Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Torwart Dentzer hält beim 20:20 Punkt für die VTZ Saarpfalz fest

 VTZ-Torwart Norman Dentzer war bei drei Versuchen der Saulheimer von der Siebenmeterlinie nicht zu überwinden – und auch sonst
VTZ-Torwart Norman Dentzer war bei drei Versuchen der Saulheimer von der Siebenmeterlinie nicht zu überwinden – und auch sonst kaum.

Es lohnte sich beim ersten Heimspiel des Handball-Oberligisten VTZ Saarpfalz bis zum Schlusspfiff in der Halle zu bleiben. Ein Torhüter, der von der Siebenmeterlinie nicht zu überwinden war und ein früherer Bundesliga-Handballer sorgten für tolle Momente.

Noch sieben Sekunden zu spielen, 20:20 stand es in der Westpfalzhalle. Handball-Oberligist VT Zweibrücken-Saarpfalz war nah dran an der Überraschung gegen Titelkandidat SG Saulheim. Es kam auf einen Mann an, der in den 59 Minuten und 53 Sekunden zuvor die Grundlage dafür gelegt hatte: VTZ-Torwart Norman Dentzer. Und Dentzer krönte sein starkes Spiel, siegte im Siebenmeter-Duell gegen Saulheims Spielmacher Darren Weber. Ball übers Tor, Punkt für die VTZ. 20:20 (9:11) endete die Partie. „Dafür spielt man Handball, für diese Momente“, sagte Dentzer und bekannte: „Endlich wieder Handball, endlich wieder Wettbewerb und endlich wieder vor Zuschauern.“ Zu den ersten Gratulanten des Keepers gehörte Töchterchen Emma. „Papa war gut“, bestätigte die Fünfjährige.

Einig war sich der 35-jährige Keeper, der sein erstes Heimspiel in der Westpfalzhalle bestreiten durfte – im Trikot des TV Offenbach hatte Dentzer die Zweibrücker in vergangenen Spielzeiten oft zur Verzweiflung gebracht – mit seinem Trainer Kai Schumann: „Wenn mir das einer vor dem Spiel gesagt hätte, hätte ich es sofort genommen.“ Damit meinten sie das Ergebnis, den erhofften, aber nicht eingeplanten Punkt, aber auch die Art und Weise, wie die VTZ spielte. „Mit ein bisschen mehr Glück können wir sogar gewinnen“, fand Dentzer.

Webers Tore der Güteklasse A für Saulheim

In den 60 Minuten hatte er sich vor allem ein packendes Duell mit Saulheims Top-Neuzugang Patrick Weber geliefert. Der frühere Bundesliga-Spieler markierte einige Tore der Kategorie Güteklasse A. Wie den dritten SG-Treffer, den er aus zwölf Metern millimetergenau unter der Latte platzierte. Keine Chance für Dentzer. Der entschärfte im Spielverlauf aber einige Würfe des Zwei-Meter-Mannes, der Dreh- und Angelpunkt im SG-Spiel war. Entscheidende Paraden. Die Mannschaft sei noch mal zusammengerückt, habe nie aufgesteckt und sich den Punkt wahrlich verdient, sagte Schumann.

Für Saulheim war es das erste Saisonspiel, und man habe der Mannschaft die lange Wettkampfpause angemerkt, sagte SG-Trainer Patrick Horlacher. Da habe die Nervosität mitgespielt. Und dann stand da noch ein Torhüter hinter einer gut arbeitenden VTZ-Abwehr, der diese Nervosität der SG-Angreifer noch wachsen ließ. Weil der im südpfälzischen Silz wohnende Keeper mit der unbändigen Freude am direkten Vergleich mit den Schützen immer wieder Hand oder Fuß an den Ball brachte.

VTZ-Team startet gut in die Partie

Die VTZ war gut ins Spiel gekommen, führte nach 13 Minuten 6:3. Horlacher brachte Christopher Klee für die Deckungsmitte, davor agierte Patrick Weber in der vorgezogenen Abwehrposition. Diese Kombination ließ den Angriffsschwung der Zweibrücker aus der Anfangsphase etwas ins Stocken geraten. Es entwickelte sich über weite Strecken eine ausgeglichene Partie.

7:6 führte Zweibrücken, als Darren Weber den ersten SG-Strafwurf an die Latte warf: 1:0 für Dentzer im Siebenmeter-Duell (21.). Die Kombination Dentzer mit langem Pass auf den schnellen VTZ-Außen Kevin Hauck brachte das 8:8 (25.). In den letzten Minuten vor dem Pausenpfiff erarbeitete sich Saulheim einen kleinen Vorsprung und setzte direkt nach dem Wiederanpfiff noch einen drauf: 15:12 durch Patrick Weber. Erstmals führten die Gäste mit drei Toren.

Dentzer von Siebenmeterlinie nicht zu überwinden

Das sollte aber nicht reichen. Auch weil Dentzer das zweite Siebenmeter-Duell – diesmal gegen Manuel Werber – für sich entschied. Als Thomas Jung, der zuvor zwei Gegenstoßchancen liegen gelassen hatte, seinen dritten Tempoangriff einnetzte, auf 14:15 verkürzte, war die VTZ zurück im Spiel, glich durch ein Tor von Kreisläufer Julian Kreis zum 17:17 aus und ging durch einen Wurf von Jung mit 18:17 in Führung. In diesem Moment zeigte sich die ganze Cleverness von Patrick Weber. Die VTZ, die in Unterzahl spielte, weil Hauck eine Zeitstrafe absaß, hatte den Torhüter rausgenommen, wechselte nicht schnell genug zurück: Mit dem Anwurf traf Weber ins leere VTZ-Tor.

Jung zum 20:19, Rote Karte für Kreis nach grobem Foul in der Abwehr, Foul von Lauppert und Siebenmeter für Saulheim. Aber auch das dritte und letzte Strafwurf-Duell ging eben an Norman Dentzer.

So spielten sie

VTZ Saarpfalz: Dentzer - Kraucevicius (5/1), Rifel (1), von Lauppert (3/1) - Michel (1), Hauck (4) - Kreis (2) – Jung (3), Baumgart (1)

SG Saulheim: Martin - Konrad (2), Darren Weber (1), Patrick Weber (10) - Lipp, Schmitt - During (2) – Julius Werber (1), Klee (1), Sieben, Manuel Werber (3)

Spielfilm: 6:3 (13.), 6:6 (19.), 9:9 (27.), 9:11 (Halbzeit), 12:13 (35.), 12:15 (42.), 17:17 (52.), 20:19 (58.), 20:20 (Ende) - Zeitstrafen: 4:4 - Rote Karte: Kreis (60., grobes Foul) - Siebenmeter: 3/2 - 3/0 - Beste Spieler: Dentzer - Patrick Weber - Zuschauer: 250 - Schiedsrichter: Bentz/Weiler (Eckbachtal/Kandel).

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