Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Trainer Björn Stoll hofft noch auf einfache Blitz-Runde mit seinen FSG-Damen

Konrektor und Handballtrainer im Wartestand: Björn Stoll.
Konrektor und Handballtrainer im Wartestand: Björn Stoll.

Ein halbes Jahr schon ist Björn Stoll, der früher auch beim SV 64 Zweibrücken spielte, nun Coach der wieder in die Pfalzliga aufgestiegenen Frauenspielgemeinschaft Hauenstein/Rodalben. Seine Bilanz: keine Niederlage. Aber auch kein Sieg. Nicht ein Ligaspiel gönnte ihm Corona bislang.

„Um was geht es?“, will Björn Stoll wissen, als sich die RHEINPFALZ bei ihm meldet. „Dann sind wir schnell fertig“, lautet seine Antwort, als er erklärt bekommt, dass es die Leser interessieren könnte, wie es dem 44-jährigen Höhfröschener in der aktuellen Situation als Trainer ohne Training und Spiele geht. Es fällt das Wort mit Sch…

Aber es gibt ja noch mehr, über das man sprechen kann, beispielsweise im Blick zurück. Denn der heutige Wahl-Pfälzer stammt aus dem Saarland, wuchs in Wiebelskirchen auf, das für seine starken Badminton-Mannschaften bekannt ist, und ist beruflich Konrektor der Grundschule in Kirkel-Limbach (Saarpfalz-Kreis).

Als Handballer spielte er beim TuS Neunkirchen, kam dann zum SV 64 Zweibrücken, kam im Rückraum in der Oberliga zum Einsatz. „Für mich war das schon genug“, verneint er die Frage, ob er auch mal zu Zweibrücker Drittliga-Zeiten am Ball war. Später übernahm er als Spielertrainer die Reservemannschaft der 64er, ehe er die Männer des TV Thaleischweiler in der Pfalzliga führte.

Ein Jahr A-Jugend-Bundesliga

Als sein zweiter Sohn auf dem Weg war, entschied sich Stoll dazu, mit dem Handball kürzerzutreten, pausierte zunächst, ehe er in Zweibrücken die Gelegenheit bekam, die A-Jugend-Bundesliga-Mannschaft zu übernehmen. Zwar nur für ein Jahr, aber diese Chance wollte sich der Saar-Pfälzer nicht entgehen lassen. Dann folgte wieder eine Pause, in der es zwar Angebote gab, „aber irgendwo war immer ein Haken; bis Romy Hirtle (Handball-Abteilungsleiter der TS Rodalben, Anmerkung der Redaktion) mir das Konzept der FSG vorstellte. Das war ganz was anderes“, sagt Stoll.

Zum ersten Mal Trainer im Frauenbereich, dann das Konzept einer guten Jugend, deren Spielerinnen ans Frauenteam herangeführt und später voll integriert werden sollen. Das überzeugte Stoll, der sich auch mit seinem Vorgänger Kevin Hauck – der Linksaußen hat gerade bei Oberligist VTZ Saarpfalz für die kommende Saison 2021/22 verlängert – austauschte: „Wir haben viele Übereinstimmungen festgestellt. Daher musste ich kaum etwas verändern. Ich habe in der Abwehr nur an Nuancen gefeilt, im Angriff viel in Kleingruppen trainiert“, berichtet der Neu-Trainer.

Auf sehr gutem Weg

Den quälten vor dem Vorbereitungsstart zunächst die W-Fragen: Wann, wie und wo kann es losgehen? Stoll: „Dann ging alles ganz schnell. Ab Mitte Juli absolvierten wir eigentlich eine ganz normale Vorbereitung.“ Dabei habe er großen Spaß gehabt: „Die Spielerinnen haben sehr gut mitgezogen und auch immer mehr verstanden, was ich wollte. Ich habe auch auf den Positionen etwas experimentiert“, schildert Stoll. Die Testspiele hätten gezeigt, dass er mit dem personell unveränderten Aufstiegskader auf einem sehr guten Weg gewesen sei, „auch wenn die Chancenverwertung nach wie vor nicht stabil war. Aber das Zusammenspiel zwischen Torfrauen und Abwehr ist auch für Pfalzliga-Ansprüche sehr stabil gewesen“, zieht Stoll Bilanz.

Team in Quarantäne

Dann der Schock: Das Team musste kurz vor dem angedachten Rundenstart in Quarantäne, weil sich eine Spielerin mit Sars-CoV-2 infiziert hatte. Kurz darauf brach die zweite Welle der Pandemie los und die Saison ist – vorerst – bis Anfang März ausgesetzt. Stoll glaubt nicht daran, dass der Termin zu halten ist. „Vielleicht schaffen wir es, dass später eine einfache Runde ohne Rückspiele irgendwie im Eilverfahren durchgezogen werden kann“, will er die Hoffnung für 2020/2021 aber noch nicht ganz aufgeben. Und dann?

„Natürlich muss man noch mal mit dem Verein reden, wie man weitermacht. Aber ich gehe davon aus, dass dies ein kurzes Gespräch sein wird, da für mich klar ist, dass ich für die nächste Runde zur Verfügung stehen werde. Das hier war ja keine …“, meint Stoll abschließend und verabschiedet sich mit der Hoffnung, dass man sich baldmöglichst in der Halle sieht.

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