Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Verbandspokal: SG Rieschweiler spielerisch zu stark

Rieschweilers Zweifachtorschütze Simon Hauk (links) setzt sich am Mittwochabend gegen Reichenbachs Lars Scholten durch.
Rieschweilers Zweifachtorschütze Simon Hauk (links) setzt sich am Mittwochabend gegen Reichenbachs Lars Scholten durch.

Der Landesligist setzt sich mit einer überzeugenden Leistung beim Bezirksligisten VfB Reichenbach durch. Über eine Sache ärgern sich am Ende beide Teams.

Der VfB Reichenbach verabschiedete sich am Mittwochabend aus dem Südwestpokal. Landesligist SG Rieschweiler war in der dritten Runde eine Klasse zu stark. Bekannte Fehler und die spielerische Klasse der Gäste stehen dem Bezirksligisten bei der 2:5 (0:3)-Heimniederlage im Weg.

SGR-Trainer Björn Hüther war hinterher gut gelaunt. Durch den Auswärtssieg haben seine Jungs und er die vierte K.o.-Runde im Verbandspokal erreicht und dabei spielerisch über weite Strecken eine ansprechende Leistung gezeigt. „Wir bekommen momentan zu viele Gegentreffer, da hätte ich auch heute gerne einen weniger gesehen. Aber sonst sind wir souverän weitergekommen, ich kann die Jungs nur loben“, sagte Hüther.

SGR hat nur leichte Anlaufschwierigkeiten

Die Gäste hatten nur leichte Anfangsschwierigkeiten. Mannschaftskapitän David Wagner war nach einer Unachtsamkeit (8.) in der Defensive auf sich alleine gestellt, dabei verschätzte er sich als letzter Mann etwas, wofür er mit Gelb und Freistoß aus dem Halbfeld von Schiedsrichter Marcel Bender (Langweiler-Merzweiler) bestraft wurde. VfBler Tom Kuhn setzte seinen Kopfball danach aber zu hoch an. Und Marvin Höbel, der über die linke Gastgeberseite für die besten Offensivaktionen sorgte, wählte kurz darauf die falsche Entscheidung. Statt auf einen mitgelaufenen Mitspieler im Fünfer zu passen, zog er den Ball aufs kurze Eck und traf nur das Außennetz.

Das war erstmal alles, was Rieschweiler verkraften musste. David Wagners Führungstor per Kopf nach einer Ecke war nur der erste von weiteren sehenswerten, weil top vorbereiteten Treffern. Das SGR-Team war von der Spielanlage her erkennbar im Vorteil. Simon Hauk (29.) legte Tor Nummer zwei nach, Max Welter baute mit einem satten Flachschuss die Führung (35.) aus. Beim VfB waren sie vor allem damit beschäftigt, die teilweise großen Abstände zwischen den Ketten zu schließen.

SGR-Dreierkette stellt VfB-Kicker oft ins Abseits

In der Hektik schlichen sich immer mal wieder Flüchtigkeitsfehler ein, die der SGR in die Karten spielten. Nach vorne versuchte es der VfB hauptsächlich mit langen Pässen in die Tiefe. Rieschweiler spielt seit dieser Runde mit einer Dreierkette als Defensivriegel, mehrfach ließen sie die Reichenbacher in die Abseitsfalle tappen. Deren Spielertrainer Yannik Brehmer verpasste kurz vor der Pause den Anschluss, als er nur das Aluminium traf.

Dafür traf Hauk (53.) erneut. Bis zur 70. Minute passierte vor dem Gästegehäuse wenig, ehe Marvin Höbel vor den Augen der knapp 150 Zuschauern das 1:4 gelang. Und hätte er kurz darauf den Ball, alleinstehend vor der Torlinie, sauber mit der Stirn getroffen, wär es womöglich noch mal spannend geworden. So aber erzielte der erst 180 Sekunden zuvor eingewechselte Finn Kettenring zielsicher das 5:1 (77.). David Hach betrieb (88.) noch Ergebniskorrektur.

Beide Klubs ärgern sich über Schiri-Kosten

Enttäuscht, aber erhobenen Hauptes ausgeschieden zu sein, so präsentierte sich VfB-Spielertrainer Yannik Brehmer nach Spielende. „Unser Problem der letzten Spiele haben wir heute wieder gezeigt. Wir starten sehr gut und müssen mit mindestens einem Tor in Führung gehen. Dann bist du als klassentiefere Mannschaft mehr in der Ruhe, kannst das Spiel anders gestalten, als einem Rückstand nachzulaufen.“ Diese Baustelle müsse man auch in der Liga endlich abstellen. „Auch wenn es spielerisch auf dem Platz anders ausgesehen hat und Rieschweiler da klar besser war, finde ich, war es im Endergebnis zu eindeutig.“

Die Stimmung wurde beiden Klubs mit 270 Euro Schiedsrichterkosten aus den Einnahmen der Eintrittsgelder vermiest. Ob das im Sinne des Amateurfußballs sei, stellten beide Seiten in Frage.

x