Handball
SV 64-Spieler Philipp Kockler zündet auch ohne Harz gegen HSG Eckbachtal den Turbo
Stefan Bullacher, Trainer des SV 64, war anzusehen, dass der Sieg bei der HSG Eckbachtal etwas Besonderes war. „Ich habe heute das zweite Mal in meinem Leben überhaupt hier gewonnen. Wir sind froh über den Sieg“, sagte der Coach. Auch Philipp Kockler, an diesem Abend bester Mann auf der Platte, wirkte erleichtert. „Es ist echt geil, hier zu gewinnen. Das schaffen nicht viele. Es ist hart, hier Punkte zu holen“, freute sich der halblinke SV-Rückraumspieler.
In die Partie startete der Favorit mit viel Einsatz und Druck. Nach sechs Spielminuten stand bereits eine beruhigende 5:1-Führung auf der Uhr. „Wir haben direkt Gas gegeben und sie überrascht“, erklärte Kockler. Die Fehlerquote in Abwehr und Angriff war hoch bei den Gastgebern, die sich aber noch in der ersten Halbzeit zurück ins Spiel arbeiteten. Und nicht nur das. Die „Gekkos“ trafen besser, verteidigten souverän und gingen verdient in Führung. „Eckbachtal hat sich gefangen“, erkannte Kockler, der mit seinem Team – gerade in der Abwehr – immer mehr Probleme bekam. Innerhalb von 15. Minuten drehten die Gastgeber das Spiel, so dass es mit einem 17:15 für den Außenseiter in die Halbzeit ging. Die Halle tobte beim Treffer von Philipp Schloß, der mit der Pausensirene ins Tor traf. Eine Überraschung lag in der Luft. „Die erste Halbzeit geht klar an uns“, befand HSG-Trainer Thorsten Koch.
SV 64 steigert sich in der Abwehr
Bullacher monierte in der Pause die schwache Abwehrarbeit seines Teams. „In Worms hatten wir nach 60 Minuten 16 Gegentore, jetzt schon 17 nach 30“, sagte der SV-Coach. Im zweiten Spielabschnitt agierten die Gäste dann aber wie ein Spitzenteam, ließen nur noch elf Treffer zu und waren auch in der Offensive zwingender und schneller. Besonders ein Spieler stach heraus: Philipp Kockler. Der 1,95 Meter große Hüne brillierte mit seiner Schnelligkeit und ging als Antreiber voran. „Er hat super gespielt. Er kam am besten mit dem Ball klar und war unser bester Spieler“, lobte Bullacher. Kockler sei eine Waffe auf seiner Position und unfassbar schwer zu verteidigen, so der „Gekko“-Coach.
Eine solche Waffe fehlte seinem Team in der Schlussphase. Der HSG fiel es immer schwerer, vernünftige Angriffe aufzuziehen oder die richtige Entscheidung zu treffen. Es waren die so oft zitierten „Kleinigkeiten“, die das Spiel zugunsten der Gäste entschieden. „Wir haben in der Crunchtime einen Fehler nach dem anderen gemacht, und der SV 64 hat das abgezockt runtergespielt“, haderte Koch.
Zweibrücker gegen Spielende abgezockt
Zu besagten Fehlern zwang die HSG aber auch die verbesserte Defensive der Gäste. „Die Abwehr ist in einem solchen Spiel das wichtigste“, sagte Kockler. Seine Teamkollegen und er waren in der Schlussphase nicht nur den Schritt schneller, sondern auch vorausschauender. Zwei-, dreimal fingen sie Bälle ab und sorgten auf der Gegenseite für Gefahr, so dass die HSG nicht mehr herankam und Zweibrücken einen hart erarbeiteten, aber auch verdienten Erfolg feierte.
Kockler ist froh, in dieser Spielzeit nicht mehr nach Dirmstein zu müssen. Wer mag es ihm verdenken: Es war nicht nur ein Spiel ohne Harz, sondern auch eines, in dem um jeden Zentimeter gekämpft wurde. Bullacher war das bereits vor der Partie klar gewesen. „Wir wussten, dass es ein hartes Stück Arbeit ist. Eckbachtal ist unglaublich heimstark“, sagte der Gäste-Coach, der nach den häufigen Führungswechseln vor allem den Charakter seiner Mannschaft lobte. „Besonders gut gefallen hat mir heute, dass sie nie aufgegeben haben.“
So spielten sie
SV 64 Zweibrücken: Zayac, Foluszny (n.e.) - Bayer (3), Soos (3), Kockler (10) - Hammann (2), Meister (3) - Grieser (5) – Kroner, Finck, Zellmer (1), Eberhard (3/3), Naumann (1), Schimmel
Spielfilm: 1:5 (6.), 8:8 (18.), 17:15 (Hz.), 22:20 (38.), 23:25 (46.), 28:31 (Ende) - Zeitstrafen: 2:2 - Siebenmeter: 5/3 - 4/3 - Beste Spieler: Kluzik - Kockler - Zuschauer: 100 - Schiedsrichter: Müller/von Wolff (Osthofen/Saulheim).