiv schnörkelloser Fußball sein kann. Es war der 50. Wallhalber Treffer der laufenden Saison. Bis zum Halbzeitpfiff hatten beide Teams weitere Chancen, zeitweilig war Winterbach ganz dicht am zweiten Treffer dran. Die Einwechslung von Markus Meyer in der 60. Minute erwies sich dann als Glücksgriff für Wallhalben. Denn zwei Minuten später setzte Meyer einen Foulelfmeter zur 2:1-Führung in die Maschen. Dem Tor voraus ging ein Foul von Christopher Fletscher an Marco Lang. Der SC Winterbach hielt trotz des Rückstands noch eine Weile mit, Wallhalber Angriffen stellte sich eine engagiert kämpfende Abwehr – allen voran Marco Neubauer – entgegen. Auch das 3:1 durch Marco Lang in der 75. Minute hätte noch nicht das Aus für sämtliche SCW-Punkteträume bedeuten müssen, die Roten Karten gegen Marcus Tews und Marc Gessner wegen Motzens gegen den Schiri schwächten die Gäste aber. Wallhalben spielte das jetzt clever runter, und Markus Meyer setzte kurz vor dem Abpfiff den Schlusspunkt. Auf die hitzige Atmosphäre angesprochen, meinte Marco Lang nach dem Abpfiff knapp: „Derby ist eben Derby.“ Seine Truppe habe sich durch einen Fehler den 0:1-Rückstand eingehandelt, dann aber in der Art einer Spitzenmannschaft reagiert und zu ihrem Spiel zurückgefunden. Winterbachs Co-Trainer Rudy Schwarz bemängelte in erster Linie die Undiszipliniertheit einiger Winterbacher Spieler. Mit Feldverweisen schwäche man sich bekanntermaßen selbst. So spielten sie VfL Wallhalben: Bäcker - Reinig, Hüther, Seegmüller (80. Siegler), Klein - Munzinger, Lang, Gries (60. Meyer), Hilse, Pavel - Caperton (86. Schwarz) SC Winterbach: Dintinger - Fletscher, Stefan Röhrich, Heinzmann, Neubauer - Ewert, Bäsel, Gessner (13. Waldemar Röhrich,46. Gessner), Tews, Klein - Schmidt (83. Ecker) Tore: 0:1 Gessner (11.), 1:1 Caperton (29.), 2:1 Meyer (62., Foulelfmeter), 3:1 Lang (75.), 4:1 Meyer (89.) - Gelbe Karten: Munzinger, Gries - Fletscher - Gelb-Rote Karten: Pavel - Neubauer - Rote Karten: Tews (72.), Gessner (78.) - Beste Spieler: Munzinger, Lang, Caperton - Dintinger, Neubauer, Bäsel - Zuschauer: 90 - Schiedsrichter: Sajid (Pirmasens).

x