Handball
SV 64 Zweibrücken stößt mit virtuellem Bier auf den Titel an
Am Samstag ginge die RPS-Oberliga-Saison im Handball regulär zu Ende, würde sich der verdiente Meister, der SV 64 Zweibrücken, Richtung Dritte Liga verabschieden. Bedingt durch die Corona-Pandemie ist das nicht möglich. Deshalb trägt der SV sein letztes Heimspiel virtuell aus und bittet die Fans damit auch um finanzielle Unterstützung.
„Es wäre so schön gewesen“, sagt SV-Spieler Tom Grieser bei der Vorstellung, was am Samstag in der Halle los wäre. Er freut sich wie die Teamkollegen über Titel und Aufstieg, „aber nach der geilen Saison mit diesen unglaublichen Fans hätten wir gerne mit allen gefeiert“, sagt der 22-Jährige. Stattdessen nun also ein „virtuelles letztes Heimspiel“.
Das Wir-Gefühl stärken
Wenn am Samstag um 18 Uhr das letzte Heimspiel angepfiffen wird, „sollten einfach alle noch mal auf unsere Internetseite schauen, sich ein bisschen an die Runde erinnern“, sagt SV-Vorsitzender Jürgen Knoch, und will vor dem Rechner auf den Meister anstoßen. Grieser war auf ihn mit der Idee der Geisterspiel-Tickets zugekommen. „Das hat sich in Chats so ergeben“, erzählt jener. Meisterschaft feiern, das Wir-Gefühl stärken und die Vereinskasse etwas aufzubessern, das soll die Aktion. „Wie viele andere Vereine haben auch wir durch die Corona-Krise mit ausbleibenden Einnahmen aus den Heimspielen finanzielle Probleme und hoffen auf die Hilfe unserer Fans und Unterstützer“, erläutert Knoch. In der abgebrochenen Saison hätte der SV 64 noch vier Heimpartien ausgetragen. Angesichts der Euphorie wären da beim Fan-Krösus der Liga jeweils 1000 Zuschauer zu erwarten gewesen.
Die Aktion Geisterspiel-Tickets ermöglicht es Fans, eine Eintrittskarte, eine Stadionwurst zu kaufen und der Mannschaft einen Kasten Bier zu spendieren. „Die erste Resonanz ist schon absolut super“, freut sich Grieser. Der SV-Abwehrchef absolviert aktuell bei der Heinrich-Kimmle-Stiftung in Zweibrücken eine Ausbildung zum Heilerzieher, musste Corona-bedingt im Gegensatz zum Handball beruflich keine Auszeit verkraften.
Titelfeier wird nachgeholt
Zu den Aktionen rund ums letzte Heimspiel gehören unter anderem ein virtuelles Dankeschön jedes Spielers und des Meistertrainers Stefan Bullacher auf der Vereins-Homepage: „Wir können es kaum erwarten, gemeinsam mit euch die Halle wieder zum Beben zu bringen“, sagen die Jungs, deren Abschlussfahrt nach Mallorca Ende Mai auch gestrichen ist. Aber da Vorfreude bekanntlich die schönste Freude ist, verspricht Grieser: „Die Meisterfeier wird ganz sicher nachgeholt, und es wird eine Riesensache.“
Info
- Wer den SV 64 beim virtuellen Spiel unterstützen möchte, findet Informationen im Internet unter: https://www.geisterspieltickets.de/sv64-zweibruecken.
- Tickets (fünf Euro), Wurst und Limo (je zwei Euro), Bier (2,50 Euro) oder Kiste für die Mannschaft (25 Euro) können auch bezahlt werden bei: Sparkasse Südwestpfalz, Iban: DE47 5425 0010 0034 3936 52, Stichwort: virtuelles Heimspiel.