Zweibrücken TSC Zweibrücken nur zu 99,9 Prozent Meister

Zweibrücken. Die Meisterschaftsentscheidung in der A-Klasse Pirmasens-Zweibrücken ist gestern nicht gefallen. Spitzenreiter TSC Zweibrücken hat zwar sein Heimspiel gegen den SV Palatia Contwig mit 5:0 (2:0) gewonnen, Verfolger MTV Pirmasens gewann seinerseits aber beim FC/VfB Münchweiler mit 5:2 und hat weiter die theoretische Möglichkeit, den Sportclub noch einzuholen.
Den TSC-Verantwortlichen war das gestern kurz nach 17 Uhr egal, sie und 330 Zuschauer hatten einen Lokalkampf gesehen, in dem die Gäste aus Contwig nur in der ersten Halbzeit mithalten konnten. Contwigs Trainer Stefan Höh war nach dem Abpfiff noch nicht mal unzufrieden, seine Mannschaft habe ohne fünf Stammspieler auflaufen müssen, das sei nicht aufzufangen gewesen. „Drei der Gegentreffer haben wir nach Standardsituationen gefangen, da haben unsere 1,90-Meter-Leute gefehlt“, stellte Höh fest. Unterm Strich laute die Lehre des Nachmittags einfach: „Der TSC ist nunmal gut.“ Und der TSC lag schon nach zehn Minuten vorne. Yunus Emre Göz trickste Contwigs Keeper Moritz Betz aus und schoss aus kurzer Distanz ein. Die Gäste revanchierten sich im Gegenzug mit einem Versuch des sehr eifrigen Felix Fuessgus, seinen Schuss konnte TSC-Torsteher Martin Kozel aber entschärfen. Die erste Halbzeit über war die Palatia fast gleichwertig. Das 2:0 für den TSC fiel erst kurz vor dem Pausenpfiff. Ein Hauch brasilianische Fußballkunst wehte in der Szene über den Platz, Philip Jakob gab von rechts in den Contwiger Strafraum, Rainer Burkart verlängerte das Leder mit der Sohle zu Torschütze Denis Sikora. Im zweiten Spielabschnitt war der TSC wesentlich dominierender, mit dem Zwei-Tore-Vorsprung im Rücken machte er zeitweise wirklich einen meisterlichen Eindruck. In der 56. Minute traf Tobias Schön nach einem Eckball per Kopf zum 3:0 und kurz darauf schloss Philip Jakob einen Spielzug ebenfalls mit dem Kopf zum 4:0 ab. Ein Contwiger Zuschauer brachte es auf den Punkt, wie der Nachmittag für ihn noch zu retten sei: Er kündigte an, ins Eiscafé zu gehen. Die in der ersten Hälfte noch wacker spielenden Contwiger waren nach 70 Minuten ziemlich platt, die Gastgeber schaukelten das Ding locker heim. Den Treffer zum Endstand markierte wieder Philip Jakob. Eine gute Szene in der Schlussphase hatten schließlich noch TSC-Keeper Kozel und Contwigs Thomas Flohr. Den von Flohr technisch perfekt getretenen direkten Freistoß in der 84. Minute lenkte Kozel mit gutem Reflex an den Pfosten. Diesen Ehrentreffer hätte sich Contwig gestern verdient. Nach dem Abpfiff ließ TSC-Coach Sanel Nuhic seine Jungs lange auslaufen, Spieler und Anhang warteten auf das Ergebnis des eine Viertelstunde später angefangenen Spiels von Verfolger MTV Pirmasens. Pirmasens gewann. Dass es so noch nichts ist mit der vorzeitigen Meisterschaft, quittierte Nuhic mit einem Lächeln und einem Schulterzucken. „Wir sind zu 99,9 Prozent Meister“, sagte er. Aufgeschoben sei nicht aufgehoben. (bun)