Sportsfreunde RHEINPFALZ Plus Artikel SVN-Fußballer Frederik Rosen und seine vierbeinigen Kameraden

Konzentriert: Hundeführer Frederik Rosen, der seit dem Jahr 2015 für den SVN Zweibrücken Fußball spielt, mit Diensthund Ike bei
Konzentriert: Hundeführer Frederik Rosen, der seit dem Jahr 2015 für den SVN Zweibrücken Fußball spielt, mit Diensthund Ike bei einer Vorführung der Bundeswehr.

Wenn Frederik Rosen mit Schäferhund-Mix Ike und dem belgischen Schäferhund Track in Zweibrücken Gassi geht, dann vermuten Außenstehende nicht direkt, was sich hinter dem Dreigespann verbirgt. Denn sie sind zwar privat ganz normal Hund und Herrchen, sie verbindet allerdings mehr: Rosen und seine beiden Vierbeiner sind Kameraden – genauer gesagt Hundeführer und Schutzdiensthunde bei der Bundeswehr.

„Ike und Track leben ganz normal bei mir. Darüber hinaus arbeiten wir noch zusammen, wobei Ike seine ,Stehzeit’, wie die Dienstzeit formell genannt wird, bereits abgeleistet hat“, erklärt Rosen. Der Mischling ist demnach ausgemustert und aus dem Wehrdienst entlassen. Track ist der neue, aktuelle Diensthund. Da Frederik Rosen Ike als „supertollen Hund“ bezeichnet, hat er sich dazu entschieden, von der Möglichkeit Gebrauch zu machen, ihn nach der Dienstzeit nicht wieder abzugeben, sondern bei sich zu behalten.

Ursprünglich stammt Rosen aus Aachen. 2010 trat er seinen Bundeswehrdienst in der Zweibrücker Niederauerbach-Kaserne an. Um neben der Bundeswehrkarriere in der Westpfalz Anschluss zu finden, nahm ein Kamerad den Fußballer mit zum SC Winterbach. Zwei Jahre schnürte er dort die Fußballschuhe. Mit dem Kicken hatte er schon in der F-Jugend bei seinem Heimatverein FV Vaalserquartier begonnen. Später, als A-Jugendlicher und Aktiver, ging er zum benachbarten VfJ Laurensberg.

Aus Nordrhein-Westfalen in die Westpfalz

Seit 2014 ist Frederik Rosen ausgebildeter Hundeführer am Zweibrücker Wehrstandort. „Wir werden von den Kampftruppen als Unterstützer angefordert“, erklärt der 32-Jährige aus Nordrhein-Westfalen das übergeordnete Aufgabengebiet der Hundestaffel. Ausgebildet sind die Hunde, um Sprengstoff oder Personen aufzuspüren. „Wir trainieren ständig zusammen, um für den Ernstfall gerüstet zu sein, falls wir zu einem Einsatz gerufen werden.“

Ins Ausland mussten sie aber noch nicht. „Track war noch in der Ausbildung, als unsere Kompanie zu Auslandseinsätzen ging“, teilt „Freddy“, wie er von seinen Freunden genannt wird, mit. Das ist also Zukunftsmusik für die beiden. „Track ist vier Jahre alt, sehr lebhaft, sehr aktiv und will ständig beschäftigt werden“, beschreibt der Hundeführer seinen vierbeinigen Kameraden. „Darum hat ihn der Leiter der Bundeswehr-Hundeschule auch mir zugeteilt, da ich eher ruhig bin und nicht im Mittelpunkt stehen muss“, meint er lachend.

Auf Anhieb Spielführer beim SVN Zweibrücken

Attribute, die nicht nur in seiner Kompanie aufgefallen sind, sondern noch jemand anderem: Trainer Andreas Hergert vom SVN Zweibrücken hatte gegen Ende seiner Aktivenzeit, als spielender Co-Trainer der zweiten Mannschaft, selbst gegen den Aachener gekickt und war anschließend von ihm und seiner Spielweise begeistert. „Ich bin medial nicht vertreten. Und dennoch hat Andy überall rumgefragt und ist irgendwie an meine Handynummer gekommen“, erzählt Rosen.

Zur Saison 2015/16 kam dann sein Wechsel ins Westpfalzstadion zustande. Eigentlich für die Sechser-Position im defensiven Mittelfeld. „Da habe ich aber nicht lange gespielt, sondern wurde meist in der Innenverteidigung eingesetzt. Ich musste auch schon im Sturm ran“, erinnert er sich, „eigentlich hat Andy mich schon, bis auf die Außenbahnen und ins Tor, überall hingestellt.“

Für Hergert ist Rosen neben seinem fußballerischen Können einer, auf den er sich immer verlassen kann. „Freddy hat ab der Insolvenz alles bei uns mitgemacht, spielt alle Positionen, ob erste oder zweite Mannschaft. Er wurde, als er zu uns kam, auf Anhieb Spielführer, hat Verantwortung übernommen und das Aufwärmtraining geleitet“, lobt der Trainer seinen Schützling. Das gute Verhältnis ging sogar so weit, dass Rosen Co-Trainer von Hergert wurde. Die Spielführerbinde gab er dafür uneigennützig ab, um eben nicht wieder überall im Mittelpunkt zu sein.

Sogar schon Trainer Hergert vertreten

„Freddy hat mich sogar mal als Trainer vertreten, als ich aus privaten Gründen verhindert war“, erzählt Hergert. „Ja, das stimmt“, bestätigt der, „es war im Abstiegsendspiel gegen Rot-Weiß Höhmühlbach auf der roten Erde, wie man deren Hartplatz hier nennt.“ Hergert habe ihm bereits in der Vorbereitung auf das Spiel das volle Vertrauen ausgesprochen und sich zurückgezogen. „Ich solle doch bitte nur nicht mit Dreierkette spielen lassen, ansonsten hätte ich volle Rückendeckung und alle Freiheiten.“ Das Spiel gewann der SVN 1:0 – mit Dreierkette als taktischer Formation!

„Ja, so ist es manchmal im Leben, da passt es einfach. Ich fühle mich beim SVN superwohl und versuche so oft es geht, ins Training zu kommen und an Spieltagen zumindest in der zweiten Mannschaft auszuhelfen.“ Leider sei das, bedingt durch Wochenenddienste oder Bundeswehr-Übungseinsätze in der ganzen Republik, nicht mehr regelmäßig möglich.

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