Umfrage RHEINPFALZ Plus Artikel Superereignis Superbowl: Mancher verzichtet dafür gerne auf Schlaf

Beim Football geht’s öfter mal rau zur Sache.
Beim Football geht’s öfter mal rau zur Sache.

Es ist eine Riesenshow, inklusive Gemeinschaftsatmosphäre, Spannung und Rihanna in der Halbzeit: der Superbowl, das Finale der US-Football-Profiliga . Am Sonntag wird er live übertragen. Wir fragten, ob das Spektakel auch Menschen hier mitreißt.

Thomas Steimer schaut den Superbowl jedes Jahr. Diesen festen Termin im Kalender feierte er vor Corona immer „mit 20, 30 Leuten bei mir zuhause – mit Beamer und allem, was dazugehört“. Inklusive amerikanischer Snacks, Nachos mit Hackfleisch etwa, Hotdogs und Süßigkeiten. Dieses Jahr fällt die große Party aber flach, wie schon seit 2020. „Für nächstes Jahr ist sie wieder geplant.“ Am Sonntag schaut der Blieskasteler das Sportereignis „mit ein, zwei Freunden, das weiß ich noch nicht genau“. Der Haken: Montags muss er arbeiten. „Ich gehe nach dem Superbowl eine Stunde ins Bett, danach arbeiten.“ Nicht nur das Endspiel, auch die anderen Spiele guckt er sich an. Eins hat er 2018 in den USA sogar live gesehen, im Hard Rock Stadium in Miami. Er schwärmt von der „besonderen Atmosphäre“. In den USA habe er einen Freund besucht, „und dann haben wir uns Karten geholt.“

Christian Prager interessiert sich eher für Fußball. Beides geht nicht? „So ungefähr“, meint er lachend. Der Zweibrücker tut sich mit den Football-Regeln schwer. „Der Funke ist bei mir nie übergesprungen.“ Football sei „ein ganz schön heftiger Sport“. Er guckt lieber Fußball oder Eishockey. Berührungspunkte zum American Football waren bei ihm nie da. Er kennt aber jemanden, der Football spielt: den Bruder einer Klassenkameradin seiner Tochter, der in Saarbrücken spielt. „Ich weiß nur, dass der dadurch einen gebrochenen Fuß hatte.“

Pascal Mayer outet sich mit seinem Pulli von den Green Bay Packers eindeutig als Footballfan. Vom Verein aus Wisconsin sei er schon als kleines Kind Fan gewesen, erzählt Mayer, der jetzt in Apen an der Nordsee wohnt, aber auch mal in Zweibrücken lebte. „Meine Mutter hat auf der Airbase gearbeitet, und da waren wir als Kinder immer mal mit gewesen. Und einmal habe ich das ein Käppi von den Green Bay Packers geschenkt bekommen.“ Seitdem schaut er sich alle Spiele live an, „wenn es die Zeit zulässt“. Eigentlich hatte er vor, am Sonntag den Superbowl zu gucken, aber da er montags eine achtstündige Fahrt zu einer Firmenschulung vor sich hat, „wird das schwierig“. Sonst habe er sich immer den nächsten Tag freigenommen. Der Superbowl ist für ihn ein Highlight. „Allein, wie das aufgemacht ist mit dieser Riesenhalbzeitshow.“ Die Spannung und das Drumherum seien toll. Irgendwann will er den Superbowl auch mal live erleben.

Sie ist in Finnland aufgewachsen, lebte in den 80ern drei Jahre in den USA und ist damit prädestiniert für Football: Saila Jauhiainen-Weppler wohnte damals in Buffalo im Staat New York. „Und da sind die Buffalo Bills.“ In den USA „wird das, egal wo man ist, zelebriert“. Sie findet besonders „diesen großen Zusammenhalt“ toll. „Die machen da ein richtiges Event draus. Da wird auf diesen einen Tag hingelebt, dass an dem Tag ein Spiel stattfindet – mit Barbecue und allem Drum und Dran.“ Live im Stadion hat sie auch einige Spiele gesehen. „Das ist Wahnsinn. Da ist eine tolle Stimmung, die Stadien sind ja riesig.“ Mittlerweile schaut sie den Superbowl nur noch im Fernsehen. „Mal schauen, wie fit ich bin. In den USA ist das anders. Wenn der ganze Freundeskreis mitmacht, ist man automatisch dabei.“ In Amerika werde das in allen Kneipen und Bars ausgestrahlt. Natürlich halte sie auch heute noch zu den Buffalo Bills. „Da habe ich gelebt, das bleibt im Herzen.“

Marcus Rogge ist auch schon ab und zu für den Superbowl wachgeblieben, zuletzt 2019. Da habe er sich Popcorn gemacht, US-Snacks und Root Beer bereitgestellt, „damit ich den American Dream so ein bisschen mit erlebe“. Die Möglichkeit, in ein Stadion in den USA zu kommen, hat er, zumindest theoretisch. Bekannte, die in den USA leben, könnten ihm Karten besorgen. „Die sind halt unbezahlbar“, findet der Zweibrücker. Lust hätte er aber schon. „Im Stadion, mit Freunden, das ist bestimmt sehr reizvoll.“ Beim Superbowl am Sonntag „schlafe ich vor und gehe danach zur Arbeit“.

Dass er in Amerika arbeitete, hat das Feuer für American Football entfacht: Sascha Blank reiste in die USA, weil er Jugendliche im Soccer (Fußball) trainiert hat. Er findet, Football ist „ein Sport für jedermann, nicht nur für die Großen, Starken, auch die Kleinen, Schwachen können auf dem Platz stehen. Beim Fußball muss jeder athletisch sein.“ Die Vielfalt der Taktik findet er faszinierend. Highschool-Football hat er schon im Stadion gesehen. „Die Atmosphäre ist in den USA unbeschreiblich.“ In den Stadien seien dann 40.000 bis 50.000 Leute. Die Spiele seien durchweg friedlich. Den Superbowl guckt er „wenn es die Zeit zulässt“. Dann sei das Ereignis das Highlight schlechthin. Von der Uhrzeit her, sei es aber immer ein bisschen schwierig. Manchmal mache er auch durch, gehe danach gar nicht mehr schlafen.

Thomas Steimer
Thomas Steimer
Christian Prager
Christian Prager
Pascal Mayer
Pascal Mayer
Saila Jauhiainen-Weppler
Saila Jauhiainen-Weppler
Marcus Rogge
Marcus Rogge
Sascha Blank
Sascha Blank
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