Handball
SV 64 Zweibrücken steigt aus Dritter Liga ab
„Wir hatten trotz aller Widrigkeiten das Potenzial, um in der Liga zu bleiben. Wir haben es nicht genutzt“, bilanzierte SV-Trainer Stefan Bullacher. Die Weichen auf Abstieg wurden vor Wochenfrist mit dem schwachen Auftritt in Coburg gestellt. Den sprichwörtlichen Siebenmeter, den das SV-Team damit Friesenheim/Hochdorf II auf den Punkt gelegt hatte, verwandelte die MHSG am Freitag mit dem Sieg in Groß-Bieberau. Damit blieb dem SV nur die Hoffnung auf ein Handballwunder. Das blieb aus. Obwohl die Zweibrücker in Neuhausen alles gaben, um sich die Endspielchance zu wahren.
„Wir haben wirklich ein gutes Spiel gemacht“, lobte Bullacher. 6:1 führten die engagiert startenden, hellwachen Zweibrücker nach acht Minuten. Tom Ihl startete rechts außen stark. Das Zusammenspiel mit Kreisläufer Kevin Knieps funktionierte, Philipp Kockler traf. Aber Tabellenführer Neuhausen fand ins Spiel, kam nach 19 Minuten auf ein Tor heran: 9:10.
Ball ins Gesicht geworfen: Rote Karte
„Es war ein ausgeglichenes, gutes Drittligaspiel“, konstatierte Bullacher. Und ein emotionales Duell. Kurz vor der Halbzeit musste Neuhausens Kreisläufer Patrick Letzgus vom Platz. Er hatte den Ball – der Freiwurf für Neuhausen war noch nicht freigegeben – Tom Grieser aus kurzer Distanz ins Gesicht geworfen. Kurz nach dem Seitenwechsel folgte Tom Ihl, der seine dritte Zeitstrafe kassiert hatte. Eine Schwächung für den SV, denn Ihl hatte – im Gegensatz zu den Teamkollegen, die sich von den Außenpositionen schwertaten – sicher getroffen.
In der 41. Minute gelang TSV-Kreisläufer Simon Kosak mit dem Tor zum 21:21 erstmals der Ausgleich. Bis zum 28:28 blieb es ausgeglichen. Aber dann „haben wir insgesamt zu viele freie Chancen nicht genutzt“, resümierte Bullacher. Durst verwandelte für den TSV einen Freiwurf zum 29:28. Im Gegenzug scheiterte Niklas Bayer frei an TSV-Torwart Josip Kvesic. Zweibrücken ging in die offenere Deckung über. Philipp Keppeler kam am Kreis durch, traf zum 30:28. Götz verkürzte blitzschnell auf 29:30, aber Luis Sommer nutzte die offene SV-Deckung zum 31:29. Neuhausen feierte. Die Zweibrücker saßen enttäuscht auf der Bank oder suchten schnell den Weg in die Kabine.
So spielten sie
SV 64 Zweibrücken: Ivankovic, Dörr (Siebenmeter) – Bayer (2), Götz (4), Kockler (6) – Ihl (4), Meister – Knieps (8/3) – Grieser (2), Hammann (1), Aris Wöschler (1), Nils Wöschler (1)
Spielfilm: 1:6 (8.), 9:10 (19.), 12:14 (27.), 14:16 (Halbzeit), 17:20 (37.), 21:21 (41.), 28:28 (57.), 30:28 (60.), 31:29 (Ende) - Zeitstrafen: 6:5 - Siebenmeter: 4/4 - 3/3 - Rote Karten: Letzgus (30./grobes Foul) - Ihl (32./dritte Zeitstrafe) - Zuschauer: 450 - Schiedsrichter: Czommer/Marin (HV Württemberg).