Spiel der Woche RHEINPFALZ Plus Artikel Traumtor, gute Defensive, breite Spielanlage: SC Stambach startet prima in die Rückrunde

Das 1:0 für Stambach ist unterwegs, Battweilers Pascal Rauch (links) kann sich nur noch wegdrehen, SVB-Spielertrainer Sven Heilm
Das 1:0 für Stambach ist unterwegs, Battweilers Pascal Rauch (links) kann sich nur noch wegdrehen, SVB-Spielertrainer Sven Heilmann (rechts) nicht mehr eingreifen. Daniel Ebersoldt (Mitte) hat nach einem Abpraller mit links voll Maß genommen und ballert die Kugel in den Winkel.

Beim 4:0-Sieg gegen Battweiler II trifft der SCS-Kapitän Daniel Ebersoldt selbst. Warum er in einer anderen Schusssituation den Ball aber lieber einem Mitspieler überlässt.

B-Klasse-Tabellenführer SC Stambach hat sich auch im ersten Rückrundenspiel gegen den SV Battweiler II keine Blöße gegeben und seine lange Serie ohne Niederlage fortgesetzt. Den abgewehrten Abpraller, nach einer Flanke von Tim Leßmeister aus dem Strafraum des SV Battweiler II, feuerte Daniel Ebersoldt (13.) direkt anrauschend mit dem linken Spann auf den gegnerischen Kasten. SVB-Torwart Jannis Meyer streckte sich zwar noch, doch das Spielgerät zischte an seiner Hand vorbei ins Tordreieck. Der sehenswerte Führungstreffer der Stambacher durch ihren Spielführer war zugleich verdient für die Leistung bis dahin. Der Tabellenführer der B-Klasse West, der die komplette Hinserie kein Spiel verloren hatte, war am Sonntag von Beginn an bemüht, die Serie im ersten Rückrundenspiel aufrechtzuerhalten. Das klappte beim 4:0 (2:0).

Zehn lethargische Minuten der Stambacher

Stambachs Spielertrainer Dennis Hirt, der bekanntlich wegen eines Kreuzbandrisses ausfällt, dirigierte lautstark von der Seitenlinie. Sven Heilmann, der Spielertrainer auf der Gegenseite, stand im Angriff auf dem Feld und sorgte für den ersten guten Moment (20.) auf Gästeseite. Ebersoldt unterlief in der Vorwärtsbewegung ein vermeidbarer Abspielfehler. Der zentrale Mittelfeldspieler war da zu schlampig und passte zum Gegner. Über Jan Böhr ging es schnell nach vorne. Am Ende der gefälligen Offensivaktion rutschte Heilmann aber der Ball über den Spann, er flog somit neben das Tor. Auch Sven Teuscher hatte eine Abschlusschance (23.), die er wie sein Trainer aber nicht in Zählbares ummünzen konnte.

Stambachs Spielanlage war auf Breite ausgelegt. Tim Leßmeister auf rechts wählte bei seiner ersten Gelegenheit das kurze Eck als Abschlussziel. Das vereitelte SVK-Keeper Meyer (25.). Vier Minuten danach das gleiche Strickmuster beim Tabellenführer, diesmal wählte der offensive Mittelfeldspieler aber das lange Eck und zirkelte den Ball zur 2:0-Halbzeitführung (29.) in den Winkel.

Ebersoldts gutes Stellungsspiel und Timing

Heilmann brachte auf SVB II-Seite mit Stürmer Jannik Clauer für sich selbst eine frische Offensivkraft. Dies schien sich zunächst zu lohnen. Lethargische zehn Minuten beim SCS brachten Battweiler wieder etwas mehr Torraumszenen ein. Jan Böhr zwang SCS-Keeper Jonas Schwarz zu einer ersten Faustabwehr (49.). Stambach fing sich aber, kam wieder auf Touren. Das Gefühl der Kontrolle holten sich die Stambacher über gelungene Defensivaktionen zurück. Mit zwei Sechsern, Lukas Erdmann und Nicolas Veith in der Innenverteidigung, wurden viele Situationen durch Ballkontrolle und Ruhe spielerisch und im Mannschaftsverbund gelöst. Veith belohnte sich noch selbst, als er das 3:0 (66.) erzielte.

Daniel Ebersoldt wusste die Kreise von Battweilers Pascal Rauch gut einzudämmen. Eine Vielzahl an Ballkontakten, wie es für einen Sechser üblich ist, hatte der 26-Jährige nicht, dafür war er wie bei seinem ersten Saisontreffer oft an der richtigen Stelle. Geschickt im Stellungsspiel und Timing ging er ins Kopfballduell mit dem um einen Kopf größeren Jan Böhr. Der Battweilerer hatte die schlechtere Position zum Ball und knallte Ebersoldt in den Rücken. Den fälligen Freistoß brachte Steven Hörner genau auf die Stirn von Markus Bolies (70.), der aber in Keeper Meyer seinen Meister fand.

Ebersoldt: Traumtor war so nicht geplant

Pech hatte der emsige Ebersoldt dann, als er einen zweiten Schussversuch unternahm und ihm Mitspieler Pascal Bosche dazwischen rannte und ihn mit dem Oberschenkel blockte. Zwei Minuten vor dem Schlusspfiff war noch mal eine direkte Abschlussmöglichkeit für den Kaufmann im Baustoffhandel da, er zog allerdings zurück und überließ den Ball dem mitgelaufenen Steven Hörner, der das Gehäuse verfehlte. „Dem Trainer nimmt man die Gelegenheit nicht weg“, erklärte Ebersoldt hernach dazu schmunzelnd.

Leßmeister hatte zuvor schon per sattem Schuss zum 4:0 (85.) den Deckel darauf gemacht. Während Sven Heilmann seiner eigenen vergebenen Chance nachtrauerte und dem wegen Foulspiels nicht gegebenen Anschlusstreffer (75.) zum 3:1, verließ Ebersoldt zufrieden den Platz. „Unsere Spielanlage war heute sogar besser als in der vergangenen Woche beim 11:0 gegen Bottenbach, auch wenn wir vieles liegenließen, weil der letzte Pass nicht ankam“, befand er zum Heimsieg auf dem Contwiger Kunstrasenplatz vor 80 Zuschauern. Sein Traumtor war so nicht geplant. „Ich habe mit links geschossen, bin aber Rechtsfuß, darum wollte ich ihn erst stoppen. Aber so kann man ihn auch mal machen“, erklärte er lachend.

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