Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Tote Ziege auf der Weide: Nach Untersuchung viele offene Fragen

Die vordere Hälfte der Ziege war nahezu unversehrt, der Rest wurde gefressen.
Die vordere Hälfte der Ziege war nahezu unversehrt, der Rest wurde gefressen.

Die tote Ziege, die Mitte Februar auf einer Weide an der Maler-Müller-Straße aufgefunden wurde, lässt weiter Raum für Spekulationen. Wurde sie von einem Wolf oder Luchs getötet oder starb sie eines natürlichen Todes und wurde danach aus dem Stall gezerrt? Das Landesuntersuchungsamt (Lua) konnte hier keine eindeutigen Antworten liefern.

Die Brüder Peter Lange und Frank Immig halten auf der Weide oberhalb des Hofenfelsparks zehn Ziegen. Lange fand die tote Burenziege am Morgen des 13. Februar tot am Weidezaun (wir berichteten am 16. Februar). Eine Blutspur ließ sich 25 Meter bis in den Stall zurückverfolgen. Lange fand nur noch die vordere Hälfte des ausgewachsenen Tieres, der Rest samt Innereien war nahezu komplett von einem oder mehreren Räubern gefressen worden. Er suchte nach Antworten, wer dafür verantwortlich war und brachte die Reste der Ziege am Rosenmontag zum Landesuntersuchungsamt nach Koblenz.

Das Ergebnis dieser Untersuchung liegt mittlerweile vor, stellt die beiden Brüder aber nicht zufrieden. „Es gibt keinen eindeutigen Nachweis“, sagt Frank Immig. Die Behörde schließe auch eine natürliche Todesursache nicht aus – und dass die tote Ziege dann von einem oder mehreren Räubern – vielleicht Füchsen – aus dem offenen Stall gezerrt und gefressen wurde. „Das müssten dann aber viele Kleinnager gewesen sein“, meint Immig, der dieser Version skeptisch gegenübersteht. „Das passt für mich nicht. Die Ziege war am Abend zuvor noch fit, und als Halter merkt man doch, ob ein Tier kränkelt.“ Die große Blutlache vorm Stall und die Schleifspur Richtung Weidezaun sprechen für ihn eine andere Sprache. Zudem reagierten die neun verbliebenen Ziegen seitdem panisch und versuchten, den Stall zu meiden.

Wölfe und Luchse töten Beutetiere in der Regel mit einem Nackenbiss. Das Landesuntersuchungsamt habe jedoch keine diesbezüglichen Spuren gefunden, so Immig. Im schriftlichen Befund ist festgehalten, dass alle inneren Organe der Ziege fehlen sowie der hintere Teil der Wirbelsäule und verbliebene Reste des Beckens fast komplett skelettiert sind. An Muskelresten seien stecknadelkopfgroße Eindrücke zu finden.

Die Todesursache bleibt für das Lua unklar. Bei den Verletzungen handele es sich um nach dem Tod zugefügte Fraßspuren. Hinweise auf vor dem Tod zugefügte Bissverletzungen lagen demnach nicht vor. Das Lua hat auch Tupferproben für eine eventuelle genetische Untersuchung in einem Fachinstitut in Hamburg genommen, die vier Wochen gelagert werden. „Dann kämen jedoch weitere hohe Kosten auf uns zu“, meint Immig. „Ich denke, wir müssen das jetzt akzeptieren wie es ist und weitere Sicherheitsvorkehrungen treffen.“ Eine nach dem Vorfall installierte Kamera hat bislang keine neuen Erkenntnisse gebracht.

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