Zweibrücken Taubenhaus im Kirchturm soll auch den Menschen Vorteile bringen
Das erste Zweibrücker Taubenhaus ist seit Anfang Dezember fertiggestellt und im Betrieb. Die Protestantische Kirchengemeinde Zweibrücken hat im Turm der Alexanderskirche einen Raum zu Verfügung gestellt, den die Gewobau um- und ausgebaut hat und der über Spenden unterhalten wird. „Das Gemeinschaftsprojekt des betreuten Taubenhauses entstand, um die Situation der Tauben und das Miteinander von Mensch und Tier in unserer Stadt zu verbessern“, teilte Stadtsprecher Jens John am Montag mit. Seit Juli dürfen in Zweibrücken keine Tauben mehr gefüttert werden.
Eier werden ausgetauscht
John zählt eine Reihe von Vorteilen auf, die solche betreute Taubenhäuser mit sich brächten: Weil die Vögel dort Futter und Wasser bekommen, würden sie an den Ort gebunden, hielten sich auch den Großteil des Tages dort auf und legten an diesem Ort Eier. Die Eier werden durch Attrappen getauscht, um die Population zu regulieren. Die Tauben setzten ihren Kot hauptsächlich im Taubenhaus ab, der dort regelmäßig entsorgt wird. Die Tiere seien nicht gezwungen, sich lange außerhalb des Taubenhauses aufzuhalten, um zum Beispiel in der Fußgängerzone oder an Geschäften nach Nahrung zu suchen. Dies vermindere Störungen und Verschmutzungen in der Stadt. Es entstehe kein flüssiger „Hungerkot“, der schlechter zu reinigen ist. Die Tiere seien durch die Fütterung gesünder und widerstandsfähiger gegen Krankheiten, und sie könnten ärztlich betreut werden. Eine solche Versorgung entspreche dem im Grundgesetz verankerten Staatsziel „Tierschutz“, schreibt John.
Die Argumente für das Taubenhaus finden sich auch in einer Antwort der Beigeordneten Christina Rauch an die zweite Landesvorsitzende der Tierschutzpartei, Barbara Schwarz aus Dahn, wieder. Die hatte nachgefragt, wie weit das im Frühjahr angekündigte Taubenhaus ist, vor allem, nachdem bereits seit Sommer ein Fütterungsverbot gilt: „Über die Tierschutzpartei erreicht mich die Nachricht von zahlreichen besorgten Zweibrücker Tierfreunden, dass es zwar ein Fütterungsverbot gebe, welches strikt überwacht werde, aber keine von der Stadt gestellte sichere Unterkunft für die Stadttauben, beziehungsweise die Vielzahl der Stadttauben, die nun dank Winterkälte und Fütterungsverbot elend zugrunde zu gehen drohen.“
Zusammenleben von Menschen und Tauben verbessern
Die Betreuung des Taubenhauses übernimmt die im März gegründete „Zweibrücker Stadttaubenhilfe“. Deren Ziel ist es laut der Stadt, die Lebensbedingungen der Tauben in Zweibrücken zu verbessern und die Population auf tierschutzgerechte Weise zu regulieren: „So können Straßen, Plätze und Gebäude spürbar von Verschmutzungen durch Taubenkot entlastet und die Zufriedenheit betroffener Bürgerinnen und Bürger in ihren Wohn-, Arbeits- und Freizeitbereichen verbessert werden.“ Der Verein fühle sich somit nicht nur dem Tierschutz verpflichtet: „Ziel ist es, das Zusammenleben von Bürgerinnen und Bürgern sowie Stadttauben in Zweibrücken nachhaltig zum beiderseitigen Nutzen von Mensch und Tier zu verbessern.“
Die Stadt bittet die Zweibrücker, sich an das Fütterungsverbot von wildlebenden Tieren zu halten, um die Annahme des Taubenhauses durch die Tiere zu ermöglichen. Sie sollen auch keine weiteren Nist-, Brut- und Schlafplätze für verwilderte Haustauben und Wildtauben bereitstellen.
Info
Wer Interesse an dem Projekt „Taubenhaus“ hat oder mithelfen möchte, kann sich an die Vorsitzende der Stadttaubenhilfe, Angelika Lapp, wenden. Der Verein ist per E-Mail an stadttaubenhilfe-zw@gmx.de zu erreichen.