Zweibrücken thema: Kübel-Platanen auf dem Herzogplatz:

Die beiden Herren Pirmann und Boßlet sollten wissen, dass der Beruf eines Gartenarchitekten – wir sprechen hier von einem der renommiertesten Europas – einen gewissen Bildungsgrad, ein Studium und vor allen Dingen ein kunstgeschichtliches Wissen voraussetzt. Als Vorsitzender des Kunstvereins Zweibrücken, den ich zehn Jahre leitete, war es für mich immer eine Freude, das Lob der Gäste zu hören über diesen klaren und würdevollen Herzogplatz. Ohne besseres Wissen, hilflos ausgesucht, Kübel, Bäume und Bänke zu platzieren, damit erreicht man genau das Gegenteil. Aber vielleicht will man von der Stadtspitze eine Hinterhofatmosphäre etablieren, wie sie in vielen Dörfern praktiziert wird. Für mich eine Anmaßung Nichtwissender! Bildung wächst nicht einfach, man muss etwas dafür tun. Man kann nicht, wie hier geschehen, mit der Gegebenheit der Macht frevelhaft ein denkmalgeschütztes einmaliges Ensemble verunstalten. Dem Oberbürgermeister und dem Flugkapitän würde ich dringlichst raten, fachlichen Rat einzuholen, wenn man meint, diesen architektonisch historischen Herzogplatz umgestalten zu müssen. Bedauerlicherweise kann Professor Gunnar Martinsson sich dazu nicht mehr äußern. Das kleinkarierte Vorgehen zeigt sich auch darin, wie man mit einem Kunstwerk umgeht. Mit den Urhebern der Skulptur „Im Eck“, dem Bildhauer-Ehepaar Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoff, wurde lange auf dem Herzogplatz nach dem besten Standort gesucht. Beide Künstler haben von der Schillerstraße, vom Gestüt, von der Innenstadt kommend, diesen Platz ausgewählt. Das oft zitierte Fingerspitzengefühl wäre beim Umgang mit einem Kunstwerk angebracht. Man muss nur wissen, dass Fingerspitzengefühl immer im Kopf entsteht. (...) Allein das Bild aus der RHEINPFALZ vom 8. August zeigt, wie ein repräsentativer Platz mit einem Durcheinander von Betonkegeln und Kübeln mit Baumbepflanzung verunstaltet wird. Von einer durchdachten Anlage kann man hier keinesfalls sprechen. Missgestaltet ist das richtige Wort. (...) Die Bäume müssen während des Jahres wahrscheinlich entfernt werden, zum Beispiel während des Stadtfestes – Kostenaufwand für Weg- und Zurückbringen. Durch die Kübel ist die Reinigung des Platzes kostenaufwendiger. Das Material der Kübel dürfte rostanfällig sein, und damit werden die Bodenplatten mit Rostfarbe irreparabel beschädigen – Auswechslung unumgänglich. Auch der Transport der Kübel wird Bodenplatten beschädigen, so dass eine größere Menge der Platten zum Auswechseln vorhanden sein müssen – weiterer Kostenaufwand. Nachdem in der RHEINPFALZ vom Zusammenwachsen der Baumkronen und der damit verbundenen Schattenerzeugung für die künftigen Ruhebankbenutzer geschrieben wurde, ist mir Folgendes nicht klar: Baumkronen verschiedener Bäume können nicht zusammen-, höchstens ineinanderwachsen. Das bedeutet aber, dass bei dem regelmäßigen Entfernen der Bäume die ineinander gewachsenen Äste auseinandergezogen oder entfernt werden müssen. Daher entsteht zwangsläufig Leere, Bruch der Äste und Zweige. Damit wird der Anblick der Bäume und somit des Hallplatzes noch unansehnlicher.