Zweibrücken „Vereinsschambel“ sind unverzichtbar

„Weeschde noch, er had immer e Sigar im Mund gehadd, un vum Fritz Leonhardt isser unnerschdidzd wor?“ Aber beiden, Wendelin Schenk, damals Chef der Verkehrswacht, und seinem Helfer, wurde es nicht leicht gemacht. Hatten sie doch früh die Idee, an der Rennwiese ein Verkehrsgelände einzurichten, um den Schulkindern sicheres Verhalten im Straßenverkehr beizubringen. Respekt – sie schafften es mit ihrer Hartnäckigkeit, und manches, was heute selbstverständlich ist, wurde von ihnen angeleiert. Mit dem gleichen Einsatz ging Leonhardt den Gedanken an, ein Schullandheim einzurichten. In Annweiler, mit Blick auf den Trifels, sollte es sein. In einer Zeit, in der Familien nicht nach Mallorca oder in die Tiroler Berge reisten, sollte dies den Schülern eine neue Welt bieten. Auch diese Idee wurde lange belächelt, obwohl der frühere Oberbürgermeister Fichtner Vorsitzender des Schullandheim-Vereins war. Später kippte der Bau einer „Hinkelsfarm“ das Vorhaben in Annweiler. Noch immer existiert der Schullandheim-Verein – für manche Kritiker etwas für „Vereinsschambel“. An eine alte, beliebte Einrichtung erinnerte jüngst die RHEINPFALZ: die kirchliche Bildungsstätte „Schönau“, der in der Gegenwart mehr Aufmerksamkeit gelten sollte. Früher wussten selbst protestantische Schüler, dass die Katholiken in Schönau ein tolles Freizeitangebot besaßen: Von Lagerfeuern, gemeinsamem Singen und Nachtwanderungen war die Rede. Man war „neidisch“, wenn die „Gaufe-Brieder“, wenn Walter Hauck oder Rudi Burkhardt von ihren Aufenthalten dort berichteten. Und Jugendfreund Heinz Burkhardt tut das heute noch. Immer ist dabei „vun unserm Kaplan“ die Rede, dem späteren Speyerer Domkapitular Johannes Urich. Als der ehemalige Generalstaatsanwalt und VTZ-Vorsitzende Heinrich Gauf sein Erinnerungsbuch vorstellte, war auch Urich dabei und hörte wieder von seinem Schönau. Geschäftliches für die „Turner“ regelten „de Heini“ und sein Bruder Herbert, der als Finanzbeamter der Schatzmeister des Vereins war, samstags „beim Magret“ am Wochenmarkt-Stand. Herberts Frau war hier jahrelang im Einsatz. Eine Bürgerinitiative „fa ebbes“ war die Einrichtung des Rosenweges entlang des Schwarzbaches: „ Vun de Schließ“ bis in die Fasanerie. Dass hierbei Stadt und Rosenverein Unterstützung von der damaligen Stadtsparkasse und deren Mitarbeitern bekamen, dass auch die Amicitia mit ihrem rührigen Alfons Zwick an der Vereinsspitze, regelmäßig Unkraut jätete, will fast wie ein Märchen erscheinen. Diese Arbeitseinsätze in der Freizeit sollten aber nicht vergessen werden. Beim diesem Stichwort denkt man auch an Margot und Heinz Schneider aus Auerbach, die lange und tatkräftig den Motorsport-Club bei seinen Grasbahnrennen unterstützten. „Die zwee schaffe wie die Brunnebudzer!“ und bewiesen einmal mehr, dass es ohne engagierte Helfer, ohne „Vereinsschambel“, eben nicht geht. Warum fällt uns gerade „de Rebmann Arthur“ ein? Doch nur, weil er am Hornbachstaden „bei de Vaube“ für vieles zuständig war. Heute wird oft der Mangel an Helfern beklagt. Selten werden sie gelobt. Manchmal ist ein Hinweis „Weeschde noch de Rothe Walder im Westpalz-Schdadion?“ späte Anerkennung.