Zweibrücken
Umfrage: Wie wollen sie bestattet werden?
Jan-Hendrik Prager möchte nach seinem Tod verbrannt werden. „Meine Großmutter ist noch nicht allzu lange verstorben. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich nicht allzu oft auf dem Friedhof bin. Ich brauche keine Stätte, um zu ihr zu gehen. Wenn ich an meine Oma denke, denke ich an meine Oma, nicht an einen Ort. Natürlich gehe ich ab und zu an ihr Grab und spreche mit ihr, und dabei kommt man sich selbst schon auch mal albern vor. Aber die Gedanken an meine Oma kommen oft im Alltag. Bei der Verbrennung denke ich, dass meine Angehörigen mit mir nicht so viel Arbeit haben“, sagt der Zweibrücker. Seine Mutter wolle unbedingt, dass ihre Asche im Meer verstreut werde, er selbst sei aber kein Meer-Mensch.
Kurt Stock hat sich noch keine großen Gedanken darüber gemacht, wie er bestattet werden möchte. Er hat aber auf Nachfrage eine klare Präferenz. „Weder möchte ich als Diamant enden, noch im Rhein verstreut werden. Ich möchte verbrannt werden, also Feuerbestattung und Urne“, sagt er. Nach den Gründen gefragt, erklärt der Zweibrücker: „Meine Kinder wohnen alle weit weg, von denen pflegt keiner ein Grab. Und ein normales Grab ist natürlich auch teurer als ein Urnengrab“, sagt er mit Blick auf die finanzielle Seite.
Maria Schaumburger aus Ixheim möchte anonym auf dem Waldfriedhof auf dem Wattweiler Berg bestattet werden. „Meine Kinder wohnen weit weg, und die sollen sich nicht darum kümmern müssen. Ich habe zwar keine konkreten Vorbereitungen getroffen, aber meine Kinder wissen Bescheid“, sagt sie. Zu Diskussionen in der Familie habe ihr Wille nicht geführt. Die neuen Bestattungsformen seien nichts für sie. „Ich habe gerade erst meine Eltern beerdigt. Sie wollten auch ein traditionelles Grab“, verrät Schaumburger.
Andreas Kreutzer aus Zweibrücken antwortet auf die Frage, ob er sich schon Gedanken gemacht hat, wie er bestattet werden möchte, mit: „Nicht wirklich. Ich denke, dass ich verbrannt werden möchte. Das ist am saubersten und am wenigsten Arbeit für die Hinterbliebenen. Das muss man bedenken, denn es ist nicht mehr wie früher.“ Sowohl seine Großeltern als auch seine Eltern sind bereits tot. Er besuche deren Gräber nicht sehr oft, weil er es einfach nicht könne. Nicht aus beruflichen oder zeitlichen Gründen, sondern aus seelischen Gründen, wie er beschreibt. Für sich selbst wünscht er sich eine Feuerbestattung mit anonymem Grab.
Joe Hagelüken und seine Frau haben schon überlegt, sich in den Niederlanden bestatten zu lassen, weil dort bislang die liberalsten Bestattungsgesetze galten. „Das, was jetzt in Rheinland-Pfalz beschlossen wurde, galt in den Niederlanden schon länger. Das finden wir gut. Wir hatten schon verschiedene Ideen, wie wir uns bestatten lassen möchten und haben die Form auch schon mal geändert. Wir sind nicht festgelegt. Aber zur Zeit würden wir die Urne mit nach Hause nehmen. Das hätten wir schon früher gewollt, das wäre über die Niederlande aber ein wenig illegal gewesen. Denn dann hätten wir ja in den Niederlanden sterben müssen“, erklärt der Zweibrücker mit einem Schmunzeln. Das Thema sei jetzt aber durch die Gesetzesänderung erledigt.
Lena Franz denkt nicht an den Tod. „Die Gedanken mache ich mir nicht. Der kommt, wenn er kommt. Ich möchte unter einem Baum bestattet werden, und mein Kind soll wissen, wo das ist. Aber sie hat ein eigenes Leben und soll mit der Grabpflege nicht so viel zu tun haben. Ein Grab besuchen zu können, ist das eine, aber Pflanzen und Blumen zu pflegen und alles, was mit einem normalen Grab zu tun hat, ist zu viel. Deshalb kommt für mich nur eine Feuerbestattung infrage, da muss ich auch keinen fragen oder darüber diskutieren in der Familie, das ist meine Entscheidung“, sagt sie.