Handball
SV 64 Zweibrücken unterliegt im Top-Spiel bei der HSG Rodgau Nieder-Roden
„Bis zur 52. Minute haben wir das Spiel offen gehalten“, bilanzierte SV-Trainer Stefan Bullacher. Marc-Robin Eisel, eine der tragischen Figuren in dieser Partie, hatte da per Strafwurf auf 21:23 verkürzt. Tragisch, weil Eisel seit Beginn der zweiten Hälfte dem Sprichwort vom Indianer, der keinen Schmerz kennt, alle Ehre gemacht und mit gebrochener Nase gespielt hatte. „Großes Kompliment“, lobte Bullacher den nach der Saison scheidenden Rückraumspieler.
SV 64 kämpft sich nach Schockminuten wieder ran
Es war von Beginn an eine intensive Partie. Und vom Anpfiff weg waren die Schiedsrichter Hochstein/Wiedemann nicht auf Spielhöhe. Ihre Entscheidungen trugen dazu bei, dass die Atmosphäre hitzig wurde. Unbeteiligt waren sie allerdings an der ersten bitteren Situation für die Gäste. Spielmacher Tim Götz, der gerade noch das 1:1 für die Zweibrücker erzielt hatte, knickte ohne Fremdeinwirkung um, zog sich eine Verletzung am Knöchel zu. Für ihn war das Spiel ganz schnell wieder beendet. Die folgenden Schockminuten nutzte die HSG, um sich auf 4:1 abzusetzen. Zweibrücken, das wieder unglaubliche Defensivarbeit leistete, fing sich aber. Eisel, der nun Regie führte, verkürzte auf 2:4. Wenig später war der SV nach einem weiteren Eisel-Tor auf 5:6 (15.) heran. Benny Zellmer gelang der verdiente Ausgleich zum 8:8 (20.).
Dann schlug das Pech auf Zweibrücker Seite erneut zu. Nach einem Zweikampf ging Eisel blutüberströmt zu Boden. Ein Ellenbogen hatte seine Nase getroffen. Unabsichtlich, aber schmerzhaft. Der Torjäger musste raus und behandelt werden. Tim Schaller übernahm nun die Mitte-Position und fand sich glänzend zurecht. Er brachte die Zweibrücker mit 9:8 und 10:9 jeweils in Führung. In der 27. Minute – Tom Grieser hatte zweimal in Folge getroffen – führten die Zweibrücker 12:10. „Absolut verdient zu diesem Zeitpunkt“, fand Bullacher.
Bullacher findet Rote Karte gegen Schaller überzogen
Er konnte da noch nicht ahnen, welchen Strich durch die Rechnung ihm das Schiedsrichter-Duo machen sollte. Gegenstoß Nieder-Roden, Schaller geht in den Zweikampf. „Fair“, meinte Bullacher. Doch zum Entsetzen der Zweibrücker und zum Erstaunen der Nieder-Rodener, zeigten die Referees Rot für Schaller. Damit musste binnen 29 Minuten der dritte SV-Spielmacher vom Feld.
Nach der Pause übernahm Eisel mit gebrochener Nase daher wieder die Regie. „Meine Mannschaft hat sensationell gekämpft“, lobte Bullacher. Dass am Ende ein letztlich verdienter, aber zu hoch ausgefallener Sieg der Gastgeber stand, war laut Bullacher unstrittig. Verdient, weil Nieder-Roden nach dem 15:15 (35.) ständig mit mindestens einem Tor führte. Viel zu hoch, „weil wir die Partie lange enger gestaltet haben“, unterstrich der SV-Coach. Aber in den Schlussminuten unterliefen den Gästen etliche Fehlwürfe und technische Fehler, gepaart mit falschem Defensivverhalten, was Nieder-Roden effektiv ausnutzte.
So spielten sie
SV 64 Zweibrücken: Ivankovic, Dörr (ab 45.) - Ihl (1), Götz (1), Kockler (1) - Hammann, Grieser (4) - Meister (4) – Zellmer (1), Eisel (5), Schaller (3), Schwarzer (1), Alt (1), Huber, Naumann, Gohl
Spielfilm: 4:1 (11.), 5:4 (14.), 8:6 (18.), 8:8 (20.), 10:12 (27.), 13:12 (Halbzeit), 15:15 (35.), 18:15 (40.), 18:17 (45.), 23:21 (53.), 29:22 (Ende) - Zeitstrafen: 3:6 - Rote Karte: Schaller (29., grobes Foul) - Siebenmeter: 3/4 - 1/2 - Schiedsrichter: Hochstein/Wiedemann (HV Mittelrhein/HV Hessen).