Handball
SV 64-Damen setzen in neuer Saison auf eigenen Vereinsnachwuchs
Mit einem großen Fragezeichen versieht Rüdiger Lydorf, Trainer der Oberliga-Handballerinnen des SV 64 Zweibrücken die bevorstehende Saison. Zum Start erwarten die Zweibrückerinnen am Sonntag den TV Welling, vergangenes Jahr Aufsteiger aus der Rheinland-Liga (16 Uhr, Ignaz-Roth-Halle). „Das erste Fragezeichen für uns“, sagt Lydorf.
Übliches Informationsgezwitscher fehlt
Informationen über die Gegner „sind nach der Corona-Pause oft spärlich und schwer zu bekommen“, hat er gemerkt. Es fehlt noch das zuvor übliche Informationsgezwitscher. Eine Folge der Kontaktbeschränkungen. Die Gäste kommen aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz, aus dem Nettetal. Welling liegt 18 Kilometer von Mülheim-Kärlich entfernt. Das mit den Informationen werde sich im Verlauf der langen Saison, die Vorrunde der Zweibrückerinnen endet erst Ende Januar, sicher ändern, glaubt Lydorf.
In der Corona-Pause hat sich auch das SV-Team stark verändert. Spielmacherin Lucie Krein ist zum Pfalzligisten Haßloch gewechselt. Levke Worm, zuletzt eine Bank am Kreis, lebt in Hamburg, und bei Renata Wilga steht die Familienplanung im Vordergrund. „Natürlich sind das drei sehr erfahrene Spielerinnen, die wir Eins-zu-eins nicht ersetzen können“, sagt Lydorf. Er muss auch ohne Elisa Wagner planen, die in Darmstadt studieren wird.
Nordlicht Worm wird durch „Nordlicht“ Dötting ersetzt
Der SV 64 setzt daher, wie es Vereinsprinzip ist, auf den eigenen Nachwuchs. Aus der A-Jugend sind Spielerinnen aufgerückt, die Verzahnung mit der von Dunja Bullacher trainierten A-Jugend wird eng sein. Neu dazugekommen ist wieder eine Handballerin, die ein bisschen norddeutsches Flair mitbringt: Friederike Dötting. „Obwohl sie nicht aus Norddeutschland, sondern aus Baden-Württemberg stammt“, sagt Lydorf lachend. Aber bevor es sie beruflich nach Zweibrücken verschlug, arbeitete die Außenspielerin in Sylt und spielte beim dortigen Kreisligisten TSV Westerland. Auf einer Insel ohne Berge wird also auch Handball gespielt.
Neu finden, neue Teamstrukturen herausbilden, heißt es also für die Zweibrückerinnen, und die Abstimmung, auch im Umschaltspiel, kontinuierlich verbessern. Lucy Dzialoszynski ist nach ihrer Handverletzung wieder zurück. Annalena Frank, in der vergangenen Spielzeit schon Top-Torschützin des SV, wird gefordert sein. Dazu kam – drei Pflichtspiele konnte sie bestreiten – zur vergangenen, dann abgebrochenen Saison die wurfstarke Marie Kiefer aus Marpingen. Auf die Angreiferinnen um die mittlerweile zu den erfahrensten Spielerinnen zählende Lara Schlicker wartet am Sonntag eine stabile 6:0-Gästeabwehr. „Das ist eine der wenigen Informationen, die wir haben“, sagt Lydorf.
Heimserie soll weiter halten
Flexibilität im Angriff könnte ein Mittel sein, um die Erfolgsserie zu Hause fortzusetzen. Letztmalig im März 2019 verloren die Zweibrückerinnen ein Heimspiel. „Klar, wir würden die Serie gerne fortschreiben, und natürlich würde ein guter Saisonstart der jungen Mannschaft auch viel Selbstbewusstsein mitgeben“, sagt Lydorf. Er geht ins siebte Trainerjahr beim SV, es soll kein verflixtes werden. „Und ich habe noch nie ein Auftaktspiel als Zweibrücker Trainer verloren“, sagt Lydorf, der die Corona-Pause auch genutzt hat, um Zweibrücker zu werden und ins eigene Haus zu ziehen.
Kader
Zugänge: Friederike Dötting (TSV Westerland Handball), Vera Jänicke, Hanna Müller, Lucy Hilz, Lea Bullacher, Celine Jag (alle eigene Jugend)
Abgänge: Levke Worm (berufsbedingt nach Hamburg), Lucy Krein (TSG Haßloch), Renata Wilga (Familienpause), Elisa Wagner (Studium in Hessen)
Tor: Annalena Zahm, Daphne Huber
Rückraum: Lucy Dzialoszynski, Marie Kiefer, Annalena Frank, Lara Schlicker, Vera Jänicke, Janine Baus, Lucy Hilz
Außen: Jasmin Zimmermann, Kim Pfeifer, Friederike Dötting, Hanna Müller, Celine Jag
Kreis: Sarah Lauer, Lea Bullacher
Spielplan bis Jahresende
Sonntag, 26. Oktober: SV 64 Zweibrücken - TV Welling; Samstag, 2. Oktober: SG Ottersheim/Bellheim/Zeiskam - SV 64; Sonntag, 10. Oktober: SV 64 - TG Osthofen; Samstag, 16. Oktober: HF Köllertal - SV 64; Sonntag, 24. Oktober: SV 64 - TV Wörth; Samstag, 30. Oktober: SV - TSV Kandel; Samstag, 6. November: VTV Mundenheim - SV 64; Samstag, 20. November: TV Bassenheim - SV 64; Sonntag, 5. Dezember: SV 64 - SF Budenheim; Samstag, 11. Dezember: TVA/ATSV Saarbrücken - SV 64; Samstag, 18. Dezember: SV 64 - TV Bodenheim; Samstag, 8. Januar: TSG Friesenheim - SV 64; Samstag, 15. Januar: HSV Sobernheim - SV 64; Samstag, 21. Januar: SV 64 - HC Koblenz.