Handball RHEINPFALZ Plus Artikel SV 64-Rückraumspielerin Rebecca Knoll: „Nie den Spaß verloren“

Rebecca Knoll (Mitte) hat nach der Saison des SV 64 Zweibrücken einiges vor: Sie will mit einer Freundin auf Reisen gehen.
Rebecca Knoll (Mitte) hat nach der Saison des SV 64 Zweibrücken einiges vor: Sie will mit einer Freundin auf Reisen gehen.

Reisende soll man bekanntlich nicht aufhalten. Reisende mit Handballherz halten sich aber selbst mal auf und planen ihre Touren passend zur Saison. Bevor es auf Reisen geht, kämpft Rebecca Knoll, Oberliga-Handballerin des SV 64 Zweibrücken, mit ihrem Team noch um Punkte.

Reiseführer, Online-Seiten von Agenturen studieren, Bücher, soziale Medien und Trainingsklamotten bestimmen derzeit den Alltag von Rebecca Knoll. Die 18-Jährige hat gerade ihr Abitur am Zweibrücker Helmholtz-Gymnasium bestanden und wieder etwas mehr Zeit. Auch für den Oberliga-Handball beim SV 64. Am Sonntag ist der HSV Sobernheim zu Gast (Anwurf: 16 Uhr, Westpfalzhalle).

„Es wäre schon schön, wenn wir mal wieder einen Sieg feiern könnten“, sagt Knoll. Die Mannschaft, die zwei Saisonerfolge feierte, freue sich über gute Spiele, über Komplimente, „aber natürlich würden wir auch gerne mal gewinnen“, sagt die Zweibrückerin. Seit Saisonbeginn spielt sie für die SV-Löwinnen. Keine einfache Saison. „Man muss nur schauen, wer zu Saisonbeginn mit im Trainingslager war und wer jetzt spielt“, sagt Knoll.

Erste Handballerin der Familie

Zum Handball kam sie durch eine AG in der Grundschule. „Ich bin die erste in unserer Familie, die Handball spielt“, verrät sie. Talent und vor allem Spaß am Handball, hatten zur Folge, dass sie sich für den Vereinshandball entschied. Bei der VT Zweibrücken-Saarpfalz spielte sie zunächst, wurde mit der VTZ-C-Jugend Oberliga-Meisterin.

Als es dort mit dem Mädchenhandball nicht mehr weiterging, wechselte sie mit Teamkolleginnen nach Püttlingen, schaffte dort den Sprung ins Oberliga-Team, das als HF Köllertal firmiert. Zu Saisonbeginn fand sie zum SV 64 Zweibrücken, spielt hier mit Lucy Hilz, die auch gerade ihr Abitur am Helmholtz gemacht hat. Beide gehörten, zusammen mit Teamkollegin Ella Hartfelder zum „Jugend trainiert für Olympia“-Handballteam ihrer Schule.

Prima Zusammenhalt in der jungen Mannschaft

Das sei ohnehin das Wichtigste, sagt Knoll, „dass wir uns gut verstehen. Der Großteil der Mannschaft unternimmt privat ganz viel zusammen“, erzählt sie. Dass das aktuelle Team zusammenhält, sich gegenseitig unterstützt, nie den Spaß am und im Training verloren hat, hilft die für Sportler nicht immer einfache Situation zu meistern, meist als Verlierer vom Platz zu gehen. Zuletzt gab es wieder viel Lob für gute Spiele. „Es sagen viele zu uns, dass sie nicht verstehen, warum wir, obwohl wir schönen Handball spielen, Tabellenletzter sind“, sagt Knoll. Ein Grund: Zu viele Chancen bleiben ungenutzt. „Das stimmt“, bestätigt die mit 83 Toren zweiterfolgreichste SV-Torschützin, für die es zuletzt immer besser lief.

„Rüdiger Lydorf hat mir beim Wechsel prophezeit, dass es einige Zeit benötigen wird, bis wir eingespielt sind. Das hat sich bewahrheitet“, sagt Knoll. Hilfreich sei auch, dass das Abitur vorbei ist. Sie erinnert an das Spiel in Koblenz. Sonntags um 16.30 Uhr. „Montags hatte ich eine schriftliche Abiprüfung. Natürlich hatte ich die im Kopf, und natürlich wollte ich mich nicht verletzen.“ Dass dabei dann kein gutes Spiel rauskomme, „ist jetzt nachvollziehbar“, sagt sie lachend.

Kurz-Trip nach Israel, Hilfsprojekte im Hinterkopf

Sie nutzt das Plus an freier Zeit, um viel zu lesen, genießt es, Zeit mit ihrer Familie zu verbringen. Weil Reisen Geld kostet, jobbt sie im Bereich soziale Medien, um die Reisekasse aufzufüllen. Nach der Saison will sie zunächst mit einer Freundin Europa ein bisschen kennenlernen. Spanien, Italien, Griechenland stehen auf der Wunschliste. Ein bisschen arbeiten, ein bisschen Land und Leute kennenlernen.

Für sie, die aus einer Familie kommt, in der der Glaube eine ganz wichtige Rolle spielt, habe immer festgestanden, dass sie nach der Schule als Freiwillige für ein Hilfsprojekt arbeiten will. Haiti, eines der ärmsten Länder der Welt, „war immer mein Plan“, sagt sie. Aber Haiti ist sehr gefährlich. Wer viel liest, sich informiert, bekommt neue Ideen. Namibia oder Südafrika, am liebsten in einer Tierauffangstation helfen, steht jetzt auf der Reisewunschliste weit oben. „Wäre toll, wenn das klappt“, sagt Knoll und bleibt offen für Überraschungen, wohin es sie ziehen wird.

Nach ihrer Rückkehr wird sie wieder Handball in Zweibrücken spielen. Für die neue Zweibrücker Spielgemeinschaft aus SV und VTZ. „Passt perfekt, ich kenne ja beide Vereine“, sagt sie lachend zur aus ihrer Sicht für den Zweibrücker Handball richtigen Lösung. Sie freut sich auf noch viele Spiele mit ihren Teamkolleginnen, die auch Freundinnen sind. Die müssen kommende Woche ohne Knoll trainieren. Eine kleine Reise passt in den Terminplan. Israel heißt das Ziel. „Darauf freue ich mich sehr. Das ist etwas Besonderes“, sagt sie. Aber zum Derby gegen Köllertal, „bin ich pünktlich zurück“, verspricht sie.

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